PGE kauft PacifiCorp-Geschäft in Washington für 1,9 Mrd.

Stand: 18. February 2026, 14:45 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

Portland General Electric (PGE) übernimmt im PGE PacifiCorp Deal für 1,9 Milliarden US-Dollar das Washington-Geschäft von PacifiCorp samt Netzen und Erzeugungsanlagen. Der Abschluss hängt von Genehmigungen der US-Regulierer ab. Die Bewertung orientiert sich am regulierten Anlagevermögen und rückt damit auch die Logik von Netzentgelten in den Fokus.

Das Wichtigste

  • PGE kündigt den Kauf von PacifiCorps Versorgungsgebiet und ausgewählten Assets im US-Bundesstaat Washington an.
  • Der Kaufpreis liegt bei 1,9 Milliarden US-Dollar und entspricht laut PGE rund dem 1,4-Fachen der für 2026 geschätzten Rate Base.
  • Rund 140.000 Kunden und etwa 4.500 Meilen Stromleitungen wechseln nach Abschluss unter die Kontrolle von PGE, der Zeitraum hängt vom Verfahren ab.

Transaktion verlagert Stromnetze und Erzeugung in Washington

Der US-Versorger Portland General Electric will für 1,9 Milliarden US-Dollar das Washington-Geschäft von PacifiCorp übernehmen. PGE erweitert damit sein Versorgungsgebiet erstmals über Oregon hinaus. Für Kunden und Aufsicht in Washington ist zentral, wie die Kosten der Übernahme im regulierten System behandelt werden.

Was PGE und PacifiCorp ankündigen

Nach Angaben von PGE umfasst das Paket lokale Versorgungsaktivitäten in Washington sowie Übertragungs- und Verteilnetze. Hinzu kommen ausgewählte Erzeugungsanlagen, darunter das Gaskraftwerk Chehalis mit 477 Megawatt sowie die Windparks Goodnoe Hills (94 Megawatt) und Marengo I und II (zusammen 234 Megawatt). PGE will das Washington-Geschäft in einer eigenen Tochtergesellschaft führen, ein Infrastrukturinvestor soll eine Minderheitsbeteiligung von 49 Prozent halten. Details zur geplanten Behandlung übernahmebezogener Kosten in künftigen Tarifen sind derzeit nicht bekannt.

Reuters berichtete, PacifiCorp habe den Verkauf unter anderem mit Liquiditätsbedarf im Zusammenhang mit Waldbrandverfahren begründet. PacifiCorp gehört zur Berkshire-Hathaway-Gruppe.

Was der Deal für Netzentgelte und Regulierung in Europa zeigt

Der PGE-PacifiCorp-Deal ist eine US-Transaktion und hat keine unmittelbare rechtliche Wirkung für deutsche oder europäische Netzentgelte. Die Bewertung anhand der von PGE genannten „Rate Base“ verweist jedoch auf ein Grundprinzip regulierter Netze, das auch in Europa verbreitet ist. Regulierer setzen Einnahmenobergrenzen und erlaubte Verzinsungen typischerweise auf Basis eines anerkannten Anlagevermögens.

Für europäische Debatten zur Finanzierung des Netzausbaus ist damit vor allem die institutionelle Frage relevant, welche Investitionen als regulierungsfähig anerkannt werden und wie schnell sie über Netzentgelte in Erlöse übergehen. In Deutschland überwacht die Bundesnetzagentur die Entgeltsystematik für Strom- und Gasnetze, in der EU koordinieren Behörden die Rahmensetzung über nationale Regeln hinweg.

Genehmigungsverfahren entscheidet über Zeitplan und Auflagen

PGE rechnet nach eigenen Angaben mit einem Abschluss der regulatorischen Prüfungen etwa zwölf Monate nach Einreichung der Unterlagen. Zuständig sind in Washington die dortigen Aufsichtsbehörden, je nach Ausgestaltung können weitere Prüfungen auf Bundesebene hinzukommen. In den Verfahren werden typischerweise auch Bedingungen zu Versorgungssicherheit, Investitionsplänen und Tariffolgen festgelegt.

Einordnung: Preislogik folgt dem regulierten Netzgeschäft

Mit dem Kauf erweitert PGE sein Netz- und Erzeugungsportfolio und übernimmt in Washington ein Geschäft mit 140.000 Kunden. Der genannte Kaufpreis und das ausgewiesene Verhältnis zur Rate Base rücken die Rolle regulatorischer Bewertungs- und Erlösmodelle in den Vordergrund. Ob und wie sich die Transaktionskosten in Tarifen niederschlagen, entscheiden die US-Regulierer im Genehmigungsprozess.

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