Auf einen Blick
Fahrerlose Taxis rücken in Großbritannien näher: Mit dem Automated Vehicles Act 2024 ist der Rechtsrahmen gesetzt, und Unternehmen planen neue Tests. Gleichzeitig zeigen bisherige Shuttle-Projekte, wie stark der Alltagseinsatz von klaren Einsatzgebieten, Sicherheitsnachweisen und Betriebskonzepten abhängt.
Das Wichtigste
- Der Automated Vehicles Act 2024 schafft in Großbritannien die Grundlage für „No-user-in-charge“-Fahrten ohne verantwortlichen Menschen im Fahrzeug.
- Wayve und Uber kündigten im Juni 2025 Partnerschaft und geplante Level-4-Tests in London an, vorbehaltlich Genehmigungen.
- Reale Pilotprojekte arbeiten oft mit klar begrenzten Strecken und umfangreicher Sensorik; in Milton Keynes wurden u. a. 5 LiDARs und 7 Kameras genannt.
- Für Entwicklung und Aufklärung spielen große Datenmengen eine Rolle: Eine im POST-Briefing zitierte Schätzung nennt etwa 4.000 GB pro Fahrzeug und Tag.
Einleitung
Großbritannien gilt als einer der europäischen Märkte, die fahrerlose Mobilität gezielt erproben. 2024 wurde mit dem Automated Vehicles Act ein neuer Rechtsrahmen geschaffen, und für 2026 werden erste Roll-outs und Pilotangebote in Aussicht gestellt. Für Verbraucher ist entscheidend, ob Robotaxis wirklich alltagstauglich werden – oder vorerst ein streng begrenztes Testangebot bleiben.
Was neu ist
In Großbritannien hat der Automated Vehicles Act 2024 zentrale Begriffe und Zuständigkeiten für automatisiertes Fahren festgelegt, darunter Fahrten „ohne User in Charge“ – also ohne Person, die im Fahrzeug die Fahraufgabe verantwortet. Parallel treiben Unternehmen ihre Vorhaben voran: Wayve und Uber kündigten 2025 an, in London Level-4-Autonomie testen zu wollen, wobei Genehmigungen und die Zusammenarbeit mit Behörden ausdrücklich als Voraussetzung genannt werden. Gleichzeitig laufen im Land bereits kommunal und staatlich unterstützte Projekte: In Milton Keynes etwa wurde ein Versuch mit selbstfahrenden Shuttles beschrieben, inklusive einer Sensor-Ausstattung aus 5 LiDARs und 7 Kameras.
Was das bedeutet
Für den Alltag zählt weniger die Ankündigung als das Zusammenspiel aus Technik, Regeln und Betrieb. Level 4 bedeutet vereinfacht: Das System fährt selbstständig – aber nur in einem klar definierten Einsatzgebiet (Operational Design Domain), etwa bestimmten Stadtteilen oder Strecken und unter festgelegten Bedingungen. Genau diese Begrenzung macht Pilotangebote wahrscheinlicher als ein sofort flächendeckender Dienst. Offizielle Einordnungen betonen zudem, dass Sicherheitsnachweise nicht nur durch Testkilometer, sondern auch durch abgesperrte Tests und Simulationen geführt werden. Praktisch kommt eine weitere Hürde hinzu: Die Systeme erzeugen enorme Datenmengen – ein im POST-Briefing zitierter Richtwert liegt bei rund 4.000 GB pro Fahrzeug und Tag. Das erhöht Anforderungen an Datenschutz, Speicher, Auswertung und Unfallaufklärung.
Wie es weitergeht
Ob Robotaxis in Großbritannien 2026 wirklich „Alltag“ werden, hängt vor allem an Details, die nicht im Gesetzestitel stehen: Sekundärregeln, konkrete Zulassungsverfahren und die Frage, wie ein Betreiber Sicherheit im definierten Einsatzgebiet nachweist. Bei angekündigten London-Tests ist außerdem entscheidend, wie groß die Testflächen sind und welche Betriebsmodelle erlaubt werden – etwa mit Fernüberwachung oder menschlicher Unterstützung außerhalb des Fahrzeugs. Aus heutiger Sicht spricht vieles dafür, dass die ersten Angebote in klar begrenzten Zonen starten und schrittweise ausgebaut werden. Für Beobachter lohnt es sich, auf transparente Sicherheitsberichte, klar kommunizierte Einsatzgrenzen und behördliche Freigaben zu achten – denn genau diese Punkte entscheiden, ob das Robotaxi vom Pilotprojekt zur verlässlichen Option im Stadtverkehr wird.
Fazit
Großbritannien ist regulatorisch und organisatorisch sichtbar auf dem Weg zu Fahrerlosen Taxis, aber der Sprung in den Alltag wird zunächst über begrenzte Pilotzonen laufen. Entscheidend sind belastbare Sicherheitsnachweise, klare Einsatzgrenzen und ein transparenter Betrieb.
Was wäre für dich ein überzeugender Grund, ein Robotaxi zu nutzen – Preis, Sicherheit oder Verfügbarkeit?





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