Freitag, 24. April 2026

Wirtschaft

Gericht verpflichtet GE Vernova zum Verbleib bei Vineyard Wind

Ein Gericht in Massachusetts hat GE Vernova per einstweiliger Verfügung verpflichtet, die Arbeiten am Offshore-Windpark Vineyard Wind vorerst fortzusetzen. Der Beschluss stoppt den angekündigten Ausstieg…

Von Wolfgang

20. Apr. 20263 Min. Lesezeit

Gericht verpflichtet GE Vernova zum Verbleib bei Vineyard Wind

Ein Gericht in Massachusetts hat GE Vernova per einstweiliger Verfügung verpflichtet, die Arbeiten am Offshore-Windpark Vineyard Wind vorerst fortzusetzen. Der Beschluss stoppt den angekündigten Ausstieg zum 28. April und verlagert den Streit über Zahlungen,…

Ein Gericht in Massachusetts hat GE Vernova per einstweiliger Verfügung verpflichtet, die Arbeiten am Offshore-Windpark Vineyard Wind vorerst fortzusetzen. Der Beschluss stoppt den angekündigten Ausstieg zum 28. April und verlagert den Streit über Zahlungen, Mängel an Rotorblättern und Projektfolgen in das weitere Verfahren.

Von TechZeitGeist RedaktionTechZeitGeistBerlinVeröffentlicht: Aktualisiert:

Das Wichtigste

  • Der Suffolk Superior Court in Boston hat GE Vernova den angekündigten Ausstieg aus dem Projekt Vineyard Wind vorläufig untersagt.
  • Die einstweilige Verfügung stoppt eine Vertragsbeendigung mit Wirkung zum 28. April 2026.
  • Betroffen ist ein Offshore-Windpark mit rund 800 Megawatt Leistung vor der Küste von Massachusetts. Über Zahlungsansprüche und Haftung wird weiter gestritten.

Gericht sichert den Fortgang des Projekts

Vineyard Wind kann vorerst nicht ohne GE Vernova weiterlaufen. Der Suffolk Superior Court in Boston hat am 17. April eine vorläufige Verfügung erlassen, die dem Hersteller untersagt, seine Leistungen für den Offshore-Windpark vor der Küste von Massachusetts Ende April einzustellen. Damit bleibt der bisherige Projektaufbau zunächst bestehen.

Nach übereinstimmenden Berichten von Reuters, WBUR und der Cape Cod Times wollte GE Vernova Verträge mit Wirkung zum 28. April beenden. Richter Peter Krupp stellte sich im Eilverfahren vorläufig auf die Seite des Projektbetreibers. Der Beschluss soll verhindern, dass Baufortschritt, Inbetriebnahme und laufende Projektabläufe abrupt unterbrochen werden.

Streit dreht sich um Kündigung und Zahlungen

Auslöser des Konflikts ist ein länger laufender Streit über technische Schäden und ihre finanziellen Folgen. Im Juli 2024 brach an einer Turbine von Vineyard Wind ein Rotorblatt. Danach mussten weitere Blätter geprüft und Teile des Bestands ausgetauscht werden. Seitdem streiten Betreiber und Lieferant über Verantwortlichkeiten, Nachbesserungen und Kosten.

Reuters zufolge erklärte GE Vernova, dem Unternehmen stünden rund 360 Millionen US-Dollar zu. Berichte über Gerichtsunterlagen nennen auf der anderen Seite einbehaltene Zahlungen von rund 308 Millionen Dollar durch Vineyard Wind. Die jetzige Gerichtsentscheidung klärt diese Forderungen nicht. Sie hält nur fest, dass GE Vernova seine Arbeit bis auf Weiteres fortsetzen muss.

Lieferkette und Betrieb bleiben von GE abhängig

Unmittelbar betroffen sind der Betreiber Vineyard Wind und GE Vernova als Turbinenlieferant und technischer Partner. Nach den Gerichtsberichten spielte im Verfahren auch eine Rolle, dass der Hersteller über projektspezifisches Wissen, Ersatzteile und Zugang zu eigener Technik verfügt. Ein abrupter Rückzug hätte deshalb nicht nur den Bauablauf berührt, sondern auch Service, Reparaturen und die Fertigstellung einzelner Anlagen.

Beschluss hält den Status quo, löst den Konflikt aber nicht

Die Verfügung ist ein Schritt im Eilverfahren und keine Entscheidung in der Hauptsache. Sie stoppt die geplante Trennung, entscheidet aber weder über Schadensersatz noch über die Frage, wer die Folgen des Blattschadens und der Verzögerungen tragen muss. Für das Projekt bedeutet das vor allem Zeitgewinn. Die grundlegende Neuordnung des Offshore-Parks bleibt vorerst aus.

Das Verfahren geht mit der Hauptsache weiter

Als Nächstes wird der Rechtsstreit im regulären Verfahren fortgesetzt. Dort muss geklärt werden, ob GE Vernova die Verträge kündigen durfte und welche Ansprüche aus Reparaturen, Projektverzögerungen und einbehaltenen Zahlungen bestehen. Die vorläufige Verfügung gilt bis zu einer weiteren gerichtlichen Klärung.

Einordnung des Falls

Der Fall zeigt die enge technische und vertragliche Bindung großer Offshore-Projekte an einen einzelnen Hersteller. Für den US-Offshore-Markt ist die Entscheidung vor allem ein Verfahrensschritt. Sie stabilisiert ein laufendes Projekt, beantwortet aber weder die Haftungsfrage noch die Höhe der wechselseitigen Forderungen.