Die britische UK CfD Auktion hat erneut große Windkraftvolumina abgesichert. Besonders die gemeldeten 6,2 GW Windleistung lenken den Blick nach Deutschland. Dieser Artikel erklärt die CfD-Logik verständlich, ordnet das britische Preisniveau ein und zeigt, welche kurzfristigen Effekte der Wettbewerb um Turbinen, Fachkräfte und Netzanschlüsse für deutsche Strompreise und die Versorgungssicherheit haben kann.
Einleitung
Viele Haushalte und Unternehmen in Deutschland fragen sich, warum Strompreise trotz wachsender erneuerbarer Energien schwanken. Ein Teil der Antwort liegt im europäischen Markt. Wenn ein großes Nachbarland wie das Vereinigte Königreich neue Windkraft im Gigawattmaßstab absichert, bleibt das nicht ohne Folgen.
Die jüngste britische Auktion für sogenannte Contracts for Difference, kurz CfD, wird in Fachkreisen intensiv diskutiert. Berichtet wird über insgesamt 6,2 GW neu abgesicherte Windleistung. Auch wenn die Anlagen nicht in Deutschland stehen, beeinflussen sie Investitionsentscheidungen, Lieferketten und den Wettbewerb um knappe Ressourcen.
Für Deutschland ist dabei weniger die britische Innenpolitik relevant als die Frage, was das britische Preisniveau und das Tempo des Ausbaus auslösen. Kurzfristig geht es um Turbinen, Komponenten und Fachkräfte. Mittelbar geht es um Strompreise und Versorgungssicherheit, besonders in windarmen Winterphasen.
Wie die UK-CfD-Auktion funktioniert
Ein Contract for Difference ist ein staatlicher Absicherungsvertrag für Stromerzeuger. Er garantiert einen festen Referenzpreis für jede erzeugte Megawattstunde. Liegt der Marktpreis darunter, gleicht der Staat die Differenz aus. Liegt er darüber, zahlen die Betreiber zurück.
Diese Mechanik reduziert das Preisrisiko erheblich. Banken und Investoren können Projekte dadurch günstiger finanzieren. Genau deshalb beschleunigt das CfD-System den Ausbau erneuerbarer Energien.
Das britische CfD-System gilt international als Referenz, weil es Kosten senkt und gleichzeitig Wettbewerb erzwingt.
Die Preise werden in Auktionen ermittelt. Alle erfolgreichen Gebote erhalten denselben Zuschlagswert, der in Großbritannien in Preisen des Jahres 2012 angegeben und später inflationsbereinigt wird.
| Merkmal | Beschreibung | Wert |
|---|---|---|
| Vertragsart | Zweiseitiger Preisabsicherungsvertrag | CfD |
| Preisangabe | Referenzpreis in Basisjahr | 2012 |
| Wirkung | Reduziert Investitionsrisiken | Hoch |
Preisniveau und Volumen im internationalen Vergleich
Die offiziell veröffentlichten Ergebnisse der britischen Allocation Round 6 zeigen, dass mehrere Gigawatt Windkraft zu vergleichsweise niedrigen Zuschlagspreisen vergeben wurden. Für große Offshore-Projekte lagen die Zuschläge bei rund 59 £ pro Megawattstunde in Preisen von 2012.
Diese Zahlen sind wichtig, weil sie den Kostendruck im europäischen Markt verdeutlichen. Projektierer und Hersteller orientieren sich an solchen Benchmarks. Auch wenn sich die häufig zitierte Zahl von 6,2 GW auf unterschiedliche Technologien und Runden bezieht, signalisiert sie ein hohes Ausbautempo.
Für Deutschland bedeutet das, dass Investoren sehr genau vergleichen, wo ihre Projekte schneller und kalkulierbarer umgesetzt werden können. CfD-Preise setzen dabei einen Referenzrahmen, selbst wenn die Förderinstrumente unterschiedlich sind.
Wettbewerb um Kapazitäten und Folgen für Deutschland
Große britische Ausschreibungen binden kurzfristig Produktionskapazitäten. Hersteller von Windturbinen, Fundamenten und Kabeln planen ihre Aufträge über Jahre. Wenn mehrere Gigawatt in einem Markt gesichert sind, fehlen diese Kapazitäten anderswo.
Auch Fachkräfte sind betroffen. Ingenieure, Monteure und Netzplaner werden europaweit gesucht. Ein beschleunigter Ausbau in Großbritannien kann dazu führen, dass Projekte in Deutschland langsamer vorankommen oder teurer werden.
Hinzu kommt der Netzanschluss. Netzbetreiber priorisieren Projekte mit klaren Zeitplänen und gesicherter Finanzierung. Das CfD-System verschafft britischen Vorhaben hier einen strukturellen Vorteil.
Was das für Strompreise und Versorgungssicherheit bedeutet
Kurzfristig wirken sich britische Windparks kaum direkt auf deutsche Strompreise aus. Die Länder sind nur indirekt über Interkonnektoren verbunden. Der Effekt entsteht über den Markt.
Wenn der Ausbau in Deutschland langsamer verläuft, bleibt das Angebot in kritischen Stunden knapper. In windarmen Winterphasen, oft als Dunkelflaute bezeichnet, kann das Preisspitzen verstärken. Umgekehrt stabilisiert ein zügiger Ausbau in mehreren Ländern die europäische Versorgung.
Mittelbar zeigt die UK CfD Auktion, dass planbare Rahmenbedingungen entscheidend sind. Je besser Investitionen abgesichert sind, desto schneller sinkt der Preisdruck für Verbraucher. Für Deutschland ist das weniger eine Frage einzelner Auktionen als der Gesamtkonzeption.
Fazit
Die britische UK CfD Auktion mit ihren großen Windkraftvolumina ist ein Signal an ganz Europa. Sie zeigt, wie stark verlässliche Preisabsicherung den Ausbau beschleunigt. Für Deutschland bedeutet das kurzfristig mehr Wettbewerb um knappe Ressourcen und damit potenziell höhere Projektkosten.
Langfristig liegt der Hebel jedoch in der eigenen Ausgestaltung des Marktes. Je besser Ausbaupfade, Netze und Finanzierung zusammenspielen, desto stabiler werden Strompreise und Versorgungssicherheit, auch in schwierigen Winterphasen.





