Du nutzt ChatGPT privat oder für Schule, Job und Organisation – und möchtest dabei wissen, was mit deinen Daten passiert? Diese Anleitung führt dich durch die wichtigsten ChatGPT Datenschutzeinstellungen: Chatverlauf sinnvoll steuern, die Nutzung deiner Inhalte für das Modelltraining deaktivieren, einen Datenexport anstoßen und Chats oder gleich das ganze Konto löschen. Am Ende hast du eine praktische Checkliste im Kopf: Was gehört in temporäre Chats, wo verstecken sich dauerhafte Speicher wie „Memory“ oder „Custom Instructions“, und welche Schritte schützen dein Konto zusätzlich.
Einleitung
ChatGPT ist schnell zur Alltags-App geworden: Eine Formulierung prüfen, eine Reise planen, ein Rezept umrechnen, ein Dokument zusammenfassen. Genau deshalb landen in Chats oft mehr Infos, als man im ersten Moment merkt – zum Beispiel Arbeitsinhalte, Kontaktdaten aus einer E-Mail oder ein Screenshot mit sensiblen Details.
Viele verlassen sich darauf, dass „Löschen“ schon reicht. In der Praxis ist Datenschutz aber ein Paket aus mehreren Stellschrauben: Ob deine Inhalte für die Verbesserung des Dienstes verwendet werden dürfen, ob neue Unterhaltungen im Verlauf auftauchen, ob ChatGPT sich Dinge dauerhaft merkt (Memory), und wie du deine Daten im Zweifel exportierst oder entfernst.
Die gute Nachricht: In aktuellen ChatGPT-Versionen lassen sich diese Punkte in wenigen Minuten sauber einstellen – auf dem PC genauso wie auf dem Smartphone. Du musst dafür keine Fachbegriffe auswendig lernen. Wichtig ist nur, einmal bewusst zu entscheiden, welche Nutzung zu dir passt: maximal bequem (mit Verlauf und Erinnerungen) oder maximal sparsam (mit temporären Chats, wenig Speicher und klaren Löschroutinen).
Grundlagen und Überblick: Welche Daten wo landen
Damit du die richtigen Schalter findest, hilft ein kurzer Überblick über die wichtigsten Bereiche. In ChatGPT tauchen je nach Version und Gerät Begriffe wie „Data Controls“, „Chat History“, „Temporary Chats“, „Memory“ oder „Custom Instructions“ auf. Sie klingen ähnlich, bedeuten aber Unterschiedliches.
Chatverlauf meint vor allem die Seitenleiste bzw. Liste deiner Gespräche. Wenn der Verlauf aktiv ist, kannst du Unterhaltungen später wieder öffnen. Schließt du den Verlauf (z. B. über „Chat History“ aus), sind neue Chats typischerweise nicht mehr in deiner History sichtbar.
Training/Verbesserung beschreibt, ob Inhalte aus deinen Chats zur Verbesserung von Modellen genutzt werden dürfen. OpenAI bietet dafür Opt-out-Einstellungen in den Datenkontrollen an (je nach Konto und Plan). Diese Option ist unabhängig davon, ob du den Verlauf in der Oberfläche siehst.
Datenschutz in ChatGPT ist kein einzelner Knopf – erst Zusammenspiel aus Verlauf, Training, Memory und Löschroutine macht es wirklich sauber.
Temporary Chats (temporäre Chats) sind eine Art „Privatmodus“ innerhalb von ChatGPT: Sie tauchen nicht in deiner Chat-History auf und sind laut OpenAI nicht fürs Training gedacht; OpenAI nennt zugleich eine begrenzte Aufbewahrung zur Missbrauchs- bzw. Sicherheitsprüfung (typisch: 30 Tage). Das ist praktisch für Themen, die du nicht dauerhaft im Verlauf haben möchtest.
Memory (Erinnerungen) ist eine Funktion, mit der ChatGPT sich bestimmte Dinge merkt, damit Antworten künftig besser zu dir passen. Das kann hilfreich sein (z. B. bevorzugter Schreibstil), ist aber beim Datenschutz besonders sensibel: Eine gespeicherte Erinnerung wirkt über viele Chats hinweg.
Custom Instructions (benutzerdefinierte Anweisungen) sind eine feste Vorgabe, die in künftigen Chats mitlaufen kann – etwa „Antworte kurz“ oder „Nutze Deutsch“. Auch hier gilt: Je weniger persönliche Details du dort einträgst, desto besser.
| Option oder Variante | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Verlauf an + Training aus | Du behältst Komfort (History), schaltest aber die Nutzung für Modellverbesserung ab. | Alltag, wenn du Chats später wieder brauchst. |
| Temporary Chats | Keine Anzeige im Verlauf, laut OpenAI nicht fürs Training; begrenzte Aufbewahrung (typisch 30 Tage) zur Sicherheit. | Sensiblere Themen, Einmalfragen, Tests. |
| Memory aus | ChatGPT speichert keine dauerhaften „Erinnerungen“ über dich. | Mehr Privatsphäre, weniger Personalisierung. |
| Datenexport | Du bekommst ein Archiv (z. B. ZIP) deiner Daten/History per E-Mail-Link (laut OpenAI zeitlich befristet, typischerweise 24 Stunden). | Backup, Transparenz, vor Account-Löschung. |
Vorbereitung und Voraussetzungen
Bevor du Einstellungen änderst oder Daten löschst, lohnt sich ein kurzer Check. So vermeidest du, dass du später etwas suchst, das du aus Versehen entfernt hast.
- Nutze nach Möglichkeit die neueste App/Web-Version: Manche Menüpunkte heißen je nach Update leicht anders (z. B. „Data Controls“ oder „Datenkontrollen“).
- Prüfe, wie du dich einloggst: E-Mail/Passwort, Google, Apple oder Microsoft. Für die Kontosicherheit (2FA) ist wichtig zu wissen, welche Methode bei dir aktiv ist.
- Wenn du ein Abo hast: Notiere kurz, über welchen Store oder welche Zahlungsart es läuft. Das erleichtert später das Kündigen, falls du das Konto wirklich löschst.
- Plane den Datenexport vor Löschung ein: Laut OpenAI bekommst du beim Export einen Download-Link per E-Mail, der nur begrenzt gültig ist (typisch 24 Stunden). Am besten machst du das, wenn du gleich danach Zeit fürs Herunterladen hast.
- Überlege, was du wirklich brauchst: Willst du nur die Nutzung für Training deaktivieren? Oder soll der Chatverlauf unsichtbar werden? Oder möchtest du einzelne Chats entfernen?
Praktisch ist außerdem eine kleine „Privatsphäre-Regel“ für dich selbst: Keine Passwörter, keine TANs, keine Ausweisnummern in Chats. Wenn du Texte mit persönlichen Daten prüfen lassen willst, schwärze sie vorher (zum Beispiel Namen durch „[Name]“ ersetzen). Das reduziert Risiken, unabhängig von jeder Einstellung.
Falls du dich generell besser orientieren willst: TechZeitGeist hat auch eine Einsteigerhilfe zur Einrichtung der App, inklusive typischer Menüs auf Smartphone – hilfreich, wenn du in der Navigation noch unsicher bist (ChatGPT auf iPhone und Android einrichten: App, Login und Sprachmodus).
Schritt-für-Schritt-Anleitung: ChatGPT sicher einstellen
Die Menüs sehen auf Web, iOS und Android ähnlich aus. Meist findest du die Einstellungen über dein Profilbild oder ein Menü-Symbol (oft drei Linien). Wenn ein Punkt bei dir anders heißt, orientiere dich an den Begriffen „Data Controls/Datenkontrollen“, „Privacy/Datenschutz“, „Personalization/Personalisierung“ oder „Security/Sicherheit“.
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Öffne die Einstellungen.
Web/PC: Klicke auf dein Profil bzw. das Menü und wähle „Settings/Einstellungen“. Smartphone: Öffne das Seitenmenü und tippe auf „Settings/Einstellungen“.
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Deaktiviere die Nutzung deiner Inhalte für die Modellverbesserung.
Gehe zu „Data Controls/Datenkontrollen“ und suche die Option, die sinngemäß „Improve the model for everyone“ bzw. „Modell für alle verbessern“ heißt. Schalte sie aus. Damit legst du fest, dass neue Inhalte aus deinen Chats nicht für Training/Verbesserung genutzt werden sollen (laut OpenAI-Hilfe).
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Entscheide, wie du den Chatverlauf nutzen willst.
Wenn du möglichst wenig Spuren in der History möchtest, nutze entweder die Option „Chat History“ (falls vorhanden) oder arbeite gezielt mit „Temporary Chat“. Temporary Chats erkennst du meist an einem Hinweis/Banner im Chat, dass es sich um einen temporären Modus handelt.
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Prüfe „Memory“ (Erinnerungen) und schalte es bei Bedarf aus.
Unter „Personalization/Personalisierung“ oder direkt in den Datenkontrollen findest du „Memory“. Wenn du nicht möchtest, dass ChatGPT sich über mehrere Chats hinweg Dinge merkt, deaktiviere Memory. Falls es eine Ansicht „Manage memories/Erinnerungen verwalten“ gibt, kannst du dort einzelne Einträge löschen.
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Räume „Custom Instructions“ auf.
Öffne den Bereich „Custom Instructions/Benutzerdefinierte Anweisungen“. Streiche alles, was persönliche Daten enthält (z. B. Arbeitgeber, Wohnort, echte Namen). Gute, datensparsame Beispiele sind: gewünschte Sprache, Ton („kurz und sachlich“), Format („mit Checkliste“).
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Exportiere deine Daten (Backup), bevor du groß löschst.
In „Data Controls“ gibt es laut OpenAI eine Export-Funktion. Du bekommst eine E-Mail mit Download-Link, der nur kurz gültig ist (typisch 24 Stunden). Lade das ZIP herunter und speichere es an einem Ort, den du wiederfindest (z. B. „Dokumente > ChatGPT-Export“).
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Lösche oder archiviere Chats.
Einzelne Chats lassen sich in der Chatliste über ein Drei-Punkte-Menü löschen oder archivieren (wenn die Funktion angeboten wird). Für „alles auf einmal“ gibt es je nach Version in den Datenkontrollen eine Option zum Löschen der Chat-History. OpenAI beschreibt für gelöschte Inhalte typischerweise einen Zeitraum bis zur endgültigen Entfernung (häufig 30 Tage), mit möglichen Ausnahmen etwa aus rechtlichen oder Sicherheitsgründen.
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Sichere dein Konto zusätzlich (2FA/MFA, falls verfügbar).
Suche in den Einstellungen nach „Security/Sicherheit“ und aktiviere Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA/MFA), wenn sie für dein Konto angeboten wird. Dabei bestätigst du den Login zusätzlich mit einer App (Authenticator). Notiere dir angebotene Wiederherstellungscodes an einem sicheren Ort.
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Wenn nötig: Konto löschen – erst nach Export und Abo-Check.
Die Kontolöschung findest du laut OpenAI-Hilfe in den Account-Einstellungen oder über das Privacy-Portal. Starte das nur, wenn du deine Daten wirklich nicht mehr brauchst. Ein gelöschtes Konto lässt sich in der Regel nicht einfach „zurückholen“.
Wenn du nach Schritt 2 und Schritt 3 fertig bist, hast du die wichtigsten ChatGPT Datenschutzeinstellungen bereits im Griff. Export und Löschung sind dann die „Aufräumarbeiten“.
Tipps, Fehlerbehebung und Varianten
Problem: Du findest „Data Controls“ nicht.
Öffne die Einstellungen und suche nach Unterpunkten wie „Privacy/Datenschutz“ oder „Controls“. Auf dem Smartphone liegt es oft im Seitenmenü. Wenn du mehrere Geräte nutzt: Die Einstellung zur Modellverbesserung wird laut OpenAI kontoweit synchronisiert – prüfe zur Sicherheit trotzdem kurz auf dem Gerät, das du am meisten nutzt.
Problem: „Chatverlauf aus“ ist aktiv, aber du siehst trotzdem alte Chats.
Diese Einstellung betrifft normalerweise neue Unterhaltungen. Alte Chats bleiben in der History, bis du sie löschst oder archivierst. Plane dafür ein paar Minuten ein und arbeite dich durch die Liste.
Problem: Du hast Temporary Chats genutzt und findest sie später nicht wieder.
Genau das ist der Punkt: Temporäre Chats sind nicht als dauerhafter Verlauf gedacht. Wenn du etwas Wichtiges daraus behalten willst, kopiere dir die relevanten Ergebnisse direkt in deine Notizen – oder nutze den Export nur als grundsätzliche Backup-Option für normale Chats.
Tipp: Mach dir eine „Sicher-Formulierung“ als Standard.
Statt echte Namen und Orte zu verwenden, schreibe mit Platzhaltern (z. B. „[Kunde]“, „[Stadt]“, „[Projekt]“). So kannst du Hilfe beim Formulieren bekommen, ohne echte Identitätsdaten zu teilen.
Tipp: Memory nur bewusst nutzen.
Wenn du Memory aktiv lässt, schau gelegentlich in „Erinnerungen verwalten“ und lösche Einträge, die du nicht dauerhaft gespeichert haben möchtest. Für viele ist das ein guter Kompromiss: Komfort ja, aber mit Kontrolle.
Variante: GPTs und geteilte Tools.
Wenn du sogenannte GPTs (vorkonfigurierte Chatbots) nutzt, gelten zusätzliche Datenschutzhinweise dazu, wie Daten verarbeitet werden können. Lies vor allem bei GPTs von Drittanbietern kurz nach, ob Eingaben an externe Dienste weitergegeben werden. Für sensible Themen bleib lieber bei temporären Chats ohne Extras.
Mehr Praxis-Tipps für den Alltag findest du auch in einer ergänzenden TechZeitGeist-Sammlung, die sich auf effiziente und zugleich vorsichtige Nutzung konzentriert (ChatGPT effizient nutzen: Tipps und Tricks für den Alltag).
Fazit
Wenn du ChatGPT regelmäßig nutzt, lohnt sich ein fester Datenschutz-„Grundputz“: zuerst in den Datenkontrollen die Nutzung deiner Inhalte für die Modellverbesserung abschalten, dann bewusst entscheiden, ob du den normalen Verlauf brauchst oder häufiger mit Temporary Chats arbeiten willst. Danach werden die stillen Dauerspeicher wichtig: Memory und Custom Instructions sind praktisch, sollten aber keine persönlichen Details enthalten, die du nicht überall in deinen Chats wiedersehen möchtest.
Für Transparenz und Kontrolle ist der Datenexport ein starker Schritt – besonders bevor du viele Chats löschst oder das Konto entfernst. Und ganz unabhängig von allem gilt: Je weniger sensible Daten du eingibst, desto weniger musst du später „wegkonfigurieren“. Mit diesen Routinen nutzt du ChatGPT komfortabel, aber deutlich souveräner.





