Auf einen Blick
Die Gasspeicher EU sind im laufenden Winter deutlich abgeschmolzen. Nach einer Reuters-Analyse unter Berufung auf die Plattform AGSI+ lag der EU-weite Füllstand am 26. Januar bei 44 Prozent. Das erhöht den Bedarf für die Wiederbefüllung vor dem nächsten Winter und kann Beschaffungskosten in der EU beeinflussen.
Das Wichtigste
- Die EU-Gasspeicher lagen laut Reuters unter Berufung auf AGSI+ am 26. Januar bei 44 Prozent und damit auf einem niedrigen saisonalen Niveau.
- Die EU schreibt über die Verordnung (EU) 2022/1032 für die Mitgliedstaaten grundsätzlich ein Füllziel von 90 Prozent bis zum 1. November vor.
- In Deutschland greifen nationale Vorgaben und ein Umlage-Mechanismus zur Finanzierung von Speicherbefüllungsmaßnahmen, der operativ über Trading Hub Europe umgesetzt wird.
Speicherstände rücken wieder in den Fokus
Die europäischen Gasspeicher haben im Winter 2025/26 deutlich Gas abgegeben. Ende Januar wies die Branchenplattform AGSI+ nach Angaben von Reuters einen EU-weiten Füllstand von 44 Prozent aus. Niedrige Ausgangsniveaus zum Ende der Heizperiode können die Wiederbefüllung in der Einspeichersaison verteuern und damit die Kosten entlang der Gaslieferkette beeinflussen.
Aktueller Stand bei EU-Speichern und Marktpreisen
Reuters berichtete am 29. Januar, die europäischen Speicher würden schneller als in den Vorjahren geleert; als Referenz nannte die Agentur 44 Prozent Füllstand am 26. Januar unter Berufung auf AGSI+. In der gleichen Analyse wurde darauf verwiesen, dass die Terminpreisstruktur am Gasmarkt die Einspeicherung nicht zwingend begünstigt, wenn Sommerpreise relativ hoch und Winterpreise vergleichsweise niedriger bewertet werden.
Wichtig: Wie stark die Speicherstände bis zum Ende der Heizperiode sinken, ist noch unklar.
Bedeutung für Deutschland und Europa
Für die EU sind niedrige Speicherstände vor allem mit Blick auf die gesetzlichen Füllziele relevant. Die Verordnung (EU) 2022/1032 verpflichtet Mitgliedstaaten grundsätzlich, die Speicher bis zum 1. November zu hohen Füllständen zu bringen; die Beschaffung erfolgt dabei überwiegend über Marktmechanismen, kann aber durch nationale Instrumente flankiert werden.
In Deutschland bestehen nationale Vorgaben zur Speicherbewirtschaftung sowie ein Umlage-Mechanismus, mit dem Kosten aus Befüllungsmaßnahmen auf eine breite Mengenbasis verteilt werden. Steigen die Beschaffungskosten für die Wiederbefüllung, kann das über Großhandelspreise und Umlagekomponenten in die Kostenstruktur von Versorgern und Industrie einfließen; die konkrete Weitergabe hängt von Vertrags- und Tarifstrukturen ab.
Wie die nächsten Schritte geregelt sind
Die Speicherfüllstände werden in Europa fortlaufend über AGSI+ veröffentlicht und im Rahmen der EU-Vorgaben regelmäßig überwacht. Für die nächste Befüllungsperiode bleibt der Stichtag 1. November zentral, weil die EU-Verordnung hierfür ein Füllziel vorgibt. In Deutschland setzt Trading Hub Europe die gesetzlichen Vorgaben operativ um und aktualisiert die umlagebezogenen Berechnungsgrundlagen nach den vorgesehenen Verfahren.
Einordnung
Der Rückgang der EU-Speicherstände verschiebt den Fokus auf die Einspeichersaison 2026 und die Erreichung der gesetzlichen Füllziele. Niedrige Startniveaus können die erforderlichen Einkaufsvolumina und die Preisempfindlichkeit gegenüber LNG-Verfügbarkeit und Wetter erhöhen. Für Deutschland sind dabei insbesondere die nationalen Regeln zur Speicherbewirtschaftung und die Kostenweitergabe über Markt- und Umlagemechanismen maßgeblich.





