Auf einen Blick
Die US-Umweltbehörde EPA beendet den regulatorischen Bonus, der die Start-Stopp-Automatik im Neuwagenmarkt begünstigte. Die Änderung setzt bei den sogenannten Off-Cycle-Credits an und ist keine direkte Abschaltungsvorgabe. Für Europa ergeben sich daraus zunächst keine automatischen Regeln, da EU-Vorgaben anders aufgebaut sind.
Das Wichtigste
- Die EPA hat am 12. Februar 2026 den Off-Cycle-Credit für automatische Start-Stopp-Systeme gestrichen.
- Damit entfällt ein Anreiz im US-Regelwerk, über den Hersteller die Technik bei der Erfüllung von Klimavorgaben anrechnen konnten.
- Für Deutschland und die EU gilt die Entscheidung nicht, da die CO2-Regulierung und Typgenehmigung separat geregelt sind.
US-Entscheidung verändert den Druck auf Hersteller
Die US-Umweltbehörde EPA hat eine zentrale Stellschraube in der Regulierung für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge geändert. Betroffen ist die Start-Stopp-Automatik, die in vielen Modellen serienmäßig verbaut ist und den Motor im Stillstand automatisch abschaltet. Die Maßnahme wirkt vor allem über die Compliance-Logik der Hersteller und kann Produktentscheidungen für künftige US-Modelljahre beeinflussen.
EPA beendet Off-Cycle-Credit für Start-Stopp-Automatik
Nach Angaben der Behörde entfällt der bisherige Off-Cycle-Credit für Start-Stopp-Systeme. Diese Gutschrift war Teil der US-Mechanik, mit der bestimmte Effizienztechnologien außerhalb des Standard-Testzyklus berücksichtigt werden konnten. In der technischen Begleitdokumentation der Verkehrsbehörde NHTSA zu CAFE-Standards wird Start-Stopp als eine der Technologien geführt, die in Szenarien zur Erreichung von Flottenzielen eine Rolle spielen. Die EPA beschreibt ihre Entscheidung als finalen Schritt innerhalb ihres Regelrahmens.
Keine automatische Übertragung auf EU-Regeln
Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland und der EU hat die US-Änderung zunächst keine unmittelbare rechtliche Wirkung. Die EU reguliert CO2-Flottenziele für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge über eigene Vorgaben, die sich an den gemessenen Emissionen im jeweiligen Testverfahren orientieren. Eine Übernahme eines US-Ansatzes würde eine Änderung von EU-Regeln oder Prüfmethoden voraussetzen; konkrete Schritte dazu sind bislang offen.
Hersteller müssen US-Strategie neu kalkulieren
Mit dem Wegfall der Off-Cycle-Anrechnung verändert sich für Hersteller die rechnerische Attraktivität der Start-Stopp-Automatik im US-Regelkontext. Kurzfristig ist eher mit Anpassungen in der Dokumentation und in künftigen Modell- und Ausstattungsentscheidungen zu rechnen als mit Effekten auf bereits zugelassene Fahrzeuge. Ob und wie einzelne Marken ihre US-Fahrzeugkonfigurationen ändern, hängt von den jeweiligen Flottenzielen und der internen Technologieplanung ab.
Regeländerung trifft Anreize, nicht die Technik selbst
Die EPA streicht einen Bonusmechanismus, der die Start-Stopp-Automatik im US-Markt regulatorisch stützte. Ein Verbot der Funktion ist damit nicht verbunden, die Maßnahme wirkt über die Anrechnung im Regelwerk. In Europa bleibt der Rahmen unverändert, weil die EU-CO2-Regeln und die Typgenehmigung nicht an den US-Off-Cycle-Credits gekoppelt sind.





