EU-Regeln: Was neue Cybersecurity für Solar-Wechselrichter ändert

Zuletzt aktualisiert: 21. January 2026
Berlin, 21. January 2026

Auf einen Blick

Seit dem 1. August 2025 gelten in der EU neue Cybersecurity-Regeln für Solar-Wechselrichter, wenn sie per Funk und Internet vernetzt sind. Ziel ist, Stromnetze stabiler zu machen und Daten besser zu schützen. Für Käufer heißt das vor allem: mehr Sicherheitsfunktionen, klarere Update-Pflichten und genauerer Blick auf CE-Konformität.

Das Wichtigste

  • Für bestimmte vernetzte Funkgeräte sind in der EU seit 1. August 2025 zusätzliche IT-Sicherheitsanforderungen verpflichtend.
  • Betroffen sein können Solar-Wechselrichter, wenn sie etwa per WLAN oder Mobilfunk verbunden sind und über das Internet kommunizieren.
  • Im Fokus stehen Schutz des Netzbetriebs, Schutz von Privatsphäre und Schutz vor Betrug, etwa durch sichere Zugänge und Updates.
  • Hersteller müssen die Anforderungen für die CE-Kennzeichnung nachweisen; das kann Tests, Dokumentation und teils externe Prüfungen bedeuten.

Einleitung

Solar-Wechselrichter sind die „Übersetzer“ zwischen Solaranlage und Steckdose: Sie machen aus Gleichstrom Wechselstrom. Viele Modelle sind heute online, damit Apps Ertrag anzeigen und Installateure Updates einspielen können. Genau diese Vernetzung rückt nun stärker in den Fokus. Denn die EU verlangt für bestimmte Funk- und Internetgeräte seit August 2025 nachweisbare Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe.

Was neu ist

Die EU hat zusätzliche Sicherheitsanforderungen in der Funkanlagen-Richtlinie (RED) scharfgeschaltet. RED ist ein EU-Regelwerk für Geräte, die Funk nutzen, etwa WLAN oder Mobilfunk. Konkret macht die Delegierte Verordnung (EU) 2022/30 bestimmte Sicherheitsziele verbindlich; die Anwendung wurde mit (EU) 2023/2444 auf den 1. August 2025 festgelegt. Für die Praxis heißt das: Wer heute einen Solar-Wechselrichter mit Funk und Internetzugang in der EU in Verkehr bringt, muss zeigen, dass das Gerät das Netz nicht gefährdet, personenbezogene Daten schützt und Angriffe wie Betrug erschwert.

Was das bedeutet

Für Haushalte und Betriebe ist das vor allem eine Sicherheits- und Qualitätsfrage. Wenn viele Geräte gleichzeitig ausfallen oder falsch gesteuert werden, kann das ein Stromnetz zusätzlich belasten. Darum zählen jetzt Dinge wie sichere Anmeldung, sinnvolle Rechtevergabe und geschützte Firmware-Updates stärker als früher. Ein Firmware-Update ist eine Art „Betriebssystem-Update“ für das Gerät, ähnlich wie Updates beim Smartphone. Käufer können künftig stärker darauf achten, ob der Hersteller klare Update-Zusagen macht und wie der Fernzugriff abgesichert ist. Installateure dürften außerdem häufiger nach Dokumenten zur CE-Konformität und zur IT-Sicherheit fragen.

Wie es weitergeht

In den nächsten Monaten wird wichtig, wie gut sich die Anforderungen in der Breite prüfen lassen. Dafür spielen Normen eine Rolle, also technische Standards, an denen sich Hersteller bei Tests orientieren können. Gleichzeitig ist Cybersecurity im Strombereich kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess: Sicherheitslücken werden oft erst nach dem Verkauf entdeckt und müssen dann zügig geschlossen werden. Für Betreiber und Käufer bedeutet das: Updates sollten nicht als lästige Pflicht gelten, sondern als Teil des sicheren Betriebs. Und für Hersteller wächst der Druck, Sicherheitsmeldungen, Patch-Prozesse und Dokumentation langfristig sauber aufzustellen.

Update: 10:35 – Fachinformationen erinnern daran, dass der Stichtag 1. August 2025 bereits gilt und neue Geräte daran gemessen werden.

Fazit

Die Cybersecurity-Regeln für Solar-Wechselrichter setzen stärker als bisher auf nachweisbare Schutzmaßnahmen bei vernetzten Geräten. Das bringt mehr Anforderungen an Hersteller, kann aber für Nutzer mehr Sicherheit und verlässlichere Updates bedeuten. Wer neu kauft, sollte IT-Sicherheit als normales Qualitätsmerkmal neben Wirkungsgrad und Garantie betrachten.

Teile gern deine Erfahrungen: Worauf achtest du bei vernetzten Geräten im Haus – Komfort, Preis oder Sicherheitsfunktionen?

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