WordPress KI‑Assistent: Zeitgewinn und Datenschutz im Check

Der WordPress KI‑Assistent ist seit dem 17.02.2026 direkt in WordPress.com integriert und für Business‑ und Commerce‑Pläne ohne Aufpreis freischaltbar. Er schreibt Texte um, passt Layouts an und erzeugt Bilder im Media‑Bereich. Klingt nach klarer Zeitersparnis im Redaktionsalltag. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Inhalte an externe KI‑Dienste übertragen werden und wie Credits, Limits und Datenschutz geregelt sind. Dieser Artikel zeigt dir konkret, was der Assistent im Editor abnimmt, wo mögliche Zusatzkosten entstehen und welche Punkte du vor der Aktivierung prüfen solltest.

Einleitung

Du sitzt im WordPress‑Editor, ein Text ist noch unfertig, das Layout wirkt unruhig und ein passendes Bild fehlt. Genau hier setzt der WordPress KI‑Assistent an. Seit dem 17.02.2026 ist er in WordPress.com integriert und kann in Business‑ und Commerce‑Plänen ohne zusätzlichen Aufpreis aktiviert werden.

Der Assistent greift direkt auf Blöcke, Seiten und die Mediathek zu. Er formuliert Absätze um, schlägt Überschriften vor, ändert Formatierungen und erzeugt Bilder über eine integrierte Bildfunktion. Laut Ankündigung nutzt diese Bildfunktion Modelle aus der “Nano Banana”‑Familie.

Was offiziell klar ist: Die Funktion ist opt‑in, also bewusst aktivierbar, und sie ist in bestimmte Tarife eingebunden. Was weniger klar ist: Es gibt keine öffentlich ausgewiesenen Angaben zu Credits, Rate‑Limits oder zur konkreten Datenverarbeitung im Detail. Genau dort beginnt die Abwägung zwischen Zeitgewinn und Datenschutz.

Was der WordPress KI‑Assistent konkret übernimmt

Der WordPress KI‑Assistent arbeitet direkt im Editor. Du kannst markierte Textblöcke umformulieren lassen, Zusammenfassungen erzeugen oder einen Tonfall anpassen. Anders als ein externer Chatbot verändert er auf Wunsch gleich den bestehenden Block, statt nur Text zum Kopieren zu liefern.

Im Layout‑Bereich kann er Abschnitte strukturieren, Spalten anlegen oder Stile verändern. Das spart Klicks durch mehrere Menüs. Vor allem bei längeren Beiträgen mit vielen Blöcken merkt man den Unterschied, weil Änderungen nicht mehr einzeln manuell erfolgen müssen.

“Sites on WordPress.com’s Business or Commerce plans can now opt into the WordPress AI Assistant at no extra cost.”

In der Mediathek findest du zusätzlich eine Schaltfläche zur Bildgenerierung. Dort lassen sich Bilder erstellen oder vorhandene Motive bearbeiten. Laut offizieller Beschreibung können Seitenverhältnisse und Stil angepasst werden. Technische Details zu Modellgröße, Hosting oder konkreten Nutzungsgrenzen nennt die Ankündigung jedoch nicht.

Offiziell bestätigte Merkmale des WordPress KI‑Assistenten
Merkmal Beschreibung Stand laut Ankündigung
Verfügbarkeit Opt‑in für Business‑ und Commerce‑Pläne Kein Aufpreis im Tarif genannt
Bildgenerierung Erstellen und Bearbeiten in der Mediathek Modelle der “Nano Banana”‑Familie

Zeitgewinn im Alltag: drei typische Szenarien

Für Blogger bedeutet der Assistent vor allem schnellere Überarbeitung. Ein 1.000‑Wörter‑Artikel lässt sich in wenigen Durchgängen straffen oder stilistisch angleichen. Statt Absatz für Absatz zu feilen, gibst du eine Anweisung und prüfst das Ergebnis. Der eigentliche Gewinn liegt in der Reduktion von Routinearbeit.

Kleine Shops oder Vereine profitieren bei Produkttexten, Veranstaltungsankündigungen und FAQ‑Bereichen. Standardtexte entstehen schneller, und Formatierungen werden konsistent angepasst. Das senkt den Zeitaufwand pro Seite spürbar, vor allem wenn Inhalte regelmäßig aktualisiert werden.

Agenturen können Entwürfe für Kundenprojekte direkt im System erzeugen und Layout‑Vorschläge im Block‑Editor testen. Der Assistent ersetzt keine Konzeption, aber er verkürzt die Phase zwischen Idee und präsentierbarem Entwurf. Der Effekt zeigt sich weniger in einzelnen Minuten, sondern in der Summe über viele kleine Schritte pro Woche.

Wichtig ist jedoch: Jede automatisch erzeugte Änderung braucht Kontrolle. Wer Ergebnisse ungeprüft veröffentlicht, riskiert sachliche Fehler oder unpassende Formulierungen. Der Zeitgewinn entsteht nur, wenn die Qualitätssicherung schlank organisiert ist.

Kosten, Credits und mögliche Zusatzaufwände

Laut offizieller Mitteilung ist der WordPress KI‑Assistent für Business‑ und Commerce‑Pläne ohne zusätzlichen Aufpreis nutzbar. Konkrete Angaben zu einem Credit‑System, monatlichen Limits oder Rate‑Beschränkungen wurden in der Ankündigung nicht veröffentlicht.

Parallel existieren im Plugin‑Marktplatz Modelle mit eigenen Credits oder mit “Bring Your Own API Key”. Das bedeutet, dass Website‑Betreiber bei manchen Erweiterungen einen eigenen Zugang zu Anbietern wie OpenAI oder Google hinterlegen und die dortigen API‑Kosten direkt tragen. Diese Modelle sind technisch getrennt vom integrierten Assistenten.

Was das für dich heißt: Auch wenn der Kern‑Assistent im Tarif enthalten ist, können indirekte Kosten entstehen. Dazu zählen höhere Speicherlast durch generierte Bilder, zusätzlicher Review‑Aufwand oder bei Dritt‑Plugins externe API‑Gebühren. Ohne veröffentlichte Limits bleibt offen, ob es interne Nutzungsgrenzen oder Drosselungen gibt.

Für Teams lohnt sich deshalb ein Testlauf mit realistischen Inhalten. Miss, wie oft Bildfunktionen genutzt werden und wie stark sich der Redaktionsprozess verändert. Erst dann lässt sich abschätzen, ob der Assistent eher Arbeitszeit spart oder neue Kontrollschleifen erzeugt.

Datenschutz: Welche Inhalte an KI übertragen werden

Der sensible Punkt ist die Datenübertragung. Wenn du Textblöcke oder Bilder bearbeiten lässt, werden diese Inhalte technisch verarbeitet. Die offizielle Ankündigung beschreibt Funktionen, macht jedoch keine detaillierten Angaben zu Speicherung, Protokollierung oder möglicher Weiterverwendung der Eingaben.

Bei Plugins mit eigenem API‑Schlüssel liegt die Verantwortung klar beim Seitenbetreiber. Dort gelten die Datenschutz‑ und Trainingsrichtlinien des jeweiligen KI‑Anbieters. Beim integrierten Assistenten ist öffentlich nicht ausgeführt, ob und wie lange Prompts oder Ergebnisse gespeichert werden.

Für Teams ist außerdem relevant, wer Zugriff auf die Funktion hat. Wenn mehrere Redakteure arbeiten, sollten Rollen und Freigabeprozesse klar definiert sein. Besonders bei sensiblen Inhalten wie Kundendaten, internen Strategien oder geschützten Markenassets empfiehlt es sich, die KI‑Funktion gezielt zu deaktivieren oder nur in bestimmten Bereichen zu erlauben.

Vor der Aktivierung kannst du diese Punkte prüfen: Enthalten Seiten personenbezogene Daten, gibt es einen internen Freigabeprozess für KI‑Texte, sind Bildrechte klar geregelt, werden Prompts dokumentiert, existieren Alternativen ohne Cloud‑Upload, sind Rollen sauber konfiguriert, gibt es eine Datenschutz‑Folgenabschätzung, wurden Teammitglieder geschult, ist ein Testbereich eingerichtet und sind Backup‑Routinen aktiv. Diese Liste klingt nüchtern, erspart aber spätere Diskussionen.

Fazit

Der WordPress KI‑Assistent kann Redaktionsprozesse spürbar beschleunigen. Texte werden schneller überarbeitet, Layouts direkter angepasst und Bilder ohne externe Tools erzeugt. Für Business‑ und Commerce‑Pläne ist die Funktion laut Ankündigung ohne Aufpreis verfügbar.

Gleichzeitig bleiben Fragen zu Limits, Protokollierung und möglicher Datenweitergabe offen. Wer regelmäßig mit sensiblen Inhalten arbeitet, sollte die Funktion nicht blind aktivieren, sondern bewusst steuern. Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo Zeitgewinn und klare Datenschutzregeln zusammenpassen.

Wie nutzt du KI im WordPress‑Alltag? Teile deine Erfahrungen und diskutiere mit, welche Regeln sich in der Praxis bewährt haben.

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