Redaktionsdatum: 03. February 2026
Berlin
Auf einen Blick
Ein neuer Milliardenauftrag für HGÜ-Kabel zeigt, wie teuer moderner Netzausbau sein kann. Solche Investitionen landen nicht automatisch auf deiner Stromrechnung, sie setzen aber den Rahmen. In Deutschland entscheidet am Ende das System der Netzentgelte, wie Netzausbau Kosten verteilt werden.
Das Wichtigste
- Prysmian meldet einen Auftrag von rund 2 Mrd. £ für das HGÜ-Kabelsystem von Eastern Green Link 4 (EGL4).
- Offiziell genannt werden rund 640 km Kabel (davon etwa 530 km unterseeisch) und eine Übertragungsleistung von 2 GW.
- Für Deutschland erklärt die Bundesnetzagentur: Netzentgelte basieren auf geprüften Netzkosten und sind ein relevanter Teil des Strompreises.
- Eine DIW-Econ-Studie weist bei Offshore-Netzanbindungen in Deutschland höhere Kosten aus als im UK und diskutiert auch regulatorische Ursachen.
Einleitung
Wenn über neue Stromleitungen gesprochen wird, geht es oft um Akzeptanz und Geschwindigkeit – aber selten um die Frage: Wer bezahlt das? Anlass ist ein großer HGÜ-Kabelauftrag in Großbritannien. Er macht greifbar, welche Summen in Stromnetz-Kabel fließen. Für Haushalte und E‑Auto-Laden ist entscheidend, wie Netzentgelte solche Netzkosten am Ende verteilen.
Was neu ist
Laut Mitteilungen von Prysmian sowie von National Grid und SP Energy Networks hat Prysmian einen Auftrag im Umfang von rund 2 Mrd. £ für das Projekt Eastern Green Link 4 erhalten. Der Link soll als HGÜ-Verbindung (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, kurz: Stromtransport über lange Strecken mit Gleichstrom) zwischen Fife in Schottland und Norfolk in England bis zu 2 GW übertragen. Genannt werden insgesamt über 640 km Kabel, darunter etwa 530 km unterseeisch und über 116 km an Land. In den offiziellen Angaben wird außerdem ein grober Zeitplan skizziert: Planungsanträge im Jahr 2026, Baubeginn um 2029 und Inbetriebnahme um 2033.
Was das bedeutet
Der Auftrag betrifft Großbritannien – trotzdem hilft er beim Verständnis: Netzausbau ist kapitalintensiv, und Kabel sind ein großer Kostenblock. Ob solche Summen „bei dir ankommen“, entscheidet in Deutschland vor allem der Mechanismus der Netzentgelte. Die Bundesnetzagentur beschreibt Netzentgelte als regulierte Entgelte, die aus geprüften Netzkosten abgeleitet werden. In einer Beispielaufteilung der Behörde macht der Netzanteil 20,4 % des Strompreises aus (als Illustration, nicht als fester Wert für alle Tarife). Einordnung: Steigen Netzkosten, können sie – je nach Regulierung und Kostenprüfung – den kWh‑Preis und damit auch das Laden von E‑Autos verteuern, weil beim Laden immer auch Netzentgelte mitbezahlt werden.
Wie es weitergeht
Beim EGL4-Projekt ist laut den Projektpartnern der nächste offizielle Schritt die Einreichung der Planungsunterlagen im Jahr 2026; bis zum erwarteten Betrieb um 2033 bleiben viele Detailentscheidungen offen, etwa zu Bauabläufen und Lieferketten. In Deutschland dreht sich parallel die Diskussion um die Verteilung von Netzausbau Kosten: Die Bundesnetzagentur kündigt an, dass ab 2025 in Regionen mit hoher Erzeugung aus erneuerbaren Energien niedrigere Netzentgelte möglich werden sollen. Zusätzlich liefert Forschung Kontext: Eine DIW-Econ-Analyse zu Offshore-Netzanbindungen (Stand: 2019, also älter) vergleicht Kosten in Deutschland und dem UK und diskutiert auch Marktdesign als Kostentreiber. Für Verbraucher heißt das: Nicht „das Kabel“ macht die Rechnung, sondern die Regeln, nach denen Netzkosten aufgeteilt werden.Update: 09:33 – [kurzer Nachtrag nur wenn wirklich nötig und belegt]
Fazit
Der Milliardenauftrag für ein HGÜ-Kabelsystem zeigt, warum Netzausbau politisch und finanziell so umkämpft ist. Ob und wie stark das beim Einzelnen spürbar wird, hängt in Deutschland von den Netzentgelten und ihrer Regulierung ab.
Schreib uns, wie du Netzentgelte fair gestalten würdest – eher nach Verbrauch, nach Leistung oder regional unterschiedlich?
Quellen
- Prysmian: Vertrag für Eastern Green Link 4 (Pressemitteilung)
- National Grid: EGL4-Kabelvertrag über 32 Mrd. £ (Projektmeldung)
- SP Energy Networks: EGL4 meldet Kabelauftrag an Prysmian
- Bundesnetzagentur: Erläuterungen zu Netzentgelten
- DIW Econ (2019): Market design für Offshore-Netzanbindungen (PDF)
Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge sowie aktuelle Webquellen verwendet. Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen mit Stand vom 03.02.2026.





