Google bringt Gemini-Musikgenerator Lyria in die Gemini API

Stand: 18. February 2026, 17:45 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

Google hat den “Gemini Musikgenerator” als Modell “Lyria RealTime” in der Gemini API dokumentiert und zugänglich gemacht. Entwickler können Musik in Echtzeit als Audiostream erzeugen. Das verschiebt generative Audiofunktionen näher an Anwendungen und Geräte. Konkrete Preise nennt Google für die Nutzung bislang nicht.

Das Wichtigste

  • Google stellt Musikgenerierung mit “Lyria RealTime” über die Gemini API und AI Studio bereit.
  • Die Schnittstelle liefert einen Echtzeit-Stream, laut Dokumentation im Format PCM16 mit 48 kHz und Stereo-Ausgabe sowie Wasserzeichen.
  • Der Zugriff läuft über eine v1alpha-Streaming-Verbindung; Angaben zu Preisen pro Nutzungseinheit fehlen.

Start des Musikmodells in der Gemini-Entwicklerplattform

Google erweitert seine Gemini-Entwicklerangebote um ein Musikmodell, das Audio in Echtzeit generiert. Die Funktion ist als Streaming-Schnittstelle ausgelegt und richtet sich an Anwendungen, die Musik dynamisch erzeugen oder anpassen. Damit wird generative Musik stärker als API-Dienst vermarktet, statt nur als einzelne App-Funktion.

Was Google veröffentlicht hat

Laut der offiziellen Gemini-API-Dokumentation können Entwickler über eine bidirektionale Live-Verbindung Musik generieren und während des laufenden Streams Parameter ändern. Genannt werden unter anderem Gewichtungen für Textprompts sowie Konfigurationen für Tempo, Dichte, Helligkeit und einen “guidance”-Wert. Als Audioausgabe beschreibt Google einen Stereo-Stream mit 48 kHz im Rohformat PCM16. Die Dokumentation weist zudem darauf hin, dass Ausgaben mit einem Wasserzeichen versehen werden.

Die Nutzung erfolgt über ein Modell, das in Beispielen als “models/lyria-realtime-exp” geführt wird. Der Zugriff ist in den gezeigten Codebeispielen an eine v1alpha-API-Version gebunden. TechCrunch berichtete bereits im Mai 2025 über die Verfügbarkeit von “Lyria RealTime” in Googles API-Angebot und ordnete das Modell als Teil des Ausbauprogramms für generative Audiofunktionen ein.

Folgen für Verfügbarkeit und Kosten in Europa

Für Entwickler und Unternehmen in Deutschland und der EU ist die Anbindung technisch an die Gemini API gekoppelt, die über API-Schlüssel und Streaming-Verbindungen genutzt wird. Die Dokumentation enthält keine EU-spezifischen Einschränkungen, verweist aber auf ein experimentelles Modellkürzel und eine Vorab-Schnittstelle. Für die praktische Nutzung bedeutet das, dass Stabilität, Quoten und Support-Umfang je nach Zugriffsstufe variieren können.

Für die Kostenplanung bleibt entscheidend, dass Google in den veröffentlichten Unterlagen keine Preisliste für Musikgenerierung nennt. Das betrifft insbesondere Abrechnungsmodelle pro Generationsminute oder pro Datenvolumen. Für Anwendungen mit Echtzeit-Streams kann zudem das Datenaufkommen relevant werden, weil Roh-Audio ohne Kompression übertragen wird.

Wie Google den Dienst weiter ausrollt

Google positioniert das Modell als Live-Funktion in der Gemini-Entwicklerplattform und verbindet es mit bestehenden Gemini- und Cloud-Angeboten. Der Endpoint-Name mit dem Zusatz “exp” und die v1alpha-Anbindung deuten auf einen frühen Produktstatus hin. Ein Zeitplan für eine allgemein verfügbare, versionierte Schnittstelle bleibt bislang offen.

Einordnung

Mit “Lyria RealTime” rückt generative Musik als Echtzeit-API in den Bereich klassischer Softwareintegration. Die Veröffentlichung der technischen Spezifikationen macht den Dienst unmittelbar nutzbar, lässt aber zentrale Fragen zur kommerziellen Kalkulation noch unbeantwortet. Für den europäischen Markt bleibt neben der technischen Verfügbarkeit vor allem die Klärung von Kosten- und Vertragsdetails maßgeblich.

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