WhatsApp blockiert Chat-Export mit neuer Datenschutzfunktion

Stand: 20. February 2026, 13:46 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

WhatsApp führt nach Berichten eine Funktion ein, die den Export von Chats in ausgewählten Unterhaltungen verhindert. Damit lässt sich der WhatsApp Gruppenchat-Verlauf nicht mehr als Datei weitergeben, wenn die Option aktiviert ist. Für Datenschutz und Compliance sinkt das Risiko unkontrollierter Weiterleitungen, die Pflichten nach der DSGVO bleiben jedoch bestehen.

Das Wichtigste

  • WhatsApp soll eine Option mit dem Namen “Advanced Chat Privacy” ausrollen, die das Exportieren von Chats für einzelne Unterhaltungen sperrt.
  • Laut Bericht deaktiviert die Einstellung zudem den automatischen Medien-Download und schließt betroffene Nachrichten von bestimmten KI-Funktionen aus.
  • Betroffen sind Gruppen- und Einzelchats, in denen die Option aktiviert wird. Für Unternehmen und Behörden kann das interne Dokumentations- und Nachweisprozesse verändern.

WhatsApp schränkt Export von Gruppenverläufen ein

WhatsApp soll das Exportieren von Unterhaltungen in bestimmten Chats künftig unterbinden. Das geht aus einem Bericht von Mashable hervor, der sich auf Angaben des Unternehmens bezieht. Für den WhatsApp Gruppenchat-Verlauf bedeutet das: Aktivierte Schutzchats lassen sich nicht mehr als Chat-Datei samt Anhängen weitergeben.

Die Änderung zielt auf Situationen, in denen Chat-Exporte außerhalb des ursprünglichen Teilnehmerkreises landen. Solche Dateien können personenbezogene Daten wie Namen, Telefonnummern, Zeitstempel und Medien enthalten und damit einen datenschutzrelevanten Vorgang auslösen.

Neue Option “Advanced Chat Privacy”

Nach dem Mashable-Bericht führt WhatsApp eine neue Datenschutzeinstellung ein, die pro Chat aktiviert werden kann. Ist sie eingeschaltet, wird die Export-Funktion in der App blockiert. Zusätzlich soll WhatsApp in diesen Chats den automatischen Download von Medien deaktivieren und die Inhalte von bestimmten KI-Funktionen ausnehmen.

WhatsApp hat in den genannten Informationen keine detaillierte technische Beschreibung veröffentlicht, wie die Sperre in den Apps und Systemen durchgesetzt wird. Bislang offen ist auch, wie sich die Einstellung in Gruppen mit gemischten Geräteplattformen und unterschiedlichen App-Versionen verhält.

Folgen für Datenschutz und Nachweisführung

Die Export-Sperre kann das Risiko reduzieren, dass komplette Chat-Verläufe aus Gruppen über E-Mail, Messenger oder Cloud-Speicher weiterverteilt werden. Für Verantwortliche nach der DSGVO bleibt ein exportierter Verlauf weiterhin ein Datensatz mit personenbezogenen Informationen. Je nach Inhalt können daraus Melde- und Benachrichtigungspflichten bei Datenschutzverletzungen folgen, wenn ein Verlust oder eine unbefugte Offenlegung ein Risiko für Betroffene begründet.

Für Organisationen, die WhatsApp in Arbeitsabläufen nutzen, kann die Änderung außerdem die interne Dokumentation beeinflussen. Wenn Exporte als Nachweis in Vorgangsakten oder zur Aufklärung von Vorfällen genutzt wurden, ist diese Möglichkeit in geschützten Chats nicht mehr über die Standardfunktion verfügbar.

Rollout und mögliche Anpassungen in Unternehmen

WhatsApp nennt in den berichteten Informationen keinen verbindlichen Zeitplan für die vollständige Verfügbarkeit in allen Regionen und App-Versionen. In der Praxis dürfte entscheidend sein, ob und wie schnell Administratoren, Datenschutzbeauftragte und IT-Verantwortliche die neue Einstellung in bestehenden Richtlinien und Arbeitsanweisungen berücksichtigen.

Parallel bleibt relevant, dass WhatsApp regelmäßig Funktionen für Gruppen, Events und Kommunikationsverwaltung erweitert. Solche Änderungen können die Art verändern, wie Chat-Inhalte gespeichert, geteilt oder für weitere Dienste verwendet werden.

Export sperren, Datenverarbeitung bleibt ein Thema

Mit der angekündigten Option reduziert WhatsApp die Möglichkeit, Chat-Verläufe direkt aus der App heraus zu exportieren und weiterzugeben. Das kann Datenschutzrisiken im Umgang mit Gruppenverläufen senken, ersetzt aber keine organisatorischen Schutzmaßnahmen. Für die DSGVO-Bewertung bleibt maßgeblich, welche Daten verarbeitet werden und in welchem Kontext dies geschieht.

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