Ungarn legt 100-Mrd.-Forint-Förderung für Batteriespeicher auf

Stand: 12. February 2026, 12:45 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

Ungarn hat eine Batteriespeicher-Förderung für private Anlagen im Umfang von 100 Milliarden Forint angekündigt. Parallel läuft ein von der EU-Kommission genehmigtes Beihilfeprogramm für große Stromspeicher. Beides kann die Nachfrage nach Batteriesystemen erhöhen; unmittelbare Effekte auf EU-Preise sind jedoch nicht belegt.

Das Wichtigste

  • Ungarn stellt 100 Milliarden Forint für Zuschüsse zu Heimspeichern bereit.
  • Die EU-Kommission genehmigte zudem eine staatliche Beihilfe von rund 1,1 Milliarden Euro für mindestens 800 MW/1.600 MWh Netzspeicher in Ungarn.
  • Die Programme betreffen private Haushalte sowie Projektierer von Großspeichern; die Umsetzung erfolgt über nationale Antrags- und Ausschreibungsverfahren.

Ungarn weitet Förderung für Stromspeicher aus

Ungarn baut die staatliche Unterstützung für Batteriespeicher aus. Neben einem Zuschussprogramm für private Speicheranlagen soll ein großvolumiges Beihilfepaket den Ausbau netzdienlicher Speicher beschleunigen. Damit rückt die Beschaffung von Batteriesystemen und Systemdienstleistungen stärker in den Fokus des regionalen Strommarkts.

Was beschlossen ist

Nach Angaben von pv magazine hat Ungarn ein Förderprogramm in Höhe von 100 Milliarden Forint für private Batteriespeicher aufgelegt. Vorgesehen ist demnach ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 2,5 Millionen Forint pro Haushalt für Heimspeicher in der Größenordnung von rund 10 Kilowatt. Das Programm ergänzt eine bereits von der EU-Kommission genehmigte staatliche Beihilfe in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro für Stromspeicherprojekte mit mindestens 800 Megawatt Leistung und 1.600 Megawattstunden Kapazität. Dieses Instrument kombiniert nach einer Übersicht von Energy Storage Europe (EASE) Investitionszuschüsse mit einem zweiseitigen Differenzvertrag (CfD) über zehn Jahre.

Wichtig: Der genaue Starttermin der Antragstellung für das Heimspeicherprogramm ist derzeit nicht bekannt; angekündigt wurde ein Beginn Anfang Februar 2026.

Bedeutung für Deutschland und Europa

Kurzfristig ändern die ungarischen Programme keine Regeln für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland. Mittelbar kann zusätzliche Nachfrage nach Batteriespeichern und Komponenten den europäischen Beschaffungsmarkt beeinflussen, da Hersteller und Zulieferketten in der EU stark verflochten sind. Konkrete Preiswirkungen auf Batteriesysteme oder Stromtarife in Deutschland und anderen EU-Staaten lassen sich aus den veröffentlichten Programmdaten derzeit nicht ableiten.

Wie es weitergeht

Für das Heimspeicherprogramm werden die Detailbedingungen über nationale Ausschreibungs- und Antragsunterlagen festgelegt. Bei den Großspeichern sieht das von EASE beschriebene Modell wettbewerbliche Auswahlkriterien vor; die operative Förderung erfolgt über einen zweiseitigen CfD mit monatlicher Abrechnung. Zusätzlich sind technische und regulatorische Anforderungen wie die Bereitstellung von Regelenergie (aFRR) relevant, die vor Inbetriebnahme nachzuweisen ist.

Einordnung

Mit der Batteriespeicher-Förderung für Haushalte und einem EU-beihilferechtlich abgesicherten Großspeicherpaket verfolgt Ungarn einen parallelen Ausbau auf Verteil- und Übertragungsnetzebene. Umfang und Ausgestaltung sind klar umrissen, während Timing und konkrete Umsetzungsschritte der Heimspeicherförderung von den nationalen Ausschreibungsdetails abhängen.

Diskussionspunkt in der Branche: Werden bei Batteriespeichern in der EU in den kommenden Monaten längere Lieferzeiten oder veränderte Angebotspreise gemeldet?

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