WhatsApp-KI: EU zwingt mehr Auswahl – was sich für dich ändert

Die WhatsApp KI steht in Europa vor einem Wendepunkt. Durch neue EU‑Vorgaben müssen große Plattformen wie WhatsApp künftig mehr Auswahl zulassen. Für dich heißt das: In WhatsApp könnten neben Metas eigener KI auch andere KI‑Chatbots auftauchen. Dieser Artikel erklärt verständlich, warum die EU das verlangt, was bereits beschlossen ist und welche Folgen das für Nutzung, Daten und mögliche Kosten in Deutschland und Europa hat.

Einleitung

Viele Menschen nutzen WhatsApp täglich für private Chats, Gruppen oder Arbeit. Mit der Einführung von KI‑Funktionen wurde der Messenger für manche hilfreicher, für andere unübersichtlicher. In Europa kommt nun eine neue Dimension hinzu: Die EU will verhindern, dass du bei KI‑Funktionen in WhatsApp nur eine einzige Wahl hast.

Konkret geht es darum, dass WhatsApp als besonders mächtiger Dienst mehr Konkurrenz zulassen soll. Die Idee dahinter ist einfach. Wer einen Messenger nutzt, soll selbst entscheiden können, welchen KI‑Chatbot er einsetzt und welche nicht. Das betrifft nicht nur Technikfans, sondern jeden, der Texte formulieren lässt, Informationen abfragt oder automatisierte Hilfe nutzt.

Dieser Artikel erklärt aus Nutzersicht, warum die EU Meta unter Druck setzt, was hinter Begriffen wie Interoperabilität steckt und was davon bereits Realität ist. Außerdem geht es um Datenschutz nach DSGVO, mögliche Kostenmodelle und darum, wie du die Kontrolle behältst, wenn mehrere KI‑Anbieter in einem Messenger auftauchen.

Warum die EU bei WhatsApp eingreift

Die Europäische Union stuft WhatsApp als sogenannten Gatekeeper ein. Damit sind Dienste gemeint, die für Millionen Menschen ein zentraler Zugang zu Kommunikation oder Informationen sind. Grundlage dafür ist der Digital Markets Act, kurz DMA, der 2023 in Kraft trat und seitdem schrittweise umgesetzt wird.

Der Kern des DMA ist fairer Zugang. Große Plattformen sollen ihre Marktmacht nicht nutzen können, um eigene Dienste zu bevorzugen. Bei WhatsApp betrifft das vor allem neue Funktionen wie KI‑Chatbots. Wenn nur eine KI direkt im Messenger verfügbar ist, entsteht ein faktischer Zwang zur Nutzung dieses Angebots.

Interoperabilität soll Nutzerinnen und Nutzern Wahlfreiheit geben, ohne dass sie ihren gewohnten Dienst verlassen müssen.

Meta hat 2025 angekündigt, in Europa sogenannte Drittanbieter‑Chats in WhatsApp zu ermöglichen. Diese Entscheidung steht im direkten Zusammenhang mit den EU‑Vorgaben. Ziel ist es, dass Nachrichten und künftig auch KI‑gestützte Dienste verschiedener Anbieter technisch zusammenarbeiten können, ohne dass du eine neue App installieren musst.

Zentrale Begriffe rund um EU-Regeln und WhatsApp
Begriff Bedeutung Relevanz für dich
Gatekeeper Sehr großer Digitaldienst mit besonderer Marktmacht EU kann strengere Regeln durchsetzen
Interoperabilität Technische Zusammenarbeit verschiedener Dienste Mehr Auswahl innerhalb von WhatsApp
DMA EU-Gesetz für faire digitale Märkte Schützt dich vor Zwangslösungen

Welche KI-Chatbots in WhatsApp möglich werden

Die EU schreibt nicht vor, welche KI‑Chatbots konkret in WhatsApp auftauchen müssen. Sie verlangt nur, dass Meta den Zugang nicht grundsätzlich blockiert. Theoretisch können dadurch unterschiedliche Anbieter ihre KI‑Dienste in WhatsApp integrieren.

Für dich würde sich das ähnlich anfühlen wie ein zusätzlicher Chat. Du könntest mit einem KI‑Bot schreiben, ohne WhatsApp zu verlassen. Technisch ist zunächst nur ein begrenzter Funktionsumfang vorgesehen. Laut den bisher bekannten Informationen geht es zuerst um Textnachrichten sowie einfache Medieninhalte.

Wichtig ist, was noch nicht entschieden ist. Gruppen‑Chats mit KI, Sprach‑ oder Videoanrufe und tief integrierte Assistenten sind aktuell nicht verpflichtend. Auch die Frage, ob KI‑Bots automatisch sichtbar sind oder nur nach aktivem Hinzufügen, ist Teil laufender Verfahren und Umsetzungen.

Für Deutschland und die EU gilt außerdem eine regionale Begrenzung. Die neuen Funktionen betreffen zunächst nur Nutzerinnen und Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum. Außerhalb Europas gelten andere Regeln.

Was das für deine Daten und Privatsphäre bedeutet

Datenschutz ist einer der sensibelsten Punkte bei der WhatsApp KI. Meta betont, dass die Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung auch bei interoperablen Chats erhalten bleiben soll. Das bedeutet, dass Inhalte nicht von WhatsApp selbst gelesen werden können.

Trotzdem gibt es Unterschiede. Bei Drittanbieter‑KI können zusätzliche Metadaten anfallen. Dazu zählen zum Beispiel technische Informationen über den Verbindungsaufbau oder die Region, aus der du dich verbindest. Diese Daten sind nicht der Inhalt deiner Nachrichten, aber sie fallen unter die DSGVO.

Wichtig für dich ist das Opt‑out. Nach den bisherigen Ankündigungen sollen interoperable Chats und damit auch KI‑Bots nicht heimlich aktiviert werden. Du musst sie bewusst nutzen oder kannst sie in den Einstellungen deaktivieren. Damit behältst du die Kontrolle darüber, welcher Anbieter mit dir kommuniziert.

Unklar bleibt, wie sich Werbung und Tracking entwickeln. Der DMA verbietet keine Bezahlmodelle. Es ist daher möglich, dass manche KI‑Chatbots kostenlos sind, andere ein Abo verlangen oder eingeschränkte Gratisversionen anbieten.

Zeitplan, offene Fragen und realistische Erwartungen

Ein fixer Termin für eine breite KI‑Auswahl in WhatsApp steht noch nicht fest. Die EU‑Kommission prüft laufend, ob Meta die DMA‑Vorgaben korrekt umsetzt. 2025 starteten erste technische Öffnungen, weitere Schritte werden schrittweise erwartet.

Realistisch ist ein langsamer Ausbau. Zuerst einfache Chats, später eventuell erweiterte Funktionen. Die EU hat klargestellt, dass sie keine reine Symbol‑Interoperabilität akzeptieren will. Gleichzeitig dürfen Sicherheits‑ und Datenschutzanforderungen nicht unterlaufen werden.

Für dich bedeutet das: In absehbarer Zeit könnte WhatsApp vielfältiger werden, aber nicht über Nacht. Manche Funktionen werden getestet, angepasst oder auch wieder zurückgezogen. Ein kompletter KI‑Marktplatz im Messenger ist aktuell noch Zukunftsmusik.

Fazit

Die EU sorgt dafür, dass die WhatsApp KI in Europa nicht zur Einbahnstraße wird. Mehr Auswahl bedeutet mehr Kontrolle für dich, aber auch mehr Verantwortung beim Umgang mit Daten und Einstellungen. Noch ist nicht alles entschieden, doch die Richtung ist klar. Messenger sollen offen sein, ohne ihre Sicherheit zu verlieren.

Wenn du KI‑Funktionen nutzt, lohnt es sich künftig genauer hinzusehen, welcher Anbieter dahintersteht und welche Daten geteilt werden. Die neuen Regeln geben dir dafür erstmals echte Optionen innerhalb eines der wichtigsten Messenger Europas.

Wie stehst du zu mehreren KI-Chatbots in WhatsApp? Teile deine Einschätzung und diskutiere mit.

In diesem Artikel

Newsletter

Die wichtigsten Tech- & Wirtschaftsthemen – 1× pro Woche.

Avatar von Artisan Baumeister

→ Weitere Artikel des Autors

Newsletter

Einmal pro Woche die wichtigsten Tech- und Wirtschafts-Takeaways.

Kurz, kuratiert, ohne Bullshit. Perfekt für den Wochenstart.

[newsletter_form]