Auf einen Blick
Hyundai will nach einem Medienbericht bis zu 50.000 IONIQ 5 für den Einsatz als Waymo Robotaxi liefern. Bestätigt ist eine mehrjährige Partnerschaft beider Unternehmen zur Integration des “Waymo Driver” in das Elektroauto. Ein Großauftrag würde die Industrialisierung von Robotaxi-Flotten beschleunigen und die regulatorische Abgrenzung zwischen US-Betrieb und europäischen Genehmigungen schärfen.
Das Wichtigste
- Electrek berichtet unter Berufung auf das Branchenportal Gasgoo, Hyundai plane die Lieferung von bis zu 50.000 IONIQ 5 an Waymo für Robotaxi-Zwecke.
- Waymo und Hyundai haben seit Oktober 2024 eine mehrjährige Partnerschaft zur Integration des autonomen Systems “Waymo Driver” in den IONIQ 5 angekündigt.
- Die Zusammenarbeit zielt auf “autonomous-ready” Fahrzeuge ab, die für die Flottenintegration vorbereitet sind. Ein konkreter Lieferumfang ist bislang offen.
Großbestellung rückt Robotaxi-Industrialisierung in den Fokus
Hyundai will nach einem Medienbericht bis zu 50.000 Elektroautos vom Typ IONIQ 5 an Waymo liefern, die als Robotaxis eingesetzt werden sollen. Die Zahl würde, falls sie sich bestätigt, zu den größten bekannten Fahrzeugvolumina für einen einzelnen autonomen Mobilitätsanbieter zählen. Für Hersteller und Betreiber verschiebt sich damit der Schwerpunkt von Pilotflotten hin zu Lieferketten, Umrüstungskapazitäten und Genehmigungsprozessen.
Was der Bericht und die Partner offiziell sagen
Electrek meldete am 11. Februar, Hyundai erwäge eine Lieferung von bis zu 50.000 IONIQ 5 an Waymo. Als Ursprung der Information nennt das Portal das chinesische Branchenmedium Gasgoo. Waymo und Hyundai selbst haben bisher keine Stückzahl veröffentlicht.
Bestätigt ist eine strategische Zusammenarbeit, die beide Unternehmen im Oktober 2024 bekanntgaben. Demnach soll der “Waymo Driver” in die Plattform des IONIQ 5 integriert werden. Waymo kündigte an, die Fahrzeuge sollten mit “autonomous-ready modifications” ausgeliefert werden, darunter redundante Hardware und elektrisch betriebene Türen. Produziert werden sollen die Basisfahrzeuge in Hyundais US-Werk Metaplant America im Bundesstaat Georgia. Der Start von Tests auf öffentlichen Straßen wurde in der Ankündigung für Ende 2025 avisiert.
Folgen für Markt, Kosten und europäische Regulierung
Ein Lieferziel in dieser Größenordnung würde die Kostenstruktur von Robotaxi-Flotten stärker an klassische Fahrzeugbeschaffung annähern. Entscheidend sind dabei weniger einzelne Prototypen, sondern standardisierte Vorbereitungen ab Werk, etwa redundante Stromversorgung und Schnittstellen für Sensorik und Rechentechnik. Zudem steigt der Druck auf Betreiber, Umrüstung, Wartung und Ersatzteilversorgung als Serienprozess zu organisieren.
Für Europa ist das vor allem ein Vergleichsmaßstab. Während Waymo seine Dienste bisher in den USA ausrollt, sind in der EU kommerzielle Einsätze hochautomatisierter Fahrzeuge an nationale Verfahren und die Genehmigung definierter Betriebsbereiche gebunden. Deutschland hat hierfür bereits einen Rechtsrahmen für bestimmte Anwendungen geschaffen. Eine großskalige Fahrzeugpipeline aus den USA dürfte die Debatte um harmonisierte Regeln, Nachweispflichten und Zuständigkeiten in der EU weiter anstoßen, ohne dass daraus automatisch ein schneller Markteintritt folgt.
Welche nächsten Schritte absehbar sind
Konkrete nächste Termine nannten Waymo und Hyundai in ihren bisherigen Mitteilungen nicht. Maßgeblich wird sein, ob beide Unternehmen den in der Berichterstattung genannten Umfang bestätigen und wie sie die Liefer- und Integrationskette darstellen. Für den Betrieb in Europa wären zusätzlich lokale Genehmigungen und die Festlegung der jeweiligen Einsatzbedingungen erforderlich.
Ein Signal für Volumen, nicht für EU-Starttermine
Der Bericht über bis zu 50.000 IONIQ-5-Lieferungen an Waymo verschiebt die Aufmerksamkeit auf Skalierung und Serienintegration von Robotaxi-Systemen. Verbindlich bestätigt ist bislang vor allem die Partnerschaft, nicht die Stückzahl. Für Europa bleibt die Frage zentral, in welchem Rahmen autonome Flotten zugelassen und beaufsichtigt werden.





