Das Heizungsgesetz 2026 bringt neue Vorgaben für Öl- und Gasheizungen und setzt stärker auf erneuerbare Energien. Für Hausbesitzer geht es dabei nicht nur um Technik, sondern um konkrete Kosten: Anschaffung, Förderung, Betrieb und steigende CO₂-Preise bis 2030. Dieser Artikel zeigt, was die Reform des Gebäudeenergiegesetzes tatsächlich vorschreibt, welche Übergangsfristen gelten und wie sich Gasheizung und Wärmepumpe finanziell vergleichen lassen – mit nachvollziehbaren Rechenbeispielen.
Einleitung
Wer 2026 eine neue Heizung plant, steht vor einer finanziellen Grundsatzentscheidung. Bleibt es beim vertrauten Gas-Brennwertkessel oder wird es eine Wärmepumpe? Das Heizungsgesetz 2026, also die Reform des Gebäudeenergiegesetzes, setzt hier klare Leitplanken. Für viele Eigentümer geht es um fünfstellige Investitionen und um die Frage, wie sich diese Entscheidung bis 2030 auf die laufenden Kosten auswirkt.
Die gesetzlichen Vorgaben greifen nicht nur bei Neubauten. Auch beim Austausch alter Anlagen gelten neue Regeln, Übergangsfristen und technische Anforderungen wie verpflichtende Prüfungen und hydraulischer Abgleich. Gleichzeitig verändern sich Marktpreise und Förderbedingungen. Laut einem Bericht von Clean Energy Wire lagen Wärmepumpen bei den laufenden Kosten zuletzt um mehrere hundert Euro pro Jahr unter vergleichbaren Gasheizungen.
Was heißt das konkret für dein Haus oder deine Wohnung? Und wer trägt die Mehrkosten, wenn Vermieter modernisieren? Genau das schauen wir uns Schritt für Schritt an.
Was das Heizungsgesetz 2026 konkret ändert
Rechtsgrundlage ist das Gebäudeenergiegesetz in der Fassung mit Änderungen bis Januar 2026. Es regelt, wie viel Energie Gebäude verbrauchen dürfen und welche Anforderungen neue Heizungen erfüllen müssen. Zentral ist die Vorgabe, dass neu eingebaute Heizsysteme einen hohen Anteil erneuerbarer Energien nutzen müssen. In der politischen Debatte und in wissenschaftlichen Analysen wird hier regelmäßig die Marke von 65 Prozent erneuerbarer Energie für neue Anlagen genannt.
Das Gebäudeenergiegesetz enthält konkrete technische Pflichten, etwa Prüf- und Optimierungsvorgaben für Wärmepumpen sowie Übergangsregelungen für bestehende Gebäude.
Für Neubauten gelten die Anforderungen unmittelbar. Für Bestandsgebäude gibt es gestaffelte Fristen und Ausnahmen, die im Gesetz selbst in den Übergangsvorschriften geregelt sind. Reine Öl- oder Gasheizungen sind in bestimmten Konstellationen nicht mehr zulässig. Zudem schreibt das Gesetz technische Maßnahmen wie den hydraulischen Abgleich und regelmäßige Überprüfungen vor, um die Effizienz im Alltag sicherzustellen.
Wichtig für Eigentümer ist: Die Reform kommt nicht aus dem Nichts. Sie steht im Kontext der deutschen Klimaziele und der europäischen Energiepolitik. Wer heute investiert, sollte deshalb nicht nur die aktuelle Regelung betrachten, sondern auch die Entwicklung der Energiepreise und der CO₂-Bepreisung bis 2030 einplanen.
Gasheizung oder Wärmepumpe: die Investitionskosten
Die Anschaffungskosten unterscheiden sich deutlich. In typischen Marktbeispielen liegen installierte Gas-Brennwertheizungen bei rund 5.500 Euro, während eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation häufig bei etwa 14.000 Euro angesetzt wird. Diese Werte werden auch in Beispielrechnungen zur Wirtschaftlichkeit verwendet, etwa in energiepolitischen Analysen.
Der Abstand von rund 8.500 Euro wirkt auf den ersten Blick abschreckend. Allerdings spielen Förderprogramme eine Rolle, die die Anfangsinvestition reduzieren können. Welche Zuschüsse im Einzelfall greifen, hängt von Programm, Gebäudeart und Einkommenssituation ab. Hier lohnt ein genauer Blick in die aktuellen Richtlinien.
Rechnet man die Investition auf eine angenommene Lebensdauer von 20 Jahren um, relativiert sich der Unterschied etwas. In Beispielkalkulationen mit einem Zinssatz von 3 Prozent pro Jahr fällt die jährliche Kapitalbelastung bei der Wärmepumpe höher aus, aber sie verteilt sich über zwei Jahrzehnte. Entscheidend ist daher nicht nur der Kaufpreis, sondern die Summe aus Kapital- und Betriebskosten.
Betriebskosten und CO₂-Preis bis 2030
Für ein typisches Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 12.000 Kilowattstunden pro Jahr lassen sich die laufenden Kosten modellhaft vergleichen. Bei einer Gasheizung mit einem Wirkungsgrad von 95 Prozent steigt der Brennstoffbedarf entsprechend leicht über den eigentlichen Wärmebedarf. Bei einer Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3.0 wird nur etwa ein Drittel der Wärme als Strom zugekauft.
Setzt man beispielhaft einen Strompreis von 0,40 Euro pro Kilowattstunde und einen Gaspreis von 0,12 Euro pro Kilowattstunde an, ergeben sich spürbare Unterschiede. Clean Energy Wire berichtet, dass Wärmepumpen im Betrieb um mehrere hundert Euro pro Jahr günstiger sein können als Gasheizungen. Dieser Vorteil hängt jedoch stark von Energiepreisen und der Effizienz der Anlage ab.
Ein zusätzlicher Faktor ist der CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe. Steigt dieser bis 2030 weiter an, verteuert sich Erdgas zusätzlich. Jede Tonne CO₂ schlägt sich über den Brennstoffpreis direkt in der Heizkostenabrechnung nieder. Für Eigentümer bedeutet das ein langfristiges Preisrisiko, das bei der Investitionsentscheidung berücksichtigt werden sollte.
Einfamilienhaus vs. Mehrfamilienhaus
Im Einfamilienhaus trägst du als Eigentümer die Investition und profitierst direkt von niedrigeren Betriebskosten. Die Rechnung ist relativ klar: höhere Anfangskosten bei der Wärmepumpe, dafür potenziell geringere jährliche Ausgaben und weniger Risiko durch steigende CO₂-Preise.
Im Mehrfamilienhaus ist die Lage komplexer. Vermieter investieren, dürfen Modernisierungskosten aber teilweise auf die Miete umlegen. Gleichzeitig wirken sich niedrigere Heizkosten positiv auf die Nebenkosten der Mieter aus. Ob sich eine Wärmepumpe schneller rechnet, hängt hier stark vom Gebäudezustand, vom Wärmebedarf und von der Verteilung der Kosten ab.
Technisch stellt das Gesetz zusätzliche Anforderungen an größere Anlagen, etwa Prüfungen nach der ersten Heizperiode. Das erhöht den Planungsaufwand. Wer hier frühzeitig eine fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt, vermeidet spätere Überraschungen.
Fazit
Das Heizungsgesetz 2026 verändert die Spielregeln für neue Heizungen spürbar. Die Investition in eine Wärmepumpe ist meist deutlich höher als bei einer Gasheizung. Gleichzeitig sprechen die laufenden Kosten und das Risiko steigender CO₂-Preise eher für erneuerbare Systeme. Für Hausbesitzer entscheidet sich die Frage damit weniger ideologisch als betriebswirtschaftlich: Wie lange bleibt das Gebäude in deinem Besitz, wie hoch ist der Wärmebedarf und welche Energiepreise erwartest du bis 2030?
Wer nur auf den Kaufpreis schaut, übersieht die langfristigen Effekte. Wer ausschließlich auf mögliche Einsparungen setzt, unterschätzt die Anfangsbelastung. Am Ende zählt eine saubere Rechnung mit realistischen Annahmen.





