Auf einen Blick
Ørsted hat die Monopile-Produktion für das Offshore-Wind-Projekt Hornsea 3 beim Lieferanten SeAH Wind in Teesside beendet. Das Unternehmen verweist auf eine gemeinsame Bewertung der Fabrikbereitschaft und will die Fertigung auf andere Hersteller verlagern. Der Schritt verschiebt die Zuständigkeiten in der Lieferkette, konkrete Terminfolgen bleiben offen.
Das Wichtigste
- Ørsted und SeAH Wind haben die Monopile-Fertigung für Hornsea 3 am Standort Teesside einvernehmlich eingestellt.
- Als Grund nennt Ørsted laut Branchenbericht eine gemeinsame Einschätzung, dass die Fabrikbereitschaft den Programm-Anforderungen nicht entspricht; die Fertigung soll umverteilt werden.
- Parallel laufen Lieferungen aus anderen Fertigungsstandorten an; erste Hornsea-3-Monopiles trafen laut Branchenmeldung Anfang Februar in Großbritannien ein.
Produktionsstopp verändert Lieferkette eines Großprojekts
Der dänische Offshore-Wind-Entwickler Ørsted beendet die Monopile-Produktion für den Windpark Hornsea 3 beim Hersteller SeAH Wind am britischen Standort Teesside. Das geht aus einem von der Branchenplattform reNews zitierten gemeinsamen Statement von Ørsted und SeAH hervor. Ørsted will die Fertigung auf andere Zulieferer verlagern und sieht den Projektzeitplan nach eigenen Angaben weiterhin abgesichert.
Was Ørsted und SeAH zu dem Schritt sagen
Nach Darstellung der Beteiligten beruht die Entscheidung auf einer gemeinsamen Bewertung der „factory readiness“ im Verhältnis zu den Anforderungen des Projekts. reNews berichtet, Ørsted werde die betroffenen Monopile-Umfänge auf andere Fabrikanten umverteilen. SeAH Wind wolle sich demnach auf bereits gesicherte Aufträge bis 2027 konzentrieren.
Unabhängig davon haben andere Zulieferer für Hornsea 3 bereits geliefert: OffshoreWind.biz meldete am 11. Februar 2026 die Ankunft erster Monopiles in Großbritannien, die im spanischen Bilbao gefertigt wurden.
Wichtig: Konkrete Angaben zu möglichen Änderungen bei Mengen, Lieferterminen oder Kosten des Hornsea-3-Programms nennt Ørsted in den zitierten Aussagen bislang nicht.
Bedeutung für Deutschland und Europa
Hornsea 3 ist ein britisches Offshore-Wind-Projekt; unmittelbare Effekte auf die Stromversorgung in Deutschland sind derzeit nicht bekannt. Der Produktionsstopp betrifft jedoch eine europäisch verflochtene Lieferkette für Großkomponenten, in der mehrere Hersteller und Häfen in Europa Fertigung und Logistik übernehmen. Veränderungen in der Auslastung dieser Kapazitäten können sich auf Beschaffungsprozesse und Zeitpläne anderer Offshore-Wind-Projekte in Europa auswirken.
Wie Ørsted das Programm fortsetzt
Ørsted will die Produktion der Fundamente nach dem Stopp in Teesside über andere Lieferanten abwickeln. Branchenberichte verweisen darauf, dass bereits gefertigte Monopiles aus anderen Standorten in die britische Lieferkette eintreffen. Ein aktualisierter Terminplan für Fertigung, Transport und Installation wurde in den zitierten Mitteilungen nicht veröffentlicht.
Einordnung
Der Schritt von Ørsted und SeAH ist ein Eingriff in die Lieferkette für Offshore-Wind-Fundamente und verlagert Fertigungsrisiken auf andere Anbieter. Ob und in welchem Umfang sich daraus Termin- oder Kosteneffekte für Hornsea 3 ergeben, bleibt offen. Die parallel gemeldeten Lieferungen aus anderen Werken deuten auf laufende Gegenmaßnahmen hin.





