Offshore-Wind 2025: 26,1 TWh – was bringt das dem Netz?

26,1 TWh Offshore-Wind Deutschland 2025: Diese Zahl steht für einen spürbaren Beitrag zur Stromversorgung, aber nicht automatisch für sinkende Netzentgelte. Gemessen am öffentlichen Stromverbrauch deckt Offshore-Wind rund 5,6 % ab. Entscheidend ist jedoch, wann und wo der Strom ins Netz fließt. Zwischen Börsenpreis, Redispatch, Abregelung und Netzengpässen zeigt sich: Offshore kann Systemkosten senken, wenn Transport und Integration funktionieren. Bleiben Engpässe bestehen, entstehen zusätzliche Kosten für Netzstabilität und Engpassmanagement.

Einleitung

26,1 Terawattstunden klingen abstrakt. Für dich als Stromkunde zählt jedoch, ob sich diese Menge in stabilen Preisen und einem sicheren Netz niederschlägt. Laut Fraunhofer ISE speiste Offshore-Wind Deutschland 2025 genau diese 26,1 TWh in das öffentliche Netz ein. Gleichzeitig lag der öffentliche Stromverbrauch bei rund 465 TWh.

Damit deckt Offshore-Wind etwa 5,6 % des öffentlichen Strombedarfs. Das ist kein Randphänomen mehr, sondern ein relevanter Baustein im Energiesystem. Dennoch taucht die Zahl nicht direkt als Entlastung auf deiner Stromrechnung auf. Der Weg vom Windpark in der Nordsee bis zur Steckdose führt über Börsenpreise, Netzentgelte und technische Eingriffe zur Stabilisierung des Netzes.

Die zentrale Frage lautet daher: Entlastet Offshore-Wind 2025 das Stromnetz und die Kostenstruktur wirklich, oder entstehen durch Engpässe und Abregelungen neue Belastungen?

26,1 TWh im Kontext des Stromverbrauchs

Die 26,1 TWh Offshore-Strom entsprechen etwa 5,6 % des öffentlichen Netzverbrauchs von 465 TWh im Jahr 2025. Bezieht man den gesamten Strombedarf inklusive Eigenverbrauch von Industrie und Photovoltaik ein, liegt der Wert bei rund 495 TWh. Der Anteil verschiebt sich dann leicht nach unten.

Zum Jahresende 2025 waren laut Energy-Charts rund 9,5 GW Offshore-Leistung installiert. Aus der erzeugten Energiemenge ergibt sich eine rechnerische Auslastung von rund 31 %. Das bedeutet etwa 2.747 Volllaststunden im Jahr. Offshore-Anlagen liefern damit deutlich gleichmäßiger als viele andere erneuerbare Quellen, bleiben aber wetterabhängig.

Offshore-Wind deckte 2025 rund 5,6 % des öffentlichen Stromverbrauchs in Deutschland.

In Stunden mit starkem Wind kann Offshore einen erheblichen Teil der Last tragen. In windschwachen Phasen sinkt der Beitrag entsprechend. Für typische Abend- oder Winterspitzen bedeutet das: Offshore kann unterstützen, garantiert aber keine vollständige Deckung von Spitzenlasten. Das System braucht weiterhin flexible Kraftwerke, Speicher oder Lastverschiebung.

Zentrale Kennzahlen zu Offshore-Wind 2025
Merkmal Beschreibung Wert
Erzeugung Offshore Nettoeinspeisung ins öffentliche Netz 2025 26,1 TWh
Öffentlicher Verbrauch Stromverbrauch aus dem öffentlichen Netz 465 TWh
Installierte Leistung Offshore-Kapazität Ende 2025 9,5 GW
Anteil am Verbrauch Beitrag von Offshore am öffentlichen Netz ca. 5,6 %

Börsenpreis, Netzentgelte und Umlagen

Wenn viel Windstrom ins Netz fließt, sinkt in der Regel der Großhandelsstrompreis an der Börse. Das liegt am sogenannten Merit-Order-Effekt: Erneuerbare Energien mit geringen Grenzkosten verdrängen teurere Kraftwerke aus dem Markt. Für Stromlieferanten kann das günstige Einkaufspreise bedeuten.

Für Haushalte und Betriebe kommt dieser Effekt jedoch oft verzögert an. Ein Teil des Endpreises besteht aus Netzentgelten, Steuern und weiteren Umlagen. Diese Komponenten hängen nicht direkt vom Börsenpreis ab. Wenn durch hohe Einspeisung zusätzliche Netzeingriffe nötig werden, können Netzkosten sogar steigen.

Hinzu kommt, dass Offshore-Strom aus Nord- und Ostsee in Verbrauchszentren im Süden und Westen transportiert werden muss. Reichen Leitungen nicht aus, entstehen Engpässe. Die Kosten für Engpassmanagement werden über Netzentgelte verteilt. So kann ein niedriger Börsenpreis gleichzeitig mit steigenden Netzentgelten auftreten.

Redispatch, Abregelung und Netzstabilität

Netzbetreiber greifen ein, wenn Strom nicht dort produziert wird, wo er gerade gebraucht wird. Dieses Eingreifen nennt sich Redispatch. Kraftwerke werden hoch- oder heruntergefahren, um Leitungen nicht zu überlasten. Auch Windanlagen können zeitweise abgeregelt werden.

Für 2025 weist Energy-Charts auf mehrere Terawattstunden an Abregelungen und geschätzte zusätzliche Mengen bei negativen Strompreisen hin. Jede nicht genutzte Kilowattstunde bedeutet, dass vorhandene Infrastruktur nicht optimal genutzt wird. Gleichzeitig fallen Entschädigungszahlungen an, die über das System finanziert werden.

Für die Netzstabilität sind solche Eingriffe notwendig. Ohne sie drohen Überlastungen oder Frequenzabweichungen. Aus Verbrauchersicht entsteht jedoch ein Spannungsfeld: Offshore-Wind erhöht den Anteil erneuerbarer Energie, kann aber bei Engpässen zusätzliche Systemkosten verursachen.

Wann Offshore die Systemkosten senkt

Offshore-Wind senkt die Systemkosten vor allem dann, wenn drei Bedingungen erfüllt sind. Erstens muss ausreichend Netzkapazität vorhanden sein, um Strom von der Küste in Lastzentren zu transportieren. Zweitens braucht es flexible Verbraucher oder Speicher, die auf hohe Einspeisung reagieren können. Drittens sollte Abregelung möglichst gering bleiben.

Rein rechnerisch liefert jedes zusätzliche Gigawatt Offshore-Leistung bei ähnlicher Auslastung rund 2,7 TWh pro Jahr. Das zeigt, wie stark sich Ausbau auf die Energiemenge auswirkt. Entscheidend bleibt jedoch die Integration ins Gesamtsystem.

Gelingt der Netzausbau parallel zum Zubau, können mehr fossile Kraftwerke verdrängt werden. Dann sinken Emissionen und tendenziell auch variable Erzeugungskosten. Bleiben Engpässe bestehen, steigen Aufwendungen für Redispatch und Engpassmanagement. Offshore-Wind ist daher kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer komplexen Infrastrukturaufgabe.

Fazit

Die 26,1 TWh Offshore-Wind Deutschland 2025 stehen für einen relevanten Beitrag zur Stromversorgung. Rund 5,6 % des öffentlichen Verbrauchs stammen aus Anlagen auf See. Das kann Börsenpreise dämpfen und fossile Erzeugung verdrängen. Gleichzeitig zeigt sich: Ohne leistungsfähige Nord-Süd-Verbindungen und effizientes Engpassmanagement entstehen zusätzliche Kosten durch Redispatch und Abregelung. Offshore entlastet das System dann, wenn Erzeugung, Netz und Flexibilität zusammenspielen. Die Zahl allein entscheidet nicht über deine Stromrechnung, wohl aber die Qualität der Integration.

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