Auf einen Blick
Das EU-Stromnetz bekommt neue Impulse: Die EU-Kommission kündigt nahezu 650 Mio. € für 14 grenzüberschreitende Energieprojekte an. Der Mix aus Netzarbeiten, Studien und Speicherprojekten soll Engpässe abbauen und die Integration von Wind- und Solarstrom erleichtern – ein zentraler Baustein für Stromnetzausbau und E‑Mobilität.
Das Wichtigste
- Die EU stellt nahezu 650 Mio. € aus der Connecting Europe Facility (CEF) für 14 grenzüberschreitende Energie-Infrastrukturprojekte bereit.
- Laut CINEA umfasst das Paket 6 Strom-Projekte (4 Arbeiten, 2 Studien) sowie 8 Wasserstoff-Projekte (1 Arbeit, 7 Studien).
- Die Auswahl basiert auf einem CEF-Energieaufruf vom 3. April 2025 und wurde am 28. Januar 2026 kommuniziert.
- ENTSO‑E beziffert in einem Bericht aus 2023 den zusätzlichen Bedarf an grenzüberschreitender Übertragungskapazität bis 2030 auf etwa 64 GW.
Einleitung
Die EU-Kommission hat am 28. Januar 2026 nahezu 650 Mio. € für 14 grenzüberschreitende Energieprojekte angekündigt. Für das EU-Stromnetz ist das aktuell relevant, weil mehr erneuerbarer Strom ins System drängt und gleichzeitig der Strombedarf – etwa durch E‑Autos – weiter steigt. Geld allein löst keine Netzprobleme, kann aber Projekte beschleunigen, die sonst Jahre brauchen.
Was neu ist
Nach Angaben der EU-Kommission fließen nahezu 650 Mio. € über die Connecting Europe Facility (CEF) in 14 grenzüberschreitende Energie-Infrastrukturprojekte. Zuständig für die Umsetzung ist die EU-Agentur CINEA. Das Paket deckt verschiedene Reifegrade ab: CINEA spricht von 6 Strom-Projekten (4 Arbeiten und 2 Studien) sowie 8 Wasserstoff-Projekten (darunter 1 Arbeit und 7 Studien). Im Stromteil geht es laut den Beschreibungen unter anderem um Maßnahmen für Netz-Resilienz, Smart-Grid-Modernisierung und Speicherprojekte wie Pumpspeicher. Die Auswahl beruht auf dem CEF-Energieaufruf vom 3. April 2025.
Was das bedeutet
Grenzüberschreitende Leitungen und Netztechnik sind eine Art „Autobahnnetz“ für Strom: Je besser die Verbindungen, desto leichter lässt sich Wind- und Solarstrom dorthin bringen, wo er gerade gebraucht wird. Genau deshalb ist das EU-Stromnetz auch für die E‑Mobilität wichtig: Wenn mehr Fahrzeuge laden, steigen Lastspitzen regional – stabile Netze und mehr Austausch zwischen Ländern können helfen, Engpässe abzufedern. Gleichzeitig zeigt der Maßstab: ENTSO‑E nennt in einem Bericht aus 2023 einen zusätzlichen Bedarf von etwa 64 GW grenzüberschreitender Kapazität bis 2030. Vor diesem Hintergrund wirkt die Fördersumme als Anschub, nicht als vollständige Lösung.
Wie es weitergeht
Entscheidend ist, wie schnell aus Förderzusagen konkrete Baufortschritte werden. Bei vielen Netzausbauvorhaben sind Genehmigungen, Detailplanung und Vergaben der Engpass – daher ist relevant, dass CINEA sowohl Arbeiten als auch Studien fördert. Bei Projekten, die als Studien laufen, dürfte es zunächst um technische Machbarkeit, Trassenvarianten oder Umweltprüfungen gehen. Bei Projekten in der Kategorie Arbeiten stehen Umsetzung und Inbetriebnahme im Vordergrund, wobei Zeitpläne in den öffentlich zugänglichen Kurzbeschreibungen nicht immer detailliert genannt werden. Für die nächsten Monate ist daher vor allem interessant, welche Projektträger weitere Dokumente veröffentlichen und welche Ausschreibungen folgen.
Fazit
Die nahezu 650 Mio. € sind vor allem deshalb wichtig, weil sie konkrete, grenzüberschreitende Bausteine im EU-Stromnetz beschleunigen können. Gleichzeitig bleibt der langfristige Bedarf groß, wie Planungszahlen von ENTSO‑E zeigen.
Welche Netzausbau-Projekte halten Sie für am dringendsten – grenzüberschreitend oder im Inland? Teilen Sie den Artikel gern und diskutieren Sie mit.





Schreibe einen Kommentar