Der Kia EV4 startet in Deutschland bei 37.590 Euro und wirkt damit wie ein attraktiver Einstieg in die Elektromobilität. Dieser Artikel ordnet ein, was die Kia EV4 Basisversion im Alltag tatsächlich bietet und wo sie spart. Im Fokus stehen reale Reichweite, Ladeleistung, Serienausstattung und laufende Kosten. Ziel ist eine ehrliche Einschätzung, ob der Preis im Alltag trägt oder ob sich die vermeintliche Ersparnis später relativiert.
Einleitung
Der Kauf eines Elektroautos beginnt oft mit einem Blick auf den Einstiegspreis. 37.590 Euro für einen neuen Kia EV4 wirken auf den ersten Blick fair, besonders im Vergleich zu vielen Wettbewerbern. Doch im Alltag zählen andere Fragen mehr. Reicht die Batterie auf der Autobahn im Winter? Wie schnell lädt das Auto unterwegs wirklich? Und welche Ausstattungen fehlen in der Basis, die später Geld kosten.
Genau hier trennt sich ein gutes Angebot von einer Preisfalle. Viele Käufer rechnen grob, übersehen aber Details wie Ladeverluste, Ladepreise oder optionale Extras. Dieser Artikel schaut deshalb konsequent auf die Nutzung in Deutschland und Europa. Die Perspektive ist bewusst pragmatisch und orientiert sich an typischen Pendlern, nicht an Idealwerten aus dem Prospekt.
Reichweite und Batterie im Alltag
Die Basisversion des Kia EV4 nutzt laut Hersteller eine Batterie mit 58,3 kWh Nennkapazität. Kia gibt für diese Variante eine kombinierte WLTP-Reichweite von rund 382 Kilometern an. Dieser Wert entsteht unter genormten Bedingungen und ist als Vergleichsgröße gedacht, nicht als Garantie für den Alltag.
WLTP-Werte sind Laborangaben und liegen im realen Betrieb meist spürbar über dem, was Fahrer tatsächlich erreichen.
Aus den offiziellen Daten lässt sich ein WLTP-Verbrauch von etwa 153 Wh pro Kilometer ableiten. Auf der Autobahn oder im Winter steigt der Energiebedarf deutlich. Unabhängige Einordnungen gehen davon aus, dass bei konstantem Autobahntempo realistisch 170 bis 200 Wh pro Kilometer anfallen können. Damit sinkt die praxisnahe Reichweite auf etwa 290 bis 340 Kilometer.
| Merkmal | Beschreibung | Wert |
|---|---|---|
| Batterie | Nennkapazität laut Hersteller | 58,3 kWh |
| WLTP-Reichweite | Kombinierter Normwert | ca. 382 km |
| Motorleistung | Elektromotor an der Vorderachse | 150 kW |
Laden im echten Leben
Beim Laden zeigt sich, wie alltagstauglich ein Elektroauto wirklich ist. Kia nennt für die kleinere Batterie des EV4 keine explizite maximale DC-Ladeleistung. Unabhängige Rekonstruktionen von Ladeprofilen gehen von einem Peak im Bereich um 120 bis 125 kW aus. Entscheidend ist jedoch nicht der Spitzenwert, sondern die durchschnittliche Leistung zwischen 10 und 80 Prozent Ladezustand.
Für diesen praxisrelevanten Bereich werden im Schnitt rund 105 kW genannt. Unter idealen Bedingungen kann der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent damit gut 25 Minuten dauern. In der Realität verlängern Temperatur, belegte Säulen oder geringere Ladeleistung diese Zeit oft spürbar.
An der heimischen Wallbox lädt der EV4 wie viele Fahrzeuge seiner Klasse mit bis zu 11 kW Wechselstrom. Für Pendler mit eigener Lademöglichkeit ist das ausreichend. Wer regelmäßig auf öffentliche Schnelllader angewiesen ist, sollte die Ladepreise einkalkulieren. Diese liegen in Deutschland je nach Anbieter oft deutlich über dem Haushaltsstrompreis.
Ausstattung und typische Aufpreise
Der günstige Einstiegspreis bedeutet zwangsläufig Kompromisse bei der Serienausstattung. In der Basisversion konzentriert sich der Kia EV4 auf die notwendigen Funktionen. Komfort- und Effizienzextras sind häufig aufpreispflichtig oder höheren Ausstattungslinien vorbehalten.
Besonders relevant ist die Wärmepumpe. Sie kann den Energieverbrauch im Winter deutlich senken und damit Reichweite sparen. Laut Händler- und Medienangaben ist sie nicht in jeder Basisvariante serienmäßig enthalten. Wer viel bei niedrigen Temperaturen fährt, sollte diesen Punkt genau prüfen.
Auch bei Assistenzsystemen, größeren Infodisplays oder Sitzkomfort zeigt sich schnell, wie der Preis steigt. Die Basis bleibt funktional, erreicht aber nicht das Niveau vieler Fahrzeuge, die auf den ersten Blick nur wenige Tausend Euro teurer wirken.
Monatliche Kosten und Pendlerprofil
Für eine realistische Bewertung lohnt sich der Blick auf monatliche Kosten. Ein Pendler mit etwa 15.000 Kilometern pro Jahr verbraucht mit dem EV4 je nach Fahrprofil rund 2.600 bis 3.000 kWh Strom. Beim Laden zu Hause ergeben sich überschaubare Energiekosten. Öffentliche Schnelllader können diesen Posten jedoch deutlich erhöhen.
Hinzu kommen Versicherung und Wartung. Elektroautos gelten hier als vergleichsweise günstig, wobei Typklasse und individuelle Tarife stark variieren. Die Kfz-Steuer entfällt für Elektrofahrzeuge derzeit vollständig, was den monatlichen Aufwand senkt.
Rechnet man Finanzierung oder Leasing ein, zeigt sich: Die Basisversion passt gut zu Nutzern mit planbaren Strecken und Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz. Wer häufig lange Strecken fährt und schnellladen muss, zahlt indirekt mehr.
Fazit
Der Kia EV4 ab 37.590 Euro ist kein Blender, aber auch kein Selbstläufer. Die Basisversion bietet solide Technik, eine ordentliche Reichweite im Alltag und akzeptable Ladezeiten. Sie spart vor allem bei Ausstattung und Komfort. Für Pendler mit eigener Lademöglichkeit und überwiegend kurzen bis mittleren Strecken kann das Paket gut passen.
Teurer wird es für Fahrer, die regelmäßig lange Autobahnetappen fahren, im Winter maximale Reichweite erwarten oder viele Extras benötigen. Dann relativiert sich der Einstiegspreis schnell. Entscheidend ist nicht der Listenpreis, sondern das eigene Nutzungsprofil.





