Bund steigt bei TenneT Germany ein, Strukturwechsel im Netz

Stand: 17. February 2026, 18:42 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

Der Bund steigt über die KfW mit 25,1 Prozent bei TenneT Germany ein und verändert damit die Governance des zentralen Übertragungsnetzbetreibers. Parallel läuft die organisatorische Neuaufstellung mit eigener Deutschland-Spitze weiter. Die Debatte um “TenneT CEO Suche” rückt damit erneut in den Fokus der Netzausbau-Planung.

Das Wichtigste

  • Die KfW hat nach eigenen Angaben den Vertrag für den Einstieg des Bundes in TenneT Germany unterzeichnet.
  • Vereinbart ist ein Anteil von 25,1 Prozent, der Vollzug steht unter Bedingungen und soll im ersten Halbjahr 2026 erfolgen.
  • TenneT führt Deutschland seit 1. Januar 2025 als eigenständige Organisation mit Tim Meyerjürgens an der Spitze.

Staatlicher Einstieg trifft auf laufende Umstrukturierung

Der Einstieg des Bundes bei TenneT Germany setzt einen institutionellen Einschnitt bei einem der wichtigsten Akteure im deutschen Stromnetz. Die KfW teilte mit, dass der Vertrag über den Erwerb von 25,1 Prozent der Anteile an der deutschen Einheit unterzeichnet ist. Der Netzbetreiber verantwortet große Ausbauvorhaben im Übertragungsnetz, die für die Integration erneuerbarer Energien zentral sind.

Was beschlossen ist

Laut KfW ist der Einstieg als Minderheitsbeteiligung an TenneT Germany vereinbart. Der Vollzug soll im ersten Halbjahr 2026 erfolgen, sofern die im Vertrag genannten Bedingungen erfüllt werden. Mit dem Schritt wird der Bund direkt an der deutschen Einheit des niederländisch geprägten Netzkonzerns beteiligt und erhält damit Mitspracherechte, die typischerweise an eine Sperrminorität geknüpft sind.

Der Einstieg fällt in eine Phase, in der TenneT seine Organisation bereits neu geordnet hat. Das Unternehmen hatte 2024 angekündigt, das Deutschlandgeschäft organisatorisch zu verselbstständigen. Seit dem 1. Januar 2025 ist Tim Meyerjürgens nach Unternehmensangaben CEO von TenneT Germany.

Welche Folgen das für den Netzausbau hat

Für den Ausbau der Stromnetze ist entscheidend, wie schnell Projekte genehmigt, ausgeschrieben, finanziert und gebaut werden. Die Bundesnetzagentur hatte Anfang Januar auf Fortschritte bei Genehmigungen im Stromnetzausbau hingewiesen. Der staatliche Einstieg bei TenneT Germany verändert vor allem die Eigentümer- und Aufsichtsstruktur und kann damit Einfluss auf Finanzierung, Prioritäten und Berichtspflichten nehmen.

Konkrete Angaben dazu, ob laufende Ausbauvorhaben durch die neue Eigentümerkonstellation oder durch eine mögliche Neuordnung von Führungszuständigkeiten zeitlich beeinflusst werden, machte TenneT bislang nicht.

Worauf Institutionen als Nächstes schauen

Als nächster formaler Schritt steht der Vollzug der Beteiligung im ersten Halbjahr 2026 an. Damit verbunden sind üblicherweise Prüfungen und Freigaben, etwa zu vertraglichen Bedingungen und zur Ausgestaltung der Beteiligungsrechte. Parallel läuft die Arbeit an den genehmigungs- und bauabhängigen Netzausbauprojekten weiter, deren Fortschritt maßgeblich von Planungs- und Vergabeverfahren sowie von Lieferketten für Großkomponenten abhängt.

Einordnung

Mit der Vertragsunterzeichnung für den Einstieg des Bundes bei TenneT Germany verschiebt sich die institutionelle Statik eines Schlüsselunternehmens im deutschen Übertragungsnetz. Die organisatorische Trennung mit eigener Deutschland-Spitze ist bereits umgesetzt. Ob und wie sich daraus Änderungen in der Steuerung großer Netzausbauprogramme ergeben, dürfte sich mit dem Vollzug der Beteiligung und der weiteren Governance-Ausgestaltung zeigen.

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