Die Einspeisevergütung war lange das Sicherheitsnetz für kleine Photovoltaik-Anlagen. Doch 2026 ist klar: Wer eine 5- bis 10-kWp-Anlage plant, muss genauer rechnen. Offizielle Vergütungssätze liegen nur noch im einstelligen Cent-Bereich pro Kilowattstunde. Gleichzeitig entscheiden Eigenverbrauch, Installationskosten und technische Vorgaben über die Amortisation. Dieser Artikel zeigt anhand konkreter Rechenbeispiele, wann sich eine kleine PV-Anlage noch trägt – und wo die Wirtschaftlichkeit ohne starke Förderung kippt.
Einleitung
Du spielst mit dem Gedanken, dein Dach mit einer kleinen PV-Anlage auszustatten. Vielleicht 7 oder 10 kWp, klassisch für ein Einfamilienhaus. Die zentrale Frage ist simpel: Rechnet sich das noch, wenn die Einspeisevergütung weiter sinkt oder perspektivisch wegfällt?
Laut Erneuerbare-Energien-Gesetz erhalten kleine Anlagen bis 10 kWp weiterhin feste Vergütungssätze pro eingespeister Kilowattstunde. Die konkreten Werte veröffentlicht die Bundesnetzagentur. Analysen und Marktberichte, unter anderem vom Fraunhofer ISE, zeigen jedoch, dass sich diese Sätze im Bereich von rund 6 bis 9 Cent pro Kilowattstunde bewegen. Das ist deutlich weniger als Haushaltsstrom kostet.
Genau hier verschiebt sich die Logik: Die Einspeisevergütung allein trägt ein Projekt kaum noch. Entscheidend ist, wie viel Strom du selbst nutzt und wie teuer deine Anlage war. Wir rechnen das Schritt für Schritt durch.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?
Die rechtliche Grundlage ist das EEG in der Fassung von 2023 mit späteren Anpassungen. Es legt fest, dass die ersten 10 kWp einer Anlage einen höheren sogenannten “anzulegenden Wert” erhalten als spätere Leistungsanteile. Die konkreten Cent-Beträge veröffentlicht die Bundesnetzagentur in ihren Vergütungstabellen.
Marktanalysen und veröffentlichte Tabellen zeigen für kleine Dachanlagen Vergütungssätze im einstelligen Cent-Bereich. In vielen Fällen liegen sie zwischen etwa 6 und 9 Cent pro Kilowattstunde, abhängig vom Inbetriebnahmezeitpunkt und der gewählten Einspeiseform. Für Volleinspeisung gelten andere Sätze als für Anlagen mit Eigenverbrauch.
Gleichzeitig gelten technische Vorgaben. Kleine Anlagen, die unter die klassische Einspeisevergütung fallen, müssen unter bestimmten Bedingungen ihre maximale Einspeiseleistung begrenzen. Zudem sind Registrierung im Marktstammdatenregister und geeignete Zähler Pflicht. Das klingt bürokratisch, hat aber einen praktischen Effekt: Was du nicht einspeisen darfst oder messen kannst, wird auch nicht vergütet.
| Merkmal | Beschreibung | Wert |
|---|---|---|
| Anlagengröße | Typisches Einfamilienhaus | 5–10 kWp |
| Einspeisevergütung | Abhängig von Inbetriebnahme und Modell | ca. 0,06–0,09 €/kWh |
| Investitionskosten | Laut Fraunhofer ISE für kleine Dachanlagen | ca. 900–1.300 €/kWp |
Rechenbeispiel: 10 kWp ohne hohe Förderung
Nehmen wir eine 10-kWp-Anlage in einer Region mit rund 900 Kilowattstunden Jahresertrag pro kWp. Das ergibt etwa 9.000 kWh Strom pro Jahr. Ohne Speicher und mit moderatem Eigenverbrauch von 20 Prozent werden rund 7.200 kWh ins Netz eingespeist.
Bei einer Vergütung von 0,08 Euro pro kWh ergibt das etwa 576 Euro Einnahmen pro Jahr. Selbst bei 0,09 Euro wären es nur gut 650 Euro. Das ist solide, aber kein Selbstläufer.
Liegen die Investitionskosten bei 1.100 Euro pro kWp, kostet die Anlage rund 11.000 Euro. Teilt man diese Summe durch die jährlichen Einspeiseerlöse, landet man bei einer einfachen Amortisationszeit von deutlich über 15 Jahren, wenn man nur die Vergütung betrachtet. Wartung, mögliche Zählerkosten oder Finanzierung sind dabei noch nicht eingerechnet.
Genau hier zeigt sich der Kipppunkt: Fällt die Einspeisevergütung weiter oder entfällt sie perspektivisch für Neuanlagen, bricht dieser Einnahmestrom weg. Dann bleibt als wirtschaftlicher Hebel fast nur noch der Eigenverbrauch.
Was Eigenverbrauch wirklich verändert
Der entscheidende Vergleich lautet nicht Einspeisevergütung gegen null, sondern Einspeisevergütung gegen Haushaltsstrompreis. Wenn dein Stromtarif bei 30 oder 40 Cent pro kWh liegt, ersetzt jede selbst genutzte Kilowattstunde teuren Netzstrom.
Erhöhst du den Eigenverbrauch von 20 auf 50 Prozent, sinkt die eingespeiste Menge deutlich. Die direkten Vergütungseinnahmen werden kleiner. Gleichzeitig steigt der wirtschaftliche Vorteil durch eingesparte Stromkäufe. In vielen Szenarien übersteigt dieser Effekt die reine Einspeisevergütung klar.
Das verschiebt die Rolle der Förderung. Die Einspeisevergütung wird zur Restvergütung für Überschüsse, nicht mehr zum Hauptmotor der Wirtschaftlichkeit. Speicher, Lastmanagement oder eine Wärmepumpe können den Eigenverbrauch erhöhen. Allerdings kosten diese Komponenten zusätzlich Geld und verlängern die Gesamtrechnung.
Unterm Strich gilt: Eine kleine PV-Anlage ohne Förderung rechnet sich nur dann zügig, wenn du einen hohen Anteil selbst nutzt und die Investitionskosten im unteren Bereich liegen.
Politisches Zeitfenster und Entscheidungs-Check
Die politische Debatte dreht sich darum, wie lange feste Vergütungssätze für kleine Dachanlagen noch bestehen sollen. Analysen weisen darauf hin, dass eine Abschaffung oder stärkere Marktintegration diskutiert wird. Konkrete Gesetzesänderungen hängen vom Gesetzgeber ab, doch das Signal ist eindeutig: Die Förderung wird kein dauerhaftes Sicherheitsnetz bleiben.
Für dich als Eigentümer lassen sich zwei Situationen unterscheiden. Bei einer bestehenden Anlage mit gesicherter Vergütung gilt Bestandsschutz nach EEG-Regeln. Hier bleibt die Kalkulation stabil. Bei einer geplanten Neuinstallation entscheidet der Inbetriebnahmezeitpunkt über den konkreten Vergütungssatz.
Ein nüchterner Check hilft: Wie hoch sind die realen Angebotspreise pro kWp? Wie viel Strom verbrauchst du tagsüber selbst? Ist eine Erweiterung sinnvoll oder reicht eine kleinere Anlage, die deinen Eigenbedarf besser trifft? Und wie lange willst du im Haus bleiben, um die Amortisation tatsächlich mitzunehmen?
Die kleine PV-Anlage ist 2026 kein Subventionsmodell mehr. Sie ist ein Instrument zur Senkung deiner eigenen Stromrechnung. Wer das versteht, trifft klarere Entscheidungen.
Fazit
Die Einspeisevergütung für kleine PV-Anlagen existiert weiterhin, bewegt sich aber im Bereich weniger Cent pro Kilowattstunde. Für eine typische 10-kWp-Anlage entstehen daraus jährliche Einnahmen im mittleren dreistelligen Bereich. Allein damit trägt sich eine neue Installation kaum schnell.
Wirtschaftlich interessant wird Photovoltaik vor allem durch hohen Eigenverbrauch und moderate Investitionskosten. Wer heute baut, sollte die eigene Verbrauchsstruktur ehrlich analysieren und nicht nur auf feste Vergütungssätze schauen. Die Förderung bleibt ein Baustein, aber sie ist nicht mehr das Fundament.





