Amazon kauft künftig Strom aus einem Offshore-Windpark in der deutschen Nordsee: Laut RWE wurde ein PPA über 110 MW aus dem Projekt Nordseecluster B geschlossen. Für den Strompreis ist das vor allem ein Planbarkeitsthema: Ein PPA kann Unternehmen über Jahre gegen starke Markt-Schwankungen absichern.
Das Wichtigste
RWE teilt mit, dass Amazon ein PPA über 110 MW aus Nordseecluster B vereinbart hat.
Nordseecluster B ist mit 900 MW geplant und liegt in der deutschen Nordsee.
Der kommerzielle Start von Nordseecluster B ist laut RWE für Anfang 2029 vorgesehen.
Preis- und Laufzeitdetails des Vertrags wurden in der Mitteilung nicht veröffentlicht.
Einleitung
Wenn Strom an der Börse teurer wird, trifft das besonders energiehungrige Unternehmen. Genau hier setzt ein PPA an: ein langfristiger Stromliefervertrag, der Mengen und oft auch einen planbaren Preisrahmen festlegt. RWE meldet, dass Amazon sich für 110 MW Offshore-Windstrom aus dem Nordseecluster B entschieden hat. Für Verbraucher ist das spannend, weil solche Deals den Ausbau mitfinanzieren können – aber nicht automatisch die Haushaltsrechnung senken.
Was neu ist
RWE hat am 3. Februar 2026 angekündigt, mit Amazon einen Power Purchase Agreement (PPA) über 110 MW Strom aus dem Offshore-Windprojekt Nordseecluster B abgeschlossen zu haben. Nordseecluster B ist laut RWE mit 900 MW geplant und soll Anfang 2029 in den kommerziellen Betrieb gehen. Das Projekt liegt in der deutschen Nordsee und ist Teil des Nordseecluster-Ausbaus. Zu Vertragslaufzeit, Preisformel oder einer möglichen Kopplung an Börsenpreise macht die Mitteilung keine Angaben. Genau diese Vertraulichkeit ist bei Corporate-PPAs üblich.
Was das bedeutet
Ein PPA ist für Unternehmen vereinfacht wie ein langfristiger Handyvertrag – nur für Strom: Man sichert sich eine bestimmte Menge und damit besser kalkulierbare Kosten. Einordnung: Je nach Ausgestaltung kann ein PPA einen festen Preis, einen indexierten Preis oder Mischformen enthalten; öffentlich ist hier vor allem die Leistung (110 MW), nicht die Preislogik. Für den Strompreis in Deutschland ist der Effekt indirekt: Solche Abnahmeverträge können den Bau neuer Windparks erleichtern, weil sie Einnahmen planbarer machen. Für Haushalte gilt gleichzeitig: Selbst wenn der reine Energieteil sinkt, hängen Rechnungen weiterhin stark von Netzentgelten, Abgaben und Steuern ab.
Wie es weitergeht
Bis Nordseecluster B Strom liefert, sind noch mehrere Schritte nötig: Bau, Netzanschluss und Inbetriebnahme. RWE nennt als Ziel den Start des kommerziellen Betriebs Anfang 2029. Zum Gesamtfortschritt des Nordseecluster-Projekts veröffentlichte RWE bereits zuvor Bau- und Logistik-Updates, etwa zu Fundamenten für die erste Ausbaustufe. Ob und wie stark der Deal mittelständische Betriebe oder regionale Strompreise beeinflusst, lässt sich ohne offengelegte Vertragsdetails nicht seriös beziffern. Klar ist aber: Je mehr große Abnehmer ihren Bedarf über PPAs decken, desto wichtiger werden Netz- und Systemkosten als Preistreiber im Alltag.
FazitDer PPA zwischen RWE und Amazon zeigt, wie Konzerne ihren Strompreis über Jahre planbarer machen wollen. Gleichzeitig kann so zusätzlicher Offshore-Wind-Ausbau finanziell abgesichert werden – ohne Garantie, dass Haushaltsstrom sofort günstiger wird.
Teile den Artikel gern und diskutiere mit: Sind PPAs ein sinnvoller Weg zu mehr Preissicherheit – oder braucht es andere Hebel für spürbar günstigeren Strom?