Raspberry Pi: Warum die Preise 2025 steigen — was jetzt wichtig ist

Die raspberry pi preiserhöhung 2025 betrifft viele Hobby‑Projekte und kleine Anwender: Hersteller haben höhere Listenpreise für Modelle mit mehr Arbeitsspeicher angekündigt, weil der Markt für DRAM (insbesondere LPDDR4) durch KI‑Rechenzentren stark ausgelastet ist. Der Text zeigt, welche Modelle wie betroffen sind, warum die Knappheit entstanden ist und welche praktischen Optionen es für Bastler, Lehrende und Entwickler in Deutschland und Europa gibt.

Einleitung

Viele Nutzer:innen merken Preisunterschiede beim Einkauf: Bausätze kosten mehr, Bastel‑Workshops haben höhere Materialkosten und Händlerlisten zeigen leicht erhöhte Preise für größere Raspberry‑Pi‑Modelle. Dahinter steht kein einzelner, überraschender Preissprung, sondern eine Kombination aus knappem Arbeitsspeicher, veränderten Kapazitätsentscheidungen bei Speicherherstellern und einer starken Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz. Diese Entwicklung wirkt auf Projekte von Schüler:innen, Maker‑Communities und kleine Entwicklerteams – und sie ist voraussichtlich nicht von heute auf morgen verschwunden.

Wie sich die Preise ändern und warum

Hersteller haben für Ende 2025 gestaffelte Preisanpassungen angekündigt: Boards mit hohem Arbeitsspeicher wurden um wenige bis mehrere zehn US‑Dollar teurer. Praktisch bedeutet das: Modelle mit 8‑ oder 16‑GiByte‑RAM steigen stärker im Preis als einfache 1–2‑GiByte‑Versionen. Ein zentraler technischer Begriff taucht dabei immer wieder auf: LPDDR4. LPDDR4 ist eine DRAM‑Variante (Arbeitsspeicher), die in vielen Single‑Board‑Computern und Smartphones verwendet wird; sie ist günstiger und weit verbreitet, aber die Produktion wird durch die Nachfrage der großen Cloud‑ und KI‑Anbieter stärker beansprucht.

Engpässe bei DRAM sind aktuell kein Crash‑Ereignis, sondern das Ergebnis einer Umverteilung von Produktionskapazität hin zu High‑End‑Speichern für KI‑Server.

Die Behauptung, KI treibe die Knappheit, lässt sich mit Branchenberichten untermauern: Firmen investieren stark in HBM und Server‑DRAM, wodurch Hersteller Kapazitäten verschieben. Das hat direkte Auswirkungen auf den Preis und die Verfügbarkeit von LPDDR4. Hersteller von Single‑Board‑Computern reagieren mit zwei Maßnahmen: sie bringen günstigere Einstiegsvarianten mit weniger RAM auf den Markt und passen Listenpreise der höher ausgestatteten Modelle an.

Zur schnellen Orientierung zeigt die Tabelle typische Veränderungen (vereinfachte Übersicht):

Merkmal Beschreibung Wert
Gängiges Szenario Preiserhöhung für 8–16 GiB‑Modelle +5–25 USD
Einstiegsoption Neue 1 GiB‑Modelle als günstige Alternative ~45 USD (Referenz)

Was das im Alltag bedeutet

Für Nutzerinnen und Nutzer heißt das konkret: Wer einen Raspberry Pi für einfache Aufgaben wie Medienwiedergabe, Retro‑Gaming oder kleine Heimautomations‑Skripte braucht, findet weiterhin preiswerte Optionen. Projekte, die viel Arbeitsspeicher oder hohe I/O‑Leistung benötigen — etwa lokale KI‑Modelle, größere Datenverarbeitung oder mehrere Container — werden indirekt teurer, weil mehr RAM und damit leistungsfähigere Boards gefragt sind.

Ein praktisches Beispiel: Eine Lehrerin, die in einem Informatik‑Kurs mehrere Geräte anschaffen will, sieht bei einem Aufschlag von 10–20 USD pro Gerät schnell eine merkliche Budgeterhöhung. Händlerpreise in Europa können zusätzlich um etwa 20–30 % über den US‑Listenpreisen liegen, weil Versand, Zoll und Mehrwertsteuer dazukommen. Wer Projekte modular plant, kann Kosten sparen, indem er auf niedrigere RAM‑Varianten setzt oder alte Modelle weiterverwendet.

Für Bastler:innen bietet sich zudem die Option, Alternativen zu prüfen. Verschiedene Single‑Board‑Computer anderer Hersteller bieten oft bessere Verfügbarkeit und vergleichbare Leistung — zum Beispiel Modelle mit RK3588‑Prozessoren, die häufig mehr NPU‑Leistung (ein NPU ist eine kleine Recheneinheit für neuronale Netze) oder native NVMe‑Unterstützung bieten. Diese Boards sind nicht immer 1:1 kompatibel mit dem Raspberry‑Pi‑Ökosystem, liefern aber auf Hardware‑Ebene oft mehr Leistung pro Euro.

Chancen und Risiken

Einerseits eröffnet die Verschiebung zu höherpreisigen Komponenten Chancen: Hersteller investieren in neue Modelle, einige bringen bewusst günstigere Basisvarianten auf den Markt, und die Performance‑Spanne bei Einplatinenrechnern vergrößert sich. Für Anwender bedeutet das besseres Preis‑Leistungs‑Verhältnis in bestimmten Segmenten — vorausgesetzt, die passende Software ist verfügbar.

Andererseits entstehen Risiken: Lieferengpässe können zu längeren Wartezeiten führen, Bildungsprojekte werden kostspieliger, und kleinere Händler passen Preise flexibler an. Ein weiteres Risiko ist die stärkere Fragmentierung der Plattformen. Raspberry‑Pi‑kompatible Software ist besonders ausgereift; bei Alternativen kann es notwendige Anpassungen geben, etwa bei GPIO‑Pins oder bootloadern. Das klingt technisch, ist im Alltag aber relevant: Manche Peripherie‑Karten oder Tutorien setzen Pi‑spezifische Annahmen voraus.

Für Bildungs‑ und Non‑Profit‑Projekte ist deshalb Stabilität wichtiger als maximale Leistung. Hier sind Optionen wie Gebrauchtgeräte, Leihsysteme oder gezielte Beschaffungen bei vertrauenswürdigen Händlern sinnvoll, um Preisschwankungen abzufedern.

Wie es weitergehen könnte

Analysen aus der Speicherbranche zeigen, dass DRAM‑Preise durch die starke Nachfrage der Cloud‑ und KI‑Betreiber deutlich gestiegen sind. Einige Berichte verweisen auf zweistellige bis deutlich zweistellige prozentuale Steigerungen gegenüber dem Vorjahr; gleichzeitig verschieben Hersteller ihre Produktionskapazität zugunsten von Server‑speicherlösungen. Das deutet auf eine Phase mit erhöhten Preisen hin, die sich über Monate oder bis zu einigen Jahren erstrecken kann, je nach Investitionsentscheidungen der Speicherhersteller.

Für den einzelnen Anwender kann das bedeuten: Kurzfristig Preise vergleichen, bei nicht dringenden Anschaffungen auf mögliche Normalisierung warten und bei Projekten, die Rechenleistung benötigen, Alternativen prüfen. Mittelfristig könnten neuere Speichergenerationen und zusätzliche Produktionskapazitäten die Lage entspannen. Es bleibt aber die Möglichkeit, dass Hersteller Kapazitäten bewusst begrenzen, um zu hohe Überkapazitäten zu vermeiden — das würde die Erholung der Preise verzögern.

Technisch betrachtet ist wichtig, dass sich viele Einsatzzwecke heute anders verteilen lassen: Cloud‑basierte KI‑Lasten bieten zwar Komfort, sind aber nicht immer kostengünstig für kleine Projekte. Wer lokal arbeiten will, profitiert von Boards mit NPU‑Unterstützung oder NVMe‑Anbindung — das sind Merkmale, die bei Alternativen oft besser zu finden sind.

Fazit

Die raspberry pi preiserhöhung 2025 ist ein sichtbares Symptom einer größeren Verschiebung im Halbleitermarkt: Priorisierung von Speicher für Rechenzentren und KI‑Anwendungen führt zu höheren Preisen für verbreitete Komponenten wie LPDDR4. Das wirkt sich unterschiedlich aus: Wer nur einfache Aufgaben plant, findet weiterhin bezahlbare Optionen; wer viel RAM oder I/O‑Leistung braucht, zahlt aktuell mehr oder weicht auf Alternativen aus. Kurzfristig hilft Vergleichen und das Festhalten an funktionalen Mindestanforderungen, mittelfristig dürfte die Marktlage von den Investitionsentscheidungen großer Speicherhersteller abhängen.

Wenn Sie Erfahrungen mit Preisänderungen oder alternativen Boards haben, freuen wir uns über Ihre Meinung und das Teilen dieses Artikels.

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