Beim Mercedes EQA Rückruf und beim betroffenen EQB 250+ geht es diesmal nicht um ein Software-Update, sondern um den Austausch der Hochvolt-Batterie. Weltweit sind rund 51.700 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland etwa 4.700. Hintergrund ist das Risiko eines internen Kurzschlusses in bestimmten Akkumodulen, der im schlimmsten Fall zu einem Brand führen kann. Was genau passiert ist, welche Baujahre betroffen sind und was ein Akkutausch für dich als Halter praktisch bedeutet, klärt dieser Überblick.
Einleitung
Wenn ein Elektroauto wegen Brandgefahr in die Werkstatt muss, ist das für viele Halter ein Schreckmoment. Genau darum geht es jetzt bei bestimmten Versionen von Mercedes EQA 250+ und EQB 250+. Anders als bei früheren Maßnahmen reicht diesmal kein Software-Update. Die Hochvolt-Batterie wird komplett ersetzt.
Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt betrifft der Rückruf Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum 20. Februar 2021 bis 30. Juli 2024. Weltweit sind rund 51.729 Fahrzeuge registriert, davon etwa 4.677 in Deutschland. Der Rückruf läuft unter der KBA-Referenz 16136R.
Im Zentrum steht das Risiko eines internen Kurzschlusses in bestimmten Batteriepacks. Im ungünstigen Fall kann sich die Batterie stark erhitzen und einen Brand auslösen. Mercedes reagiert deshalb mit einem vollständigen Austausch der Batterieeinheit.
Was beim EQA und EQB technisch schiefgelaufen ist
Betroffen sind EQA 250+ und EQB 250+ mit einem 70,5-kWh-Hochvoltspeicher aus bestimmten Produktionschargen. Die Batteriezellen stammen vom Zulieferer Farasis. Nach Angaben in behördlichen und journalistischen Berichten besteht bei einzelnen Packs das Risiko eines internen Kurzschlusses.
Ein interner Kurzschluss kann dazu führen, dass sich die Batterie stark erhitzt und es in seltenen Fällen zu einem Brand kommt.
Technisch gesprochen kann es innerhalb einer Zelle zu einer ungewollten elektrischen Verbindung kommen. Das setzt Energie frei, die die Temperatur im Modul steigen lässt. Wird diese Hitze nicht schnell begrenzt, kann sie sich auf benachbarte Zellen ausbreiten. Dieses Szenario wird als “thermisches Durchgehen” bezeichnet.
Mercedes hatte zunächst mit Software reagiert und unter anderem eine Ladebegrenzung empfohlen. Fahrzeuge sollten vorsorglich nicht über 80 Prozent geladen und möglichst im Freien geparkt werden. Diese Maßnahmen sollten das Risiko reduzieren, gelten nun aber als nicht ausreichend. Deshalb folgt jetzt der Austausch des kompletten Batteriepakets.
| Merkmal | Beschreibung | Wert |
|---|---|---|
| Betroffene Modelle | Mercedes EQA 250+ und EQB 250+ | Baureihe 243 |
| Produktionszeitraum | Fahrzeuge mit 70,5-kWh-Batterie | 20.02.2021–30.07.2024 |
| Anzahl Fahrzeuge | Weltweit / Deutschland | ca. 51.729 / 4.677 |
| Maßnahme | Kompletter Austausch der Hochvolt-Batterie | Rückruf 16136R |
Welche Fahrzeuge betroffen sind
Entscheidend ist nicht das Modelljahr auf dem Papier, sondern der tatsächliche Produktionszeitraum. Das Kraftfahrt-Bundesamt nennt als betroffene Spanne den 20. Februar 2021 bis 30. Juli 2024. Innerhalb dieses Zeitraums wurden EQA 250+ und EQB 250+ mit dem genannten Batteriepaket ausgeliefert.
Weltweit summiert sich das auf rund 51.700 Fahrzeuge. In Deutschland sind es knapp 4.700. Diese Zahlen stammen aus offiziellen Rückrufangaben und Berichten von Fachmedien. Für Halter heißt das: Entscheidend ist die Fahrgestellnummer. Ob dein Fahrzeug konkret betroffen ist, erfährst du über das Herstelleranschreiben oder über eine Abfrage bei deinem Servicepartner.
Der Rückruf wird vom KBA überwacht. Hersteller sind in solchen Fällen verpflichtet, Halter zu informieren und die Abhilfemaßnahme kostenfrei durchzuführen. Für dich entstehen also keine direkten Werkstattkosten.
Was der Akkutausch für dich bedeutet
Ein kompletter Tausch der Hochvolt-Batterie ist kein kleiner Eingriff. Laut Berichten aus der Branche kalkuliert Mercedes mit etwa einem Werkstatttag pro Fahrzeug. Das ist die reine Arbeitszeit. In der Praxis kann es durch Terminlage und Teileverfügbarkeit länger dauern, bis dein Fahrzeug wieder auf dem Hof steht.
Während der Wartezeit gilt die Empfehlung, den Akku nicht über 80 Prozent zu laden und möglichst im Freien zu parken. Das kann im Alltag spürbar sein. Wer regelmäßig lange Strecken fährt, muss mit geringerer Reichweite planen.
Der Austausch selbst erfolgt für dich kostenfrei. Zur Frage nach Garantie oder möglichem Wertverlust gibt es in den offiziellen Mitteilungen keine Hinweise auf Einschränkungen. In der Regel bleibt die Herstellergarantie bestehen, da es sich um eine vom Hersteller angeordnete Maßnahme handelt.
Ob und in welchem Umfang Ersatzfahrzeuge gestellt werden, hängt vom jeweiligen Händler ab. Hier lohnt es sich, frühzeitig nachzufragen und den Werkstatttermin so zu legen, dass er in deinen Alltag passt.
Abgrenzung zu früheren Rückrufen
Der EQB war in der Vergangenheit bereits Gegenstand von Rückrufen. Damals ging es unter anderem um Software-Anpassungen, die das Ladeverhalten oder die Batterieüberwachung betrafen. Der aktuelle Schritt unterscheidet sich deutlich.
Statt einer reinen Softwarelösung wird nun das komplette Batteriepaket ersetzt. Das ist ein deutlich tieferer Eingriff und zeigt, dass die zuvor gewählten Maßnahmen als nicht ausreichend angesehen wurden. Für Halter ist das zwar mit Aufwand verbunden, gleichzeitig bedeutet ein neuer Akku auch einen technisch sauberen Neustart.
Wichtig ist die klare Trennung: Wer bereits ein Software-Update erhalten hat, ist nicht automatisch von dieser Maßnahme befreit. Entscheidend bleibt die Zuordnung zum aktuellen Rückruf mit der Referenz 16136R.
Fazit
Der aktuelle Rückruf für Mercedes EQA 250+ und EQB 250+ ist mehr als eine formale Sicherheitsmaßnahme. Wegen des Risikos eines internen Kurzschlusses wird die Hochvolt-Batterie vollständig ersetzt. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Zeitraum Februar 2021 bis Juli 2024, weltweit rund 51.700 Stück.
Für dich als Halter bedeutet das Organisation, einen Werkstatttermin und vorübergehende Einschränkungen beim Laden. Die Kosten für den Austausch trägt der Hersteller. Entscheidend ist jetzt, das eigene Fahrzeug prüfen zu lassen und die Hinweise ernst zu nehmen.





