Offshore-Wind: Niederlande setzen auf Preis-Sicherheit für neue Ausschreibungen

Zuletzt aktualisiert: 02. February 2026
Berlin, 02. February 2026

Auf einen Blick

Die Niederlande planen für Offshore-Wind mehr Preis-Sicherheit: Künftig sollen Ausschreibungen wieder stärker über garantierte Erlöse abgesichert werden, etwa per Contract for Difference (CfD). Das könnte Investitionen erleichtern, weil Projekte weniger vom Strompreis abhängen. Gleichzeitig bleibt offen, wie genau die Regelung für 2026 ausgestaltet wird.

Das Wichtigste

  • Ein geplantes CfD-Modell soll Offshore-Wind-Projekten mehr Preis-Sicherheit geben.
  • Laut Branchenbericht wird die Umstellung mit dem Ausbauziel von 40 GW Offshore-Wind bis 2040 begründet.
  • Ein weiterer Bericht nennt Pläne für rund 2 GW Offshore-Wind, die mit etwa 1 Mrd. € abgesichert werden sollen.
  • Der niederländische Netzbetreiber TenneT übernimmt bei vielen Projekten die Offshore-Netzanbindung.
  • In den Niederlanden ist für Windparks auf See unter anderem ein 66-kV-Standard für die Parkverkabelung dokumentiert.

Einleitung

Die Niederlande wollen den Ausbau von Offshore-Wind verlässlicher finanzierbar machen und setzen dafür auf mehr Preis-Sicherheit. Im Mittelpunkt stehen CfDs: Das sind Verträge, die einen Zielpreis für Windstrom festlegen und so Einnahmen stabilisieren. Die Nachricht ist jetzt relevant, weil sie die Rahmenbedingungen für kommende Ausschreibungen ab 2026 deutlich beeinflussen kann.

Was neu ist

Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass die Niederlande bei Offshore-Wind von reinen „Null-Subvention“-Ansätzen weg und hin zu klareren Preisgarantien steuern. Konkret wird eine CfD-Lösung genannt, die den Ausbau bis 2040 auf 40 GW bringen soll. Zusätzlich ist von einem Förderrahmen in der Größenordnung von 1 Mrd. € die Rede, der rund 2 GW Offshore-Wind absichern könnte. Wichtig dabei: Ein CfD ist keine pauschale Prämie, sondern ein Mechanismus, der Marktschwankungen dämpft, indem ein Zielpreis als Referenz dient.

Was das bedeutet

Für Betreiber und Banken ist Preis-Sicherheit oft entscheidend: Wenn zukünftige Einnahmen planbarer sind, lassen sich Projekte leichter finanzieren. Das kann vor allem bei großen Offshore-Windparks helfen, die lange Bauzeiten und hohe Vorabkosten haben. Gleichzeitig hängt die Wirkung stark vom Detaildesign ab: In Europa gibt es einseitige Modelle (Ausgleich nur bei niedrigen Marktpreisen) und zweiseitige CfDs (bei hohen Preisen fließt Geld zurück). Welche Variante die Niederlande wählen, ist in den öffentlich zugänglichen Berichten nicht vollständig beschrieben. Klar ist aber, dass der Staat mit dem Instrument mehr Steuerung über Tempo und Kosten des Ausbaus bekommt.

Wie es weitergeht

Für die Praxis zählt als Nächstes, wie die Niederlande die Preis-Sicherheit konkret in Ausschreibungen übersetzen: Laufzeit, Referenzpreis, mögliche Indexierung gegen Inflation und die Frage, ob Rückzahlungen bei hohen Strompreisen vorgesehen sind. Auch die Schnittstelle zum Netz ist zentral: In niederländischen Unterlagen ist dokumentiert, dass TenneT die Offshore-Netzanbindung verantwortet und dass für die Parkverkabelung ein 66-kV-Standard genutzt wird. Sobald die Ausschreibungsunterlagen für 2026 vorliegen, wird sich zeigen, wie viel Risiko bei Entwicklern bleibt und wie stark der Staat den Ausbau über CfDs tatsächlich stabilisiert.

Update: 14:35 – Keine weiteren bestätigten Details.

Fazit

Die Niederlande setzen beim Offshore-Wind wieder stärker auf Preis-Sicherheit, um den Ausbau verlässlich voranzutreiben. Ob das Modell am Ende günstig und robust wird, entscheidet sich an den Vertragsdetails der Ausschreibungen ab 2026.

Diskutiere mit: Welche CfD-Variante wäre aus deiner Sicht fair für Verbraucher und investitionssicher für Projekte?

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