Auf einen Blick
Strompreise für neue Lieferverträge in Deutschland geben nach. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox, zitiert von Clean Energy Wire, wirken niedrigere Großhandelspreise und eine staatlich gestützte Senkung der Übertragungsnetzentgelte preisdämpfend. Für Bestandskunden greifen Änderungen in der Regel erst bei Vertragswechsel oder Verlängerung.
Das Wichtigste
- Verivox berichtet für Neuabschlüsse von sinkenden Strompreisen und verweist auf günstigere Beschaffung am Großhandelsmarkt.
- Verivox beziffert den durchschnittlichen Strompreis 2025 auf 32,92 Cent je Kilowattstunde nach 35,86 Cent im Vorjahr (minus 8,2 Prozent).
- Zum Jahreswechsel 2025/2026 sanken die durchschnittlichen Übertragungsnetzentgelte laut Verivox um rund 16 Prozent durch einen Bundeszuschuss, der bei neuen Tarifen schneller durchschlägt.
Stromtarife bewegen sich zum Jahresbeginn nach unten
In Deutschland senken mehrere Anbieter ihre Preise für Stromlieferverträge, die aktuell neu abgeschlossen werden. Das Vergleichsportal Verivox führt die Entwicklung auf eine Entspannung an den Großhandelsmärkten und auf niedrigere Netzentgelte zurück. Für die Energieversorger steigt damit der Druck, Kostenvorteile zügig in neue Angebote einzupreisen.
Was Verivox und RWE für 2026 anführen
Clean Energy Wire berichtet unter Berufung auf Verivox, dass der durchschnittliche Strompreis in Deutschland 2025 von 35,86 auf 32,92 Cent je Kilowattstunde gesunken sei. Für 2026 erwartet der Energiekonzern RWE laut dem Bericht einen anhaltenden Abwärtstrend bei Strom- und Gaspreisen. Als Faktoren gelten niedrigere Großhandelspreise sowie gesunkene Übertragungsnetzentgelte, die durch einen Bundeszuschuss zum Jahreswechsel im Schnitt um rund 16 Prozent reduziert worden seien.
Wichtig: Wie viele einzelne Tarife Anbieter seit Jahresbeginn tatsächlich gesenkt haben, ist derzeit nicht bekannt.
Bedeutung für Haushalte und Betriebe
Sinkende Strompreise zeigen sich vor allem bei neuen Verträgen und bei einem Anbieterwechsel. Bestehende Verträge bleiben meist bis zum Ablauf der Preisgarantie oder der Laufzeit unverändert. Niedrigere Netzentgelte verringern einen Kostenblock, der in allen Tarifen enthalten ist, die tatsächliche Weitergabe hängt jedoch von der jeweiligen Kalkulation der Versorger ab.
Bedeutung für Deutschland und Europa: Deutschland bleibt nach dem aktualisierten “Bidding Zone Action Plan” des Bundeswirtschaftsministeriums in einer gemeinsamen Stromgebotszone mit Luxemburg. Das Papier bekräftigt zudem die Umsetzung europäischer Vorgaben zur Mindestverfügbarkeit grenzüberschreitender Übertragungskapazitäten. Kurzfristige Auswirkungen auf Endkundentarife lassen sich daraus nicht unmittelbar ableiten.
Wie es weitergeht
Für die nächsten Wochen wird maßgeblich sein, ob weitere Versorger ihre Neukundentarife anpassen und wie sich die Großhandelspreise entwickeln. Politisch bleibt im Blick, wie der Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten im Jahresverlauf wirkt und welche Netz- und Marktvorgaben aus EU-Regeln und nationalen Umsetzungsplänen praktisch greifen. Konkrete weitere Beschlüsse mit unmittelbarer Wirkung auf Endkundentarife wurden in den genannten Dokumenten nicht angekündigt.
Einordnung
Die jüngsten Senkungen bei Neukundentarifen passen zu dem von Verivox beschriebenen Rückgang der durchschnittlichen Stromkosten im Jahr 2025 und zu niedrigeren Netzentgelten zum Jahreswechsel. Ob daraus ein breiter und dauerhafter Rückgang der Strompreise im Massenmarkt entsteht, hängt von der weiteren Entwicklung an den Großhandelsmärkten und von der Preisstrategie der Anbieter ab.




