QuantumScape eröffnet Pilotlinie für Feststoffakku-Zellen

Stand: 09. February 2026, 07:16 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

QuantumScape hat nach eigenen Angaben eine Pilotfertigung für Feststoffakku-Zellen ausgebaut und verweist auf neue Musterlieferungen. Das Unternehmen macht keine Angaben zu Stückzahlen und Kosten. Für eine breite Seriennutzung in E-Autos bleiben nach Einschätzungen aus Roadmaps zentrale Fragen zu Produktionsausbeute, Validierung und Preis offen.

Das Wichtigste

  • Der US-Entwickler QuantumScape meldet Fortschritte bei der Pilotproduktion von Feststoffakku-Zellen und verweist auf die Bemusterung potenzieller Automobilkunden.
  • Eine Fraunhofer-Roadmap beziffert die damalige weltweite Produktionskapazität für Festkörperbatterien auf unter 2 GWh und beschreibt Pilotphasen als Engpass für Skalierung und Kosten.
  • Konkrete Auswirkungen auf EU-Serienfahrzeuge bis 2027 bleiben unbestimmt, weil belastbare Angaben zu Kosten, Ausbeute und Qualifizierung in öffentlichen Mitteilungen fehlen.

Aktueller Stand der Meldung

QuantumScape hat in aktuellen Unternehmensmitteilungen den Ausbau seiner Pilotfertigung für Feststoffakku-Zellen hervorgehoben. Der Schritt gilt als Voraussetzung, um Zellen in Seriennähe zu fertigen und Daten für die Qualifizierung in Fahrzeugprojekten zu liefern. Offene Punkte betreffen vor allem Produktionsvolumen, Kosten und den Zeitplan bis zu breiterer Verfügbarkeit.

Was das Unternehmen meldet

QuantumScape teilte im Oktober 2025 mit, erste sogenannte „B1“-Muster seiner QSE-5-Zelle ausgeliefert zu haben. Das Unternehmen bezeichnete die Bemusterung als Meilenstein auf dem Weg zur Industrialisierung. Auf der Investor-Relations-Seite führt QuantumScape zudem einen News-Eintrag vom 4. Februar 2026 zur Inbetriebnahme beziehungsweise Vorstellung einer Pilotfertigungslinie („Eagle Line“) auf.

Wichtig: In den öffentlich zugänglichen Mitteilungen nennt QuantumScape keine belastbaren Angaben zu Kosten pro Kilowattstunde, zu Produktionsausbeuten oder zu gesicherten Lieferverträgen für Serienprogramme. Auch ist nicht ersichtlich, in welchem Umfang unabhängige Testdaten nach gängigen Automobilstandards veröffentlicht wurden.

Bedeutung für Deutschland und Europa

Direkte, kurzfristige Folgen für den deutschen und europäischen Markt ergeben sich aus den bisherigen Unternehmensangaben nicht. Ohne konkrete Volumen- und Kostenangaben lassen sich mögliche Preis- oder Verfügbarkeitseffekte für E-Autos in der EU derzeit nicht seriös beziffern. Sollte QuantumScape seine Pilotfertigung stabilisieren und Automobilqualifikationen erreichen, könnte das mittelfristig die Auswahl an Zelltechnologien für europäische Hersteller erweitern. Ob und wann solche Zellen in EU-Serienfahrzeugen verbaut werden, bleibt offen.

Nächste Schritte

Als nächste prüfbare Schritte gelten üblicherweise die Veröffentlichung standardisierter Leistungs- und Sicherheitsdaten, die Hochskalierung der Pilotfertigung sowie Qualifizierungsprogramme mit Automobilherstellern. Eine Fraunhofer-Analyse zu Festkörperbatterien betont, dass Pilotproduktion und Prozessstabilität maßgeblich sind, bevor größere Serienvolumina wirtschaftlich werden. Termine für eine breite Markteinführung in Europa lassen sich aus den bislang verfügbaren Angaben nicht ableiten.

Einordnung

Die Meldungen zur Pilotfertigung markieren Fortschritte bei der Industrialisierung von Feststoffakku-Zellen, ersetzen aber keine belastbaren Aussagen zu Kosten und Lieferfähigkeit. Roadmaps verweisen zugleich auf strukturelle Hürden bei Skalierung und Produktionskapazität. Für die Frage, ob Feststoffakkus bis 2027 in EU-E-Autos in nennenswerten Stückzahlen ankommen, fehlen derzeit öffentlich belegbare Eckdaten.

Welche messbaren Kennzahlen (z. B. Zyklenstabilität, Sicherheitsnachweise, Ausbeute, Kostenrahmen) sollten Hersteller aus Sicht von Beschaffern und Zulassern öffentlich vorlegen, bevor Feststoffakku-Zellen in Serienfahrzeugen eingeplant werden?

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