Auf einen Blick
Die EU-Kommission hat im Horizon-Europe-Arbeitsprogramm 2025 ein Förderthema für effizientes, bidirektionales kabelloses Laden von Elektroautos verankert. Für Robotaxi-Flotten kann das Pilotprojekte und Teststandards beschleunigen. Verbindliche EU-Vorgaben zur Technik und Interoperabilität stehen jedoch weiter aus.
Das Wichtigste
- Die EU fördert über Horizon Europe 2025 Forschung und Piloten zu kabellosem, stationärem und bidirektionalem Laden für leichte Straßenfahrzeuge (Topic HORIZON-CL5-2025-04-D5-01).
- Als Industriestandard für kabelloses Laden von Pkw gilt SAE J2954, der außerhalb der EU-Politik entstanden ist und als Referenz für Interoperabilität dient.
- Für Robotaxis und andere Flotten entscheidet die Standard- und Zulassungsfrage mit über Skalierung in Städten und Beschaffung, konkrete EU-Pflichtregeln sind bislang offen.
EU setzt auf Förderung statt technische Vorgaben
Die EU-Kommission treibt das Thema kabelloses Laden in der Mobilität derzeit über Förderpolitik voran. Im Arbeitsprogramm 2025 von Horizon Europe ist ein eigenes Vorhaben für effiziente, stationäre und bidirektionale Wireless-Charging-Lösungen für leichte Straßenfahrzeuge ausgewiesen. Für automatisierte Flotten wie Robotaxis verschiebt sich damit der Fokus auf Demonstratoren, Tests und gesellschaftliche Erprobung.
Förderprogramm nennt kabelloses Laden explizit
Im Horizon-Europe-Arbeitsprogramm 2025 (Cluster 5) führt die Kommission unter dem Topic “HORIZON-CL5-2025-04-D5-01” ein Projektfeld zu “efficient wireless stationary bidirectional charging solutions”. Das Programm zielt auf technische Entwicklung und Pilotierung, nicht auf eine unmittelbare Regulierung. Parallel bleibt der Industriestandard SAE J2954 ein zentraler Bezugspunkt für Auslegung und Interoperabilität von kabellosen Ladesystemen bei Pkw.
Folgen für Betreiber, Kommunen und Hersteller
Für Betreiber von Robotaxi- und Carsharing-Flotten ist kabelloses Laden vor allem eine Frage der Betriebsabläufe, der Kompatibilität und der Genehmigungspraxis. Fördermittel können Feldtests in Depots oder an definierten Standorten erleichtern und Anforderungen an Mess- und Sicherheitsnachweise schärfen. Ohne verbindliche technische EU-Vorgaben bleibt die Machtfrage über Schnittstellen und Zertifizierung zunächst bei Standardisierungsgremien und Anbietern, was das Risiko proprietärer Lösungen erhöht.
Nächste Schritte über Piloten und Testverfahren
Als nächster Schritt gelten Ausschreibungen und Projektstarts im Rahmen des Horizon-Europe-Programms, die technische Demonstratoren und Validierung in realen Umgebungen adressieren. Für eine breitere Einführung in Europa wird entscheidend sein, ob sich interoperable Profile und Testverfahren durchsetzen, die Hersteller- und Infrastrukturmix in Flotten zulassen. Ob daraus später verbindliche EU-Anforderungen abgeleitet werden, ist derzeit nicht bekannt.
Einordnung
Die EU positioniert kabelloses Laden über Forschung und Pilotförderung als Baustein für elektrische Mobilität mit hoher Nutzung, darunter Robotaxis. Regulierung und Standardsetzung bleiben vorerst getrennt: Förderpolitik kann Tests beschleunigen, ersetzt aber keine einheitliche technische Pflichtbasis. Damit dürfte der Wettbewerb um Standards und Schnittstellen in den nächsten Projektrunden an Bedeutung gewinnen.





