Auf einen Blick
Nach dem Einbruch 2024 ziehen die Verkäufe von Wärmepumpen in Deutschland wieder an. Branchenzahlen und neue Berichte deuten auf einen deutlichen Rebound 2025 hin. Entscheidend bleibt, ob dieser Schwung auch den Heizungsmarkt in Mietwohnungen erreicht – und wie fair Kosten und Einsparungen verteilt werden.
Das Wichtigste
- Laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) wurden 2024 insgesamt 193.000 Heizungs-Wärmepumpen abgesetzt (minus 46 % gegenüber 2023).
- Der BWP berichtet für 2025 über einen Anstieg des Absatzes um 55 % (Medienbericht mit Bezug auf BWP).
- In der BWP-Branchenstudie 2025 dominiert bei den 2024 verkauften Heizungs-Wärmepumpen die Luft-Wärmepumpe (rund 92 %).
- Modellrechnungen für den Gebäudebestand zeigen: Die Kostenwirkungen unterscheiden sich stark nach Gebäudetyp; größere Mehrfamilienhäuser profitieren oft von Skaleneffekten.
Einleitung
Der Heizungsmarkt in Deutschland sortiert sich neu: Nach schwachen Absatzzahlen 2024 melden Branchenvertreter wieder deutlich mehr verkaufte Wärmepumpen für 2025. Das ist heute relevant, weil Wärmepumpen politisch und wirtschaftlich als Schlüsseltechnik gelten – gleichzeitig wohnen viele Menschen zur Miete und fragen sich, ob sie am Wechsel überhaupt teilnehmen und finanziell profitieren können.
Was neu ist
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) beziffert den Absatz von Heizungs-Wärmepumpen in Deutschland für 2024 auf 193.000 Geräte – ein Rückgang um 46 % gegenüber 2023. In der Branchenstudie des Verbands wird außerdem sichtbar, wie stark die Techniklandschaft bereits festgelegt ist: Rund 92 % der 2024 verkauften Heizungs-Wärmepumpen waren demnach Luft-Wärmepumpen. Nun folgt eine Trendwende: Für 2025 berichtet SolarServer unter Verweis auf den BWP von einem Absatzplus um 55 %. Damit verschiebt sich die Debatte: Nicht mehr nur „Warum bricht der Markt ein?“, sondern „Wer kann vom Aufschwung tatsächlich profitieren?“
Was das bedeutet
Für Eigentümer ist der steigende Absatz ein Signal: Wärmepumpen sind verfügbar, und der Markt scheint wieder planbarer. Für Mieter ist die Lage komplizierter. In vielen Mietshäusern entscheidet der Vermieter über Investitionen, während die Heizkosten in der Regel beim Haushalt ankommen – ein klassischer Interessenkonflikt zwischen Investition und Nutzen. Studien zur Kostenverteilung im Gebäudebestand zeigen zudem, dass die Belastung je nach Gebäudetyp stark schwankt; größere Mehrfamilienhäuser können bei zentralen Lösungen eher von Skaleneffekten profitieren. Gleichzeitig machen Paneldaten aus Befragungen sichtbar, wie breit die Modernisierungskosten in der Praxis gestreut sind – bis hin zu sehr hohen Kostenklassen. Ohne klare Regeln zur Verteilung kann ein Wärmepumpen-Boom daher an Mietwohnungen vorbeiziehen.
Wie es weitergeht
Ob der Aufschwung anhält, hängt auch davon ab, wie stabil Förder- und Rahmenbedingungen bleiben. In der BWP-Branchenstudie 2025 skizziert der Verband Szenarien: Ein „BAU“-Pfad liegt für 2025 bei 260.000, ein ambitionierter „KLIMA“-Pfad bei rund 310.000 – und für 2026 bei rund 450.000. Der von SolarServer gemeldete Wert für 2025 liegt zwischen diesen Bandbreiten und spricht für eine Erholung, aber noch nicht für einen Selbstläufer. Für Mietwohnungen dürfte entscheidend sein, ob sich praxistaugliche Modelle etablieren, die Investitionskosten, Mieterschutz und sinkende Betriebskosten nachvollziehbar zusammenbringen. Wo diese Balance nicht gelingt, bleiben Wärmepumpen eher ein Thema für Eigentümerhaushalte als für den Massenmarkt in Städten.
Fazit
Die Wärmepumpen-Verkäufe steigen wieder, nachdem 2024 deutlich schwächer ausfiel. Ob dieser Boom bei Mietern ankommt, entscheidet sich weniger an der Technik als an Gebäudestrukturen und an der fairen Verteilung von Kosten und Nutzen.
Teile gern deine Erfahrung: Würdest du als Mieter eine Wärmepumpe begrüßen – oder hast du Sorgen wegen Kosten, Lärm oder Baustellen?





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