Auf einen Blick
Google hat Snapseed für iOS um eine integrierte Kamera erweitert. Die Snapseed iPhone Kamera soll manuelle Regler für Aufnahmeparameter und einen nicht-destruktiven Workflow bieten. Die Neuerung verschiebt die Rolle der App vom reinen Editor hin zu einer Komplettlösung und erhöht den Druck auf spezialisierte Kamera-Apps.
Das Wichtigste
- Google ergänzt Snapseed auf dem iPhone um eine eigene Kamera-Funktion.
- Laut App-Store-Text nennt Google “professionelle manuelle Kontrollen” sowie “nicht-destruktive” Aufnahmen.
- Die App setzt iOS 17 oder neuer voraus.
Snapseed rückt näher an Kamera-Apps heran
Google hat die iOS-Version von Snapseed um eine integrierte Kamera erweitert. Damit verlagert sich die App von der reinen Nachbearbeitung hin zu einer Kombination aus Aufnahme und Editing. Für Nutzer bedeutet das vor allem, dass Aufnahme- und Bearbeitungsschritte stärker in einem Workflow zusammenlaufen.
Manuelle Regler und nicht-destruktiver Workflow
Im Änderungs- und Beschreibungstext im Apple App Store kündigt Google für Snapseed eine “Snapseed Camera” an. Genannt werden “professionelle manuelle Kontrollen” für die Aufnahme sowie “nicht-destruktive” Captures. Konkrete Details zur vollständigen Liste der Regler oder zum Funktionsumfang der Kamera nennt Google dort ohne konkrete Angaben. Als technische Voraussetzung wird iOS 17 oder neuer ausgewiesen.
Nach Darstellung von The Verge gehört die iOS-Ausgabe zu einer größeren Überarbeitung der App nach längerer Phase ohne größere Funktionssprünge. Mit der Kamera-Komponente erweitert Google den Einsatzbereich von Snapseed in Richtung Aufnahme-App und positioniert die Anwendung damit neu im iPhone-Ökosystem.
Folgen für Nutzer in Deutschland und der EU
Für Nutzer in Deutschland und der EU ist die Neuerung unmittelbar als Funktionsausbau innerhalb einer bestehenden, kostenlosen App relevant. Die Kombination aus manuellen Aufnahmeoptionen und nachgelagerter Bearbeitung kann den Bedarf an separaten Kamera-Apps senken, wenn deren Mehrwert vor allem in Bedienung und Reglern liegt. In spezialisierten Anwendungen sind jedoch häufig zusätzliche Funktionen gebündelt, etwa erweiterte RAW-Workflows, Profile, Automatisierungen oder Export-Optionen, die Google im App-Store-Text nicht adressiert.
Institutionell bedeutet das Update vor allem eine Verschiebung im Wettbewerb: Snapseed wird nicht mehr nur als Editor gelistet, sondern tritt mit einer Kamera-Funktion auch in Kategorien an, die bisher von Pro-Kamera-Apps geprägt sind. Für die Sichtbarkeit im App Store und für Abo-Modelle von Drittanbietern kann das die Vergleichsbasis bei Funktionslisten verändern.
Offene Punkte und nächste Schritte
Mit dem iOS-Update sind die zentralen Eckpunkte zunächst an die App-Store-Veröffentlichung und die iOS-17-Anforderung gebunden. Ob und wann eine vergleichbare Kamera-Funktion auch für Android erscheint, ist bislang offen. Kurzfristig ist zu erwarten, dass Google die Kamera-Funktion über weitere App-Updates stabilisiert und den Funktionsumfang präzisiert, sofern dies in den jeweiligen Versionshinweisen ausgewiesen wird.
Einordnung
Mit der integrierten Kamera erweitert Google Snapseed auf dem iPhone um einen Bereich, der bisher vor allem von spezialisierten Kamera-Apps abgedeckt wurde. Bestätigt sind nach App-Store-Angaben manuelle Kontrollen und ein nicht-destruktiver Ansatz. Wie weit die Snapseed iPhone Kamera damit Funktionslücken zu Pro-Angeboten schließt, hängt von den Details ab, die Google in künftigen Updates veröffentlicht.





