Auf einen Blick
Der Energieversorger Synergy hat den Batteriespeicher Collie mit 500 Megawatt Leistung und 2,4 Gigawattstunden Kapazität in Betrieb genommen. Der Maßstab zeigt, wie Großspeicher Lastspitzen glätten und kurzfristige Preisausschläge im Stromhandel dämpfen können. Direkte Effekte auf EU-Strompreise ergeben sich daraus zunächst nicht.
Das Wichtigste
- Synergy meldet den Start des Großspeichers „Collie“ in Westaustralien mit 500 MW / 2,4 GWh.
- Damit gehört der Batteriespeicher zu den bislang größten in Betrieb befindlichen Anlagen dieser Art.
- Für Europa bleibt entscheidend, ob Marktregeln und Netzanbindung den breiten Einsatz großer Speicher wirtschaftlich ermöglichen.
Inbetriebnahme setzt neuen Referenzpunkt für Großspeicher
Synergy hat nach Angaben von PV Magazine Australia den Batteriespeicher „Collie“ in Betrieb genommen. Die Anlage erreicht 500 Megawatt Leistung und 2,4 Gigawattstunden Kapazität. Solche Größenordnungen gelten als relevant für die Systemstabilität in Stromsystemen mit hohem Anteil fluktuierender Erzeugung.
Was bekannt ist: Leistung, Kapazität und technische Auslegung
Nach dem Bericht handelt es sich um eine Batterieanlage, die kurzfristig Strom aufnehmen und wieder abgeben kann und damit unter anderem auf Preissignale im Strommarkt sowie auf Netzbedarfe reagieren soll. PV Magazine Australia nennt als Eckdaten 500 Megawatt Leistung und 2,4 Gigawattstunden Speicherkapazität. Der Bericht beschreibt zudem eine containerbasierte Bauweise mit umfangreicher Leistungselektronik sowie Anbindung an die Mittelspannungsebene.
Wichtig: Angaben zur kommerziellen Vermarktungsstrategie der Anlage im Strom- und Systemdienstleistungsmarkt bleiben bislang offen.
Bedeutung für Deutschland und Europa
Der Betriebsstart in Australien verändert EU-Strompreise nicht unmittelbar. Er liefert jedoch einen Praxisbeleg dafür, dass Batteriespeicher im Gigawattstunden-Maßstab technisch realisierbar und netzrelevant sind. In der EU hängen mögliche Preiseffekte vor allem davon ab, ob Speicher über nationale Regeln Zugang zu mehreren Erlösquellen erhalten, etwa Energiehandel, Regelenergie und gegebenenfalls Kapazitätsmechanismen. Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU (JRC) beschreibt Energiespeicher als zentrale Flexibilitätsoption für die Integration erneuerbarer Energien.
Parallel dazu treiben Unternehmen den Ausbau in Europa voran. PV Magazine International berichtete 2025 über eine Kooperation von Sunotec und Sungrow mit dem Ziel, 2,4 Gigawattstunden Batteriespeicher in Europa zu realisieren. Solche Portfolioankündigungen gelten als Hinweis auf eine anziehende Projektpipeline, ersetzen aber keine Angaben zu konkreten Netzanschlusspunkten und Genehmigungsständen.
Wie es weitergeht
Für den europäischen Markt richten sich die nächsten Schritte auf die Umsetzung bestehender Strommarktregeln in den Mitgliedstaaten sowie auf Netzanschluss- und Genehmigungsverfahren für Speicherprojekte. Auf Projektebene bleibt maßgeblich, wie schnell Netzbetreiber Anschlusskapazitäten bereitstellen und wie Betreiber Speicher in Energie-, Ausgleichs- und Systemdienstleistungsmärkte integrieren. Weitere Details zu den europäischen 2,4-GWh-Plänen liegen bislang nur auf Portfolioebene vor.
Einordnung: Maßstab wächst, Wirkung hängt am Marktdesign
Mit der Inbetriebnahme des 2,4-GWh-Batteriespeichers in Collie rückt die Größenordnung von Großspeichern in den Bereich systemischer Relevanz. Für Deutschland und Europa bleibt entscheidend, ob Netzanbindung und Marktregeln den wirtschaftlichen Einsatz solcher Anlagen unterstützen. Belastbare Aussagen zu konkreten EU-Preiseffekten ergeben sich erst aus nationalen Umsetzungen und Projektdaten.





