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Grammarly zieht Autor-Imitations-Tool nach Kritik zurück

Stand: 13. March 2026, 17:45 Uhr Berlin Auf einen Blick Grammarly hat das Grammarly Autor-Imitations-Tool “Expert Review” nach öffentlicher Kritik und juristischem Druck deaktiviert. Die…

Von Wolfgang

13. März 20262 Min. Lesezeit

Grammarly zieht Autor-Imitations-Tool nach Kritik zurück

Grammarly hat das Grammarly Autor-Imitations-Tool "Expert Review" nach öffentlicher Kritik und juristischem Druck deaktiviert. Die Funktion erzeugte Formulierungs- und Stilvorschläge unter den Namen bekannter Autoren. Das Unternehmen kündigte eine Überarbeitung an und stellte mehr…

Stand: 13. March 2026, 17:45 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

Grammarly hat das Grammarly Autor-Imitations-Tool “Expert Review” nach öffentlicher Kritik und juristischem Druck deaktiviert. Die Funktion erzeugte Formulierungs- und Stilvorschläge unter den Namen bekannter Autoren. Das Unternehmen kündigte eine Überarbeitung an und stellte mehr Kontrolle für betroffene Personen in Aussicht.

Das Wichtigste

  • Grammarly hat die KI-Funktion “Expert Review” abgeschaltet.
  • Nach Angaben des Unternehmens soll die Funktion neu konzipiert werden, damit genannte Experten mehr Kontrolle über ihre Darstellung erhalten.
  • Betroffen sind Nutzer der Schreibassistenz sowie Autoren und Fachleute, deren Namen für KI-Vorschläge verwendet wurden.

Grammarly stoppt die Funktion

Grammarly hat sein Autor-Imitations-Tool aus dem Produkt entfernt. Die Funktion “Expert Review” lieferte Textvorschläge, die nach Angaben von Medienberichten und Unternehmensvertretern an den Stil benannter Autoren und Experten angelehnt waren. Damit reagiert das Unternehmen auf Kritik an fehlender Zustimmung und auf rechtliche Schritte.

Unternehmen kündigt Überarbeitung an

Der Auslöser ist die Abschaltung der Funktion in dieser Woche. The Verge zitierte Grammarly mit der Aussage, man habe “Expert Review” deaktiviert und wolle das Angebot so neu aufsetzen, dass Experten selbst über ihre Darstellung entscheiden können. Die BBC berichtete ebenfalls, die Funktion sei nach Protesten und einer Sammelklage zurückgezogen worden. Nach Darstellung des Unternehmens hatte das Werkzeug Vorschläge “inspiriert von” bekannten Namen erzeugt. Details zu einem möglichen Neustart sind bislang offen.

Folgen für Nutzer und Rechteinhaber

Für Nutzer entfällt damit eine Funktion, die Schreibhinweise mit dem Verweis auf konkrete Autoren oder Fachleute erzeugte. Für Grammarly verschiebt sich der Schwerpunkt auf Fragen der Einwilligung, Kennzeichnung und Haftung. Der Schritt ist auch für den europäischen Markt relevant, weil dort Transparenz und Persönlichkeitsrechte bei KI-Anwendungen besonders streng geprüft werden.

Juristische und produktpolitische Folgen

Als Nächstes steht die angekündigte Überarbeitung der Funktion im Raum. Ob Grammarly das Werkzeug in veränderter Form zurückbringt, ist noch unklar. Maßgeblich sind nun die weitere rechtliche Prüfung und die Frage, ob das Unternehmen ein Modell mit ausdrücklicher Zustimmung der betroffenen Personen einführt.

Einordnung

Die Abschaltung ist ein unmittelbarer Eingriff in ein laufendes KI-Produkt. Der Fall zeigt, dass Stil- und Identitätsbezüge in Schreibwerkzeugen schnell zu einer Rechts- und Vertrauensfrage werden. Für den Markt ist das ein Hinweis, dass Produktnutzen allein bei solchen Funktionen nicht ausreicht.