Agora-Analyse zeigt Kostenrisiken beim Netzanschluss für MCS

Stand: 13. February 2026, 12:46 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

Eine Analyse von Agora Verkehrswende rückt den Netzanschluss als zentralen Kosten- und Zeitfaktor für Ladeparks mit Leistungen im Megawattbereich in den Fokus. Für das Megawattladen (MCS) bedeutet das: Nicht nur die Ladehardware, sondern vor allem Baukostenzuschüsse, Transformatoren und Netzverstärkungen bestimmen die Projektkalkulation.

Das Wichtigste

  • Agora Verkehrswende benennt den Netzanschluss als wesentlichen Kostentreiber für Lkw-Ladeinfrastruktur im Megawattbereich.
  • Beispielrechnungen in der Analyse verorten einmalige Baukostenzuschüsse für einen 5‑MW-Depotanschluss im Bereich mehrerer hunderttausend Euro; für einen 28‑MW-Standort an einer Rastanlage im Millionenbereich.
  • Betroffen sind vor allem geplante Lkw-Ladehubs an Depots und entlang überregionaler Korridore, die künftig höhere Ladeleistungen bereitstellen sollen.

Netzanschluss wird zum Engpassfaktor für MCS-Standorte

Der Ausbau leistungsstarker Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge verschiebt den Schwerpunkt von der Stationstechnik zur Netzinfrastruktur. Mit dem erwarteten Hochlauf von Megawattladen (MCS) steigen Anschlussleistungen einzelner Standorte deutlich. Damit wachsen die Anforderungen an Mittel- und Hochspannungsanschlüsse, Transformatoren sowie an die Verstärkung lokaler Netze.

Neue Kostenspannen aus Beispielrechnungen

Agora Verkehrswende beschreibt in einer Analyse zum Netzanschluss für den Straßenverkehr typische Anschlussfälle und verknüpft sie mit Kostenbeispielen. Genannt werden unter anderem ein Depotstandort mit 5 Megawatt Anschlussleistung sowie ein großer Ladehub an einer Rastanlage mit 28 Megawatt. Als Kostenpositionen nennt die Analyse insbesondere Baukostenzuschüsse, Transformator- und Schaltanlagentechnik sowie mögliche Netzverstärkungen.

Preisblätter von Verteilnetzbetreibern, etwa von Avacon, legen zudem die Grundlagen für die Berechnung von Baukostenzuschüssen und Entgelten fest, die je nach Region und Netzsituation variieren können.

Wichtig: Welche Beträge im Einzelfall anfallen, hängt von Standort, verfügbarer Netzkapazität und dem Umfang notwendiger Verstärkungsmaßnahmen ab und ist derzeit nicht bekannt.

Bedeutung für Deutschland und Europa

Auf EU-Ebene setzt die Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) verbindliche Anforderungen an den Ausbau der Lade- und Betankungsinfrastruktur. Für Ladepunkte mit hohen Leistungen entlang wichtiger Verkehrsachsen steigt damit der Planungsdruck auf Netzanschlüsse und Netzausbau.

Für Deutschland bedeutet das: Betreiber von Lkw-Ladeparks müssen bei MCS-Projekten frühzeitig mit Verteilnetz- oder Übertragungsnetzbetreibern Anschlusskonzepte abstimmen. Die Wirtschaftlichkeit wird dabei nicht nur von Investitionen in Ladegeräte, sondern auch von einmaligen Anschlusskosten und laufenden Netzentgelten geprägt.

Nächste Schritte bei Ausbau, Tarifen und Standardisierung

Mit dem weiteren Hochlauf schwerer E‑Mobilität und dem AFIR-bedingten Infrastrukturausbau dürften Netzbetreiber und Betreiber von Ladehubs die Dimensionierung von Anschlüssen, Reservierung von Netzkapazitäten und den Umgang mit Lastspitzen stärker in den Vordergrund rücken. Agora Verkehrswende verweist in der Analyse unter anderem auf Ansätze wie mehr Transparenz über verfügbare Netzkapazitäten und Tarifmodelle, die Lastmanagement begünstigen können.

Einordnung

Die vorliegenden Beispielrechnungen stützen die Einschätzung, dass bei MCS-Ladehubs die Schnittstelle zum Stromnetz zu den prägenden Projektfaktoren zählt. Kosten und Zeitpläne hängen dabei maßgeblich von Netzkapazität, Anschlusskonzept und regionalen Preisblättern ab. Der regulatorische Ausbaupfad in der EU erhöht den Bedarf an belastbaren, vergleichbaren Anschlussprozessen.

TechZeitGeist sammelt Fallbeispiele zu Netzanschlusskosten und Anschlusszeiten bei Lkw-Ladehubs im Megawattbereich.

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