Stromerzeugung 2025: Wie Solarstrom Kohle überholt

Im Jahr 2025 veränderte sich die globale Stromlandschaft: in wichtigen Messungen führte Solarstrom das Wachstum an und trug dazu bei, dass die erneuerbaren Quellen die Kohleproduktion übertrafen. Dieser Text zur Stromerzeugung 2025 erklärt knapp, welche Zahlen hinter dieser Aussage stehen, warum Photovoltaik in kurzer Zeit so stark wuchs und welche Bedeutung das für Netze, Verbraucherinnen und Investoren hat.

Einleitung

Wenn du dein Smartphone lädst, merkst du nicht, von welcher Quelle der Strom kommt. Für Versorger und Planer ist das Ergebnis des Jahres 2025 jedoch deutlich sichtbar: Solarstrom wuchs so schnell, dass er in gesamt‑weltlichen Halbjahresdaten die Kohleproduktion einholte. Solche Aussagen hängen von der verwendeten Metrik – Halbjahres‑Generation, Jahresbilanz oder installierter Leistung – und von saisonalen Effekten wie Wasserkraft ab.

Für Privathaushalte und Unternehmen bedeutet das: Der Anteil billigerer erneuerbarer Energie steigt, aber Versorgungssicherheit hängt weiterhin von Netzen, Speichern und politischen Entscheidungen ab. Im folgenden Text werden die Grundlagen kurz erklärt, praktische Folgen beschrieben, Chancen und Risiken abgewogen und ein realistischer Ausblick gegeben.

Stromerzeugung 2025: Warum Solar jetzt vorn liegt

Die Aussage, dass erneuerbare Energien 2025 Kohle überholt haben, beruht auf unterschiedlichen Messgrößen. Eine vielzitierte Analyse ergab für das erste Halbjahr 2025, dass die Gesamtstromerzeugung aus erneuerbaren Quellen leicht über der aus Kohle lag. Zentrale Treiber waren massive Zubaumaßnahmen bei Photovoltaik, sinkende Kosten für Solarstrom und ein starker Zuwachs an Windenergie.

Photovoltaik (kurz: Solarstrom) wandelt Sonnenlicht direkt in Elektrizität; die Anlage enthält Solarmodule, einen Wechselrichter und eine Anschlussinfrastruktur. In den vergangenen Jahren fielen die Kosten pro installierter Kilowattstunde deutlich, gleichzeitig wurden Genehmigungen und Fertigungskapazitäten beschleunigt. Weil Photovoltaik sehr modular ist, lassen sich Projekte schnell hochskalieren – von Dachanlagen bis zu großen Solarparks.

In den verfügbaren Halbjahres‑Daten 2025 trug Solar einen großen Teil des Zuwachses; das veränderte erstmals die globale Bilanz gegenüber Kohle.

Für die Interpretation hilft ein kurzer Vergleich: Kapazität (Gigawatt) beschreibt, wie viel Leistung installiert ist; Erzeugung (Terawattstunden, TWh) sagt, wie viel Strom tatsächlich produziert wurde. Hydrokraft schwankt stark mit Niederschlägen; ein feuchtes oder trockenes Halbjahr kann die Bilanz verschieben. Deshalb nennen Analysten wie Ember konkrete H1‑Zahlen, während Organisationen wie die IEA eine Ganzjahres‑Prognose inklusive Unsicherheiten liefern.

Wenn Zahlen zur Klarheit beitragen, zeigt die Tabelle die wichtigsten Größen in vereinfachter Form.

Merkmal Beschreibung Wert
Erneuerbare (H1‑2025) Strom aus Solar, Wind, Wasser und Co. ~5.072 TWh
Kohle (H1‑2025) Strom aus Kohlekraftwerken weltweit ~4.896 TWh
Solarwachstum (H1‑2025) Zuwachs gegenüber H1‑2024 ~306 TWh

Die genannten Zahlen stammen aus zusammengeführten Analysen etablierter Energie‑Datenanbieter und spiegeln den Stand Anfang 2026 wider. Wichtig ist: Ein Halbjahres‑Vorsprung bedeutet, dass Solar in vielen Regionen die Nachfrageanforderungen abdeckte; ob das für ein volles Kalenderjahr gilt, hängt von saisonalen Entwicklungen und Netzereignissen ab.

Was das im Alltag bedeutet

Für Verbraucherinnen zeigt sich die Veränderung an zwei Stellen: Energiepreise und Herkunftssignal im Strommix. Höhere Anteile günstigen Solarstroms dämpfen kurzfristig Strompreisspitzen, besonders an sonnenreichen Tagen. Das bedeutet nicht automatisch dauerhaft niedrigere Preise, weil Netzentgelte, Brennstoffkosten und politische Abgaben weiterhin eine Rolle spielen.

Konkretes Beispiel: Tagsüber erzeugen Solaranlagen viel Strom; ohne Speicher wird ein Überschuss manchmal abgeregelt (so genanntes Curtailment). Batteriespeicher und intelligente Tarife verschieben diesen Strom in den Abend, wenn Haushalte mehr verbrauchen. Für Unternehmen mit großen Lastprofilen werden Direktverträge (Power Purchase Agreements) attraktiver; sie können so langfristig günstigeren Solarstrom beziehen.

Regional betrachtet ist die Entwicklung heterogen. In China und Indien trugen große Solar‑ und Windprojekte erheblich zum Zubau bei; dort beeinflussen Investitionen und Nachfrageentscheidungen den globalen Durchschnitt stark. In Teilen Europas können schwankende Wind‑ und Hydroerträge saisonal für mehr fossile Zwischenschritte sorgen, wenn Speicher und Netze nicht mitwachsen.

Für private Haushalte bleiben praktische Schritte relevant: Eigenverbrauch durch Dachsolar, flexible Verbrauchszeiten und der Ausbau von Heimspeichern verbessern die Nutzung des günstigeren Ökostroms. Für Kommunen und Versorger gilt: Mehr Solar heißt auch mehr Bedarf an Netzausbau, digitaler Steuerung und Koordination über Regionen hinweg.

Chancen und Risiken für Versorgung und Klima

Die Chancen sind klar: Ein höherer Anteil erneuerbarer Erzeugung senkt die Emissionen, reduziert die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen und macht Stromerzeugung langfristig planbarer, da Solar‑ und Windkosten weiter gefallen sind. Geräte‑ und Systemkosten profitieren von Skaleneffekten, sodass Photovoltaik für viele Akteurinnen wirtschaftlich wird.

Gleichzeitig bestehen Risiken, die nicht ignoriert werden dürfen. Die grundsätzliche Herausforderung bleibt die Zeitlichkeit der Erzeugung: Sonne und Wind liefern nicht konstant. Ohne ausreichende Speicherkapazität und Netzflexibilität kann kurzfristig wieder auf fossile Reserven zurückgegriffen werden. Auch regionale Abhängigkeiten sind relevant: Länder mit wenig Platz für Solar oder wechselhafter Hydroproduktion brauchen andere Lösungen.

Ein weiterer Aspekt sind Material- und Lieferketten: Der Ausbau von Solarmodulen und Batterien erfordert Metalle und Halbleitermaterialien, deren Beschaffung umwelt- und sozialverträglich gestaltet werden muss. Politische Rahmenbedingungen – etwa Förderprogramme, Genehmigungsverfahren und Marktregeln – entscheiden oft schneller über Ausbaupfade als technische Möglichkeiten allein.

Schließlich bleibt die Frage der gerechten Energiewende: Regionen, die von Kohlewirtschaft leben, brauchen Übergangspläne, Ausbildung und Investitionen, damit der Strukturwandel sozial abgefedert wird. Technisch möglich ist viel; sozialpolitisch sind die richtigen Maßnahmen nötig, damit die Vorteile breit verteilt werden.

Blicke in die nächsten Jahre

Im mittelfristigen Horizont bis 2030 erwarten Expertinnen und Institutionen ein weiteres starkes Wachstum der erneuerbaren Kapazitäten, wobei Solar den größten Anteil an neuen Anlagen ausmachen dürfte. Entscheidend wird sein, ob Speicher, Netze und Märkte schnell genug ausgebaut werden, um die volatilere Erzeugung zuverlässig zu integrieren.

Mehrere Szenarien sind plausibel: In einem Pfad mit schnellem Netzausbau und starkem Batteriesegment kann Solar Kohle dauerhaft verdrängen; in einem anderen, langsameren Pfad könnten saisonale Ausgleichsmechanismen und weiterhin verfügbare fossile Reservekapazitäten Kohle länger relevant halten. Die Politik spielt eine Schlüsselrolle: klare Investitionsanreize, vereinfachte Genehmigungen und gezielte Speicherförderung verkürzen die Übergangszeit.

Für Leserinnen konkret: Kurzfristig lohnt sich das Interesse an Eigenstromoptionen und Energiesparmaßnahmen; langfristig werden Transparenz im Strommix und politische Entscheidungen über Infrastruktur darüber bestimmen, wie schnell sich die Versorgung umstellt. Unternehmen sollten Netzrisiken in ihre Planungen einbeziehen, Kommunen nachhaltige Verteilnetz‑Strategien priorisieren.

Fazit

Die Entwicklungen 2025 zeigen: Solarstrom kann in kurzer Zeit großen Einfluss auf die globale Stromerzeugung nehmen. Ein vorübergehendes oder halbjährliches Überholen der Kohle ist ein wichtiges Signal, weil es die Richtung der Investitionen und die Machbarkeit großer Ausbaupfade bestätigt. Ob Solar Kohle dauerhaft ersetzt, hängt aber von Netzausbau, Speichern, regionaler Politik und Marktregeln ab. Für Verbraucherinnen und Entscheiderinnen gilt: Mehr Solar bedeutet Chancen für günstigeren Strom und weniger Emissionen, aber auch einen klaren Bedarf an Infrastruktur und sozialer Begleitung des Wandels.

Diskutieren Sie mit – teilen Sie Ihre Erfahrungen und Fragen zur Energiewende gerne in den Kommentaren.

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