Auf einen Blick
Australiens schneller Ausbau von Batteriespeichern und Erneuerbaren hat 2025 nach Angaben von Reuters die Großhandelsstrompreise in mehreren Bundesstaaten gedrückt. Für Europa ergeben sich daraus vor allem Hinweise auf Marktmechanismen. Unmittelbare Effekte auf EU-Preise oder Netzentgelte sind damit nicht belegt.
Das Wichtigste
- Reuters berichtet, dass der Zubau von Batteriespeichern in Australien zusammen mit mehr Wind- und Solarstrom die Großhandelspreise 2025 gesenkt hat.
- Für 2025 nennt Reuters staatliche Durchschnittspreise von rund A$109/MWh (New South Wales), A$95/MWh (Queensland), A$75/MWh (Victoria) und A$89/MWh (South Australia).
- Für den EU-Markt bleiben Auswirkungen indirekt, da Preisbildung und Netzentgelte national reguliert und marktspezifisch sind.
Reuters-Bericht setzt Batteriespeicher als Preistreiber in den Fokus
Der Ausbau von Batteriespeichern in Australien hat 2025 nach Angaben von Reuters die Großhandelsstrompreise in mehreren Regionen spürbar gedämpft. Genannt wird ein Zusammenspiel aus mehr erneuerbarer Erzeugung und zusätzlicher Speicherkapazität. Die Veröffentlichung rückt damit die Rolle von Speichern bei der Glättung von Preisspitzen in den Mittelpunkt.
Was Reuters meldet und welche Daten vorliegen
Reuters verweist auf sinkende Großhandelspreise im Jahr 2025 und nennt für die australischen Bundesstaaten New South Wales, Queensland, Victoria und South Australia Durchschnittswerte zwischen etwa A$75 und A$109 je Megawattstunde. Als Ursache beschreibt Reuters den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien und den Ausbau von Batteriespeichern, die Lastspitzen abfedern und Preisausschläge reduzieren können.
Wichtig: Ob einzelne Beschaffungsverträge oder Projektdeals in Australien direkte Preiswirkungen außerhalb des Landes auslösen, ist derzeit nicht bekannt.
Bedeutung für Deutschland und Europa
Für Deutschland und Europa hat der Bericht zunächst keine unmittelbare Preis- oder Entgeltfolge. Die Strompreise entstehen in Europa in regionalen Großhandelsmärkten und werden zusätzlich durch Steuern, Abgaben sowie national festgelegte Netzentgelte geprägt. Der Reuters-Befund ist vor allem als Hinweis zu lesen, dass Batteriespeicher in Systemen mit hohem Anteil von Wind- und Solarstrom Preisspitzen reduzieren können, sofern genügend Kapazität und Marktanreize vorhanden sind.
Regulatorisch bleibt der Rahmen in der EU in Bewegung. Die europäische Regulierungsbehörde ACER hat mit ihrer Entscheidung zur Core-Intraday-Kapazitätsberechnung methodische Vorgaben für mehrere Intraday-Berechnungsrunden und Mindestanforderungen an verfügbare Übertragungskapazität präzisiert. Solche Regeln betreffen vor allem den grenzüberschreitenden Handel und können damit Einnahmemöglichkeiten von Speichern beeinflussen, ohne Netzentgelte in den Mitgliedstaaten direkt festzulegen.
Wie es weitergeht
In Europa hängt der Ausbau von Batteriespeichern weiter von Projektfinanzierung, Netzanschlüssen und den jeweiligen Marktdesigns ab. Auf EU-Ebene bleibt die Umsetzung und praktische Auswirkung der ACER-Vorgaben zur Intraday-Kapazitätsberechnung ein Arbeitsschwerpunkt für Übertragungsnetzbetreiber und Strombörsen. Branchenberichte wie der “EU Battery Storage Market Review 2025” von SolarPower Europe erwarten weiteres Wachstum, verweisen zugleich aber auf die Bedeutung stabiler Erlösmodelle aus Stromhandel und Systemdienstleistungen.
Fazit
Der Reuters-Bericht beschreibt Australien als Beispiel dafür, wie Batteriespeicher in Kombination mit Wind- und Solarenergie die Großhandelspreise beeinflussen können. Für Deutschland und Europa bleibt die Aussage vor allem analytisch, da Preise und Netzentgelte in anderen regulatorischen und marktlichen Strukturen entstehen. Konkrete EU-Effekte ergeben sich, wenn nationale Regeln und europäische Marktvorgaben die Wirtschaftlichkeit von Speichern verändern.





