YouTube testet KI-Chat am TV in Premium Labs

Stand: 20. February 2026, 15:46 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

YouTube testet einen neuen Chat auf Smart-TVs und Streaming-Geräten, der Fragen zu laufenden Videos beantworten soll. Der “YouTube KI-Chat am TV” läuft als begrenztes Premium-Labs-Experiment und nutzt nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens das Modell Gemini. Ein Zeitplan für eine breite Freigabe in Deutschland und der EU ist derzeit nicht bekannt.

Das Wichtigste

  • YouTube erprobt in der TV-App eine Chat-Funktion, die während des Schauens Fragen zum Video beantworten soll.
  • Der Test läuft in Premium Labs für eine begrenzte Nutzergruppe und ist laut Berichten an ein Mindestalter von 18 Jahren geknüpft.
  • Die Funktion erscheint auf unterstützten Geräten als “Ask”-Schaltfläche und lässt auch Spracheingaben über die Fernbedienung zu.

Teststart auf dem großen Bildschirm

YouTube hat einen Testlauf für eine KI-gestützte Chat-Funktion in seinen TV-Apps gestartet. Die Funktion soll Nutzern ermöglichen, Fragen zu einem gerade laufenden Video zu stellen und Folgefragen nachzuschieben. Der Schritt verlagert ein bisher vor allem aus Smartphone- und Web-Anwendungen bekanntes Bedienmuster erstmals sichtbar in die Wohnzimmer-Oberfläche.

So beschreibt YouTube die neue “Ask”-Funktion

Nach Berichten von 9to5Google und Android Authority erscheint in der YouTube-App auf Smart-TVs und Streaming-Geräten eine neue Schaltfläche mit der Bezeichnung “Ask”. Darüber öffnet sich ein Chatfenster, in dem Fragen zum aktuellen Video gestellt werden können, etwa zu genannten Fakten oder zur Einordnung von Inhalten. Eingaben sind demnach per Bildschirmtastatur und per Sprache möglich, wenn die Fernbedienung ein Mikrofon unterstützt.

Als technische Grundlage nennen die Berichte Googles Modellfamilie Gemini, die im Hintergrund Antworten erzeugen soll. Der Test ist als Premium-Labs-Experiment angelegt und richtet sich laut den Berichten an eine kleine Gruppe geeigneter Konten. Als unterstützte Sprachen werden unter anderem Englisch, Hindi, Spanisch, Portugiesisch, Koreanisch genannt.

Auswirkungen für Nutzer und Geräte in Europa

Für Nutzer ergibt sich vor allem eine zusätzliche Ebene der Interaktion: Statt Inhalte nur zu suchen oder zu pausieren, lässt sich das laufende Video im Chat kontextbezogen abfragen. Da die Funktion in Premium Labs getestet wird, ist sie an die Teilnahmebedingungen des Programms gebunden und wird nicht automatisch auf allen Konten freigeschaltet.

Für den Einsatz auf TV-Geräten sind zudem technische und regulatorische Fragen relevant. Bei Spracheingaben werden Audio- oder Textdaten an Server übermittelt, um Antworten zu erzeugen. Für Angebote in der EU sind dabei unter anderem Transparenz- und Datenschutzanforderungen maßgeblich, etwa bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und bei der Kennzeichnung KI-generierter Inhalte.

Nächste Schritte im Produktprozess

YouTube hat nach den Berichten keinen konkreten Termin für eine Ausweitung über den aktuellen Test hinaus genannt. In der Praxis werden Funktionen dieser Art in mehreren Wellen ausgerollt, wenn Nutzung, Stabilität und Inhalte-Moderation im Testbetrieb die internen Kriterien erfüllen. Ob und wann eine breitere Freigabe für weitere Länder und Geräteklassen folgt, hängt damit von den Ergebnissen der laufenden Erprobung ab.

Einordnung

Mit dem TV-Test erweitert YouTube die Nutzung generativer KI in eine Oberfläche, in der Bedienung traditionell auf wenige Eingaben ausgelegt ist. Der Umfang bleibt zunächst begrenzt, weil die Freischaltung an Premium Labs gebunden ist und die Funktion nur auf unterstützten TV-Plattformen erscheint. Eine breite Verfügbarkeit ist damit kurzfristig nicht gesichert.

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