Offshore-Windstrom 2025: Was er 2026 wirklich kostet

26,1 TWh Offshore-Windstrom Deutschland prägten 2025 die Stromerzeugung. Doch was bedeutet das 2026 konkret für deine Rechnung? Dieser Artikel rechnet die Menge in Versorgungsanteile und Haushalte um, trennt zentrale Kostenblöcke wie Offshore-Netzanbindung, Netzentgelte und Redispatch sauber auf und zeigt, welches Preis- und Versorgungsrisiko bei Engpässen entsteht. Auf Basis offizieller Daten wird klar, wo Offshore-Wind Kosten 2026 in Netzentgelten und auf der Rechnung landen und wie groß das Redispatch Abregelung Risiko tatsächlich ist.

Einleitung

Du siehst auf deiner Stromrechnung steigende Netzentgelte und fragst dich, was Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee damit zu tun haben. 2025 wurden laut Fraunhofer ISE 26,1 TWh Offshore-Windstrom in das öffentliche Netz eingespeist. Gleichzeitig lag die öffentliche Netzlast bei rund 465 TWh. Das heißt, Offshore deckte einen spürbaren, aber klar begrenzten Anteil.

Für 2026 ist entscheidend, wie diese Strommenge ins System integriert wird. Denn Stromkosten bestehen nicht nur aus Erzeugung, sondern auch aus Transport, Ausgleich und Reserve. Netzausbau, Offshore-Netzanbindung und Engpassmanagement wirken direkt auf Netzentgelte. Ziel ist hier eine konkrete, nachvollziehbare Rechnung: Wie groß ist der Anteil am Verbrauch, wie viele Haushalte könnten versorgt werden und welche Kostenblöcke schlagen realistisch zu Buche.

26,1 TWh in Relation gesetzt

Die 26,1 TWh Offshore-Windstrom Deutschland im Jahr 2025 entsprechen laut Energy-Charts rund 5,6 % der öffentlichen Netzlast von etwa 465 TWh. Bezieht man die gesamte Last inklusive Eigenverbrauch ein, rund 495 TWh, liegt der Anteil bei gut 5,3 %.

Offshore-Wind lieferte 2025 einen stabilen, aber mengenmäßig begrenzten Beitrag zum gesamten Stromverbrauch in Deutschland.

Umgerechnet auf Haushalte wird es greifbarer. Ein typischer Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch benötigt 0,0035 GWh. 26,1 TWh entsprechen 26.100 GWh. Rein rechnerisch könnten damit rund 7,5 Millionen Haushalte versorgt werden. Das ist eine Modellrechnung, da Strom physikalisch nicht einzelnen Haushalten zugeordnet wird.

Einordnung der Offshore-Erzeugung 2025
Merkmal Beschreibung Wert
Erzeugung Offshore Netto-Stromproduktion 2025 26,1 TWh
Anteil an Netzlast Bezogen auf 465 TWh öffentliche Last ca. 5,6 %

Die installierte Offshore-Leistung lag Ende 2025 bei rund 9,5 GW. Das zeigt, dass Offshore-Wind hohe Leistungen bereitstellen kann, aber gemessen am Gesamtbedarf weiterhin ein Teilbaustein im System bleibt.

Welche Kosten 2026 im Netz landen

Offshore-Wind Kosten 2026 tauchen vor allem indirekt auf deiner Rechnung auf. Zentral sind Netzentgelte, die von der Bundesnetzagentur reguliert werden. Sie decken Betrieb, Instandhaltung und Ausbau der Stromnetze ab.

Ein wichtiger Block ist die Offshore-Netzanbindung. Seekabel, Konverterplattformen und Anbindungen an Land werden über die Übertragungsnetze refinanziert. Werden beispielsweise 1 Milliarde Euro jährlich über 500 TWh Strom verteilt, entspricht das rund 0,2 ct pro kWh. Für einen Haushalt mit 3.500 kWh wären das etwa 7 Euro pro Jahr.

Dazu kommt der allgemeine Netzausbau an Land. Offshore-Strom fällt oft im Norden an, während Verbrauchszentren im Westen und Südwesten liegen. Verzögerungen bei Leitungen erhöhen den Bedarf an teuren Ausgleichsmaßnahmen.

Je nach Region unterscheiden sich die Netzentgelte deutlich. Wenn Investitionen in Höchstspannungsleitungen oder Umspannwerke anstehen, steigen die Entgelte lokal stärker. Deshalb spüren Haushalte Offshore-Wind nicht einheitlich, sondern regional verschieden.

Redispatch und Engpässe als Preistreiber

Das Redispatch Abregelung Risiko beschreibt Situationen, in denen Windanlagen ihre Leistung drosseln müssen oder konventionelle Kraftwerke hochfahren, um Netzengpässe auszugleichen. Diese Maßnahmen verursachen Kosten, die über Netzentgelte verteilt werden.

Szenariorechnungen zeigen, dass sich je nach Umfang mehrere hundert Millionen bis zu niedrige einstellige Milliardenbeträge pro Jahr ergeben können. Entscheidend sind drei Faktoren: wie viele Stunden Engpässe auftreten, wie hoch die betroffenen Leistungen sind und welche Preise für Ersatzstrom anfallen.

Wenn zum Beispiel hohe Windleistung im Norden auf begrenzte Transportkapazität trifft, wird Offshore-Strom abgeregelt. Gleichzeitig laufen im Süden Gaskraftwerke. Die Differenzkosten zwischen beiden Fällen werden systemweit verteilt.

Für Haushalte bedeutet das: Steigen Redispatch-Kosten deutlich, erhöhen sich die Netzentgelte pro kWh. Bei 0,2 bis 0,4 ct Mehrkosten pro kWh könnten das 7 bis 14 Euro jährlich für einen Durchschnittshaushalt sein. Die tatsächliche Höhe hängt von den realen Abrechnungsdaten der Übertragungsnetzbetreiber ab.

Winter, Dunkelflaute und Backup

Offshore-Wind liefert im Winter oft mehr Strom als im Sommer. Dennoch gibt es Phasen mit wenig Wind und wenig Sonne. In solchen Dunkelflauten sinkt der Beitrag von Windkraft deutlich.

2025 erreichte die Offshore-Einspeisung laut Energy-Charts zeitweise rund 8 GW. Das zeigt die Leistungsfähigkeit bei guten Bedingungen. In Schwachwindphasen fällt die Einspeisung jedoch stark ab. Dann sichern Gaskraftwerke, Speicher und Importe die Versorgung.

Preisrisiken entstehen, wenn mehrere Länder gleichzeitig hohe Nachfrage und geringe Erzeugung haben. Steigen Großhandelspreise in solchen Stunden stark an, wirken sich diese Kosten mittelbar auf Endkundentarife aus, vor allem bei variablen Verträgen.

Versorgungssicherheit hängt deshalb nicht nur von der installierten Offshore-Leistung ab, sondern auch von Netzausbau, Reservekraftwerken und europäischer Marktintegration. Offshore ist ein stabiler Baustein, ersetzt aber keine gesicherte Leistung in Extremsituationen.

Fazit

26,1 TWh Offshore-Windstrom stehen für rund 5 bis 6 % des deutschen Strombedarfs. Rein rechnerisch entspricht das der Versorgung von etwa 7,5 Millionen Haushalten. Auf deiner Rechnung zeigen sich die Effekte vor allem über Netzentgelte, Offshore-Netzanbindung und Redispatch-Kosten. Je nach Entwicklung können daraus zweistellige Eurobeträge pro Jahr für Haushalte entstehen, regional auch mehr.

Woran erkennst du 2026 steigende Netzentgelte? Achte auf den ausgewiesenen Netzpreis pro kWh, regionale Unterschiede, Hinweise auf Investitionsprojekte im Netzgebiet, steigende Redispatch-Kosten in Berichten der Netzbetreiber und Anpassungen bei Umlagen oder Entgeltbestandteilen. Für Haushalte und kleine Betriebe werden Tarifwahl, Eigenverbrauch durch PV, der Einsatz von Speichern oder flexible Verbrauchssteuerung wichtiger, um Preisrisiken abzufedern.

Diskutiere mit: Wie stark spürst du Netzentgelte in deiner Region und welche Strategie verfolgst du 2026?

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