Auf einen Blick
WhatsApp erweitert Gruppen um eine Funktion, die beim Hinzufügen neuer Mitglieder den Versand eines begrenzten Nachrichtenverlaufs erlaubt. Damit kann der WhatsApp Gruppen Chatverlauf für Neumitglieder sichtbar werden, wenn die Gruppe ihn freigibt. Für Gruppen mit personenbezogenen Inhalten steigt der Prüfbedarf nach DSGVO.
Das Wichtigste
- WhatsApp hat eine Option für Gruppen angekündigt, mit der beim Hinzufügen eines neuen Mitglieds jüngere Nachrichten aus dem Chatverlauf übermittelt werden können.
- Laut WhatsApp bleibt der Versand des Verlaufs Ende-zu-Ende-verschlüsselt, die Gruppe wird über das Teilen des Verlaufs informiert und Admins können die Funktion für die Gruppe abschalten.
- Betroffen sind WhatsApp-Gruppen in Deutschland und der EU, in denen personenbezogene Daten in Nachrichten oder Medieninhalten vorkommen.
Feature ändert Sicht auf frühere Nachrichten
WhatsApp hat für Gruppen eine neue Verlauf-Funktion vorgestellt. Sie verändert, was Neumitglieder beim Beitritt sehen können. Bislang beschränkte sich die Sicht in der Regel auf neue Nachrichten nach dem Beitritt, künftig kann ein Teil des bisherigen Verlaufs ausdrücklich weitergegeben werden. Damit verschieben sich Zuständigkeiten in Gruppen, in denen Inhalte auch personenbezogene Daten enthalten.
So funktioniert der geteilte Verlauf
Nach Angaben des Unternehmens erscheint beim Hinzufügen eines neuen Gruppenmitglieds eine Auswahl, ob und in welchem Umfang jüngere Nachrichten als Verlauf mitgesendet werden. WhatsApp spricht von einer begrenzten Anzahl an Nachrichten, die übertragen werden kann. Der Versand des Verlaufs soll wie reguläre Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleiben. Außerdem sieht WhatsApp Hinweise in der Gruppe vor, wenn Verlauf geteilt wurde, und Admins sollen die Funktion in den Gruppeneinstellungen deaktivieren können.
Datenschutzfolgen für Gruppen in Deutschland und der EU
Mit dem Teilen eines Verlaufs erweitert sich der Empfängerkreis für bereits versendete Inhalte. In Gruppen, in denen Namen, Kontaktdaten, Fotos oder andere identifizierende Informationen ausgetauscht werden, kann das die datenschutzrechtliche Bewertung beeinflussen, weil frühere Nachrichten nachträglich an eine zusätzliche Person übermittelt werden. Für die DSGVO ist dabei entscheidend, zu welchem Zweck eine Gruppe betrieben wird und wer über die Weitergabe entscheidet. Wie WhatsApp die Option standardmäßig vorbelegt, ist noch unklar.
Rollout und Einstellungen
WhatsApp verweist auf eine schrittweise Bereitstellung der Funktion und auf Voraussetzungen in der App-Version. Die Steuerung soll über die Gruppeneinstellungen möglich sein, insbesondere über eine Admin-Option zum Deaktivieren. Parallel bleiben bestehende Funktionen wie der Export von Chats und die Sicherung in Backups als separate Wege erhalten, über die Inhalte außerhalb der Gruppe weitergegeben werden können.
Einordnung
Mit der Verlauf-Funktion reagiert WhatsApp auf den Bedarf nach Kontext in Gruppen, verändert aber die Reichweite früherer Nachrichten. Technisch stellt WhatsApp die Maßnahme als Ende-zu-Ende-verschlüsselt dar und koppelt sie an sichtbare Hinweise sowie Admin-Kontrollen. Für Gruppen mit sensiblen oder personenbezogenen Inhalten kann die neue Option das Risiko unbeabsichtigter Weitergaben erhöhen.





