Salzkorngroßer Mikroroboter schwimmt autonom – warum das zählt

Zuletzt aktualisiert: 24. January 2026
Berlin, 24. January 2026

Auf einen Blick

Forschende haben winzige Mikroroboter vorgestellt, die in Wasser schwimmen und dabei auf einem Chip „denken“ und messen können. Die Geräte sind nur wenige hundert Mikrometer groß – also kleiner als ein Salzkorn. Das ist wichtig, weil solche Mini-Bots später Wasserqualität prüfen oder in schwer zugänglichen Bereichen messen könnten, ohne große Geräte einzusetzen.

Das Wichtigste

  • Die Roboter sind laut Fachpublikationen nur rund 210 × 340 × 50 µm groß (Mikrometer; ein Tausendstel Millimeter).
  • Antrieb und Steuerung sitzen direkt auf dem Chip; angetrieben wird per elektrokinetischem Effekt (Bewegung durch elektrische Felder im Wasser).
  • Energie kommt im Labor über winzige Solarzellen auf dem Chip; die Leistungsaufnahme liegt im Nanowatt-Bereich.
  • Wichtigste Einschränkung: Nachweise stammen aus kontrollierten Laborbedingungen, nicht aus offenen Gewässern.

Einleitung

Winzige Roboter, die im Wasser selbstständig unterwegs sind, waren lange eher ein Konzept aus der Forschung. Neue Arbeiten aus den USA zeigen jetzt Mikrosysteme, die schwimmen, messen und einfache Programme ausführen können – alles in der Größenordnung eines Salzkorns. Relevanz hat das heute vor allem für die Umweltmesstechnik: Je kleiner die Sensoren, desto dichter lässt sich ein Gewässer „abtasten“.

Was neu ist

In einer Studie in Science Robotics beschreiben Teams der University of Pennsylvania und der University of Michigan mikroskopisch kleine Roboter, die Sensorik und Rechenlogik direkt an Bord haben. Die Geräte sind etwa 210 × 340 × 50 µm groß. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist oft rund 70 µm dick. Eine zweite Arbeit in PNAS erklärt den Antrieb: Die Roboter erzeugen elektrische Felder, die Ionen im Wasser bewegen. Dadurch entsteht ein Schub – ohne Propeller oder bewegliche Teile. Für Energie nutzen die Chips in den Laborversuchen integrierte Solarzellen und sehr stromsparsame Elektronik.

Was das bedeutet

Der spannende Punkt ist nicht nur die Mini-Größe, sondern die Kombination aus „Bewegen und Verarbeiten“. Bisher sind viele Kleinstroboter auf externe Steuerung angewiesen, etwa durch starke Magnetfelder oder Kameratracking. Hier sitzt die Steuerung als Chip direkt im Gerät. So könnten Mikroroboter später in engen Rohren, Filtern oder schwer zugänglichen Wasserbereichen Messwerte sammeln, ohne dass man jedes Detail von außen überwachen muss. Gleichzeitig ist Vorsicht wichtig: Die Forschung zeigt vorerst Laboraufbauten mit kontrolliertem Wasser, definierter Beleuchtung und kurzen Distanzen. Für offene Gewässer müssten Fragen wie Sichtbarkeit, Rückholung, Materialstabilität und Umweltverträglichkeit erst sauber geklärt werden.

Wie es weitergeht

Als nächster Schritt gilt, die Technik aus dem Labor näher an reale Bedingungen zu bringen. Dazu gehören Tests in unterschiedlich salzigem oder trübem Wasser, weil elektrische Felder und Licht dort anders wirken können. Ebenso wichtig sind Methoden, um viele Mini-Roboter zuverlässig zu lokalisieren und wieder einzusammeln. Die Teams sprechen in ihren begleitenden Mitteilungen außerdem über mögliche Schwarmansätze, also viele Einheiten, die gemeinsam arbeiten. Ob und wann daraus konkrete Anwendungen entstehen, hängt jedoch nicht nur von der Technik ab, sondern auch von Sicherheits- und Zulassungsfragen. Kurz: Der Durchbruch liegt im Machbarkeitsnachweis – die Praxis muss noch folgen.

Update: 13:05 – Die Forschenden betonen, dass die bisherigen Demonstrationen in kontrollierten Laborumgebungen stattfanden.

Fazit

Der salzkorngroße Mikroroboter zeigt, wie weit Mini-Elektronik und Robotik inzwischen zusammengewachsen sind. Entscheidend ist, dass solche Systeme im Wasser nicht nur bewegt werden, sondern selbst messen und einfache Entscheidungen treffen können. Ob daraus robuste Helfer für Umweltmessung oder andere Aufgaben werden, entscheidet sich in den nächsten Tests außerhalb des Labors.

Welche Aufgabe würdest du solchen Mikrorobotern zuerst geben – Messen, Suchen oder Reinigen? Teile den Artikel gern und diskutiere mit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

In diesem Artikel

Newsletter

Die wichtigsten Tech- & Wirtschaftsthemen – 1× pro Woche.

Avatar von Artisan Baumeister

→ Weitere Artikel des Autors

Newsletter

Einmal pro Woche die wichtigsten Tech- und Wirtschafts-Takeaways.

Kurz, kuratiert, ohne Bullshit. Perfekt für den Wochenstart.

[newsletter_form]